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Twitch: Gaming, E-Sport und Live-Events - alles über die Streaming-Plattform

Gamer lieben diese Streaming-Plattform für Live-Streams, E-Sport-Events und Kommunikation. Doch was verbirgt sich alles hinter dem Namen Twitch? 

  • Mit über 15 Millionen Nutzern täglich, ist Twitch die Nummer eins Streaming-Plattform.
  • Bekannte Gamer und Events gibt es nur über diesen Anbieter.
  • Twitch ist aber noch weitaus mehr als nur ein Streaming-Dienst.

San Francisco - Im Juni 2011 ging Twitch online und wurde schnell zur beliebten Streaming-Plattform für Streamer auf der ganzen Welt.

Twitch und Justin.tv: Die Gründer-Idee war kein Game-Streaming

Nachdem sich der US-amerikanische Yale-Absolvent Justin Kan 24 Stunden live im Internet gezeigt hatte, gründete er das Streaming-Portal Justin.tv mit Sitz des gleichnamigen Unternehmens in San Francisco, Kalifornien. Damit ging 2007 eine Plattform online, die unterschiedlichen Menschen und Ideen die Möglichkeit gab, Live-Videos zu übertragen.

Schnell erkannten jedoch vor allem Gamer die Plattform und streamten Gaming-Sessions über den Anbieter. Die Gamer machten einen so großen Anteil auf Justin.tv aus, dass im Jahr 2011 Twitch als extra Plattform von den Gründern erschaffen wurde, um sich ganz aufs Gaming konzentrieren zu können. Der Erfolg von Twitch führte sogar so weit, dass die ursprüngliche Plattform Justin.tv 2014 komplett eingestellt wurde. Heute gibt es neben Gaming auch andere Themenfelder, die von Streamern behandelt werden, wie beispielsweise einen Lkw-Livestream des Streamers DerChrisPyy. Das Gaming bleibt aber weiterhin Top-Thema auf Twitch.

Twitch Rivals: Damit wird Twitch zum E-Sport-Veranstalter

Spätestens seit Einführung von Twitch Rivals hat sich Twitch für den professionellen E-Sport geöffnet. In einem eigenen Studio werden Experten interviewt, Gaming-Turniere live kommentiert und die Streams mit Live-Daten und Aufstellungs-Tabellen versorgt. Nicht zuletzt werden dabei auch Geldpreise in Höhe von mehreren tausend US-Dollar vergeben.

2019 gab es nach eigenen Angaben über 100 E-Sport-Turnier-Tage. Von League of Legends bis World of Warcraft wurden dabei alle bekannten Games bedient.

Twitch: Aktuelle Zahlen und Fakten zur Streaming-Plattform

Das Logo von Twitch

Durch eigene Aussagen und über Statista lassen sich folgende Fakten über Twitch aufstellen:

Gründungsdatum

Juni 2011

Täglich aktive Nutzer

über 15 Millionen

aktive Streams

über 2 Millionen

Die meisten Nutzer sind:

männlich (65%)

So alt sind die meisten Nutzer:

16-24 Jahre (41% der Nutzer)

Beliebtestes Game weltweit:

League of Legends

Beliebtester Gamer weltweit:

Ninja

Twitch Prime: Ist Twitch kostenlos?

Grundsätzlich ist Twitch kostenlos. Für das einfache Anschauen von Streams ist noch nicht einmal ein Account notwendig. Dafür sind die Streams durch Werbung unterbrochen, mit der die Plattform und die Streamer Geld verdienen. Spätestens wenn man als Nutzer einen Stream kommentieren will, ist jedoch ein Account Voraussetzung.

Will ein Nutzer selber zum Streamer werden, braucht er natürlich ebenfalls einen Account, aber auch dann fallen noch keine Kosten für das Streaming an.

Eine kostenpflichtige Variante gibt es jedoch auf Twitch: Seitdem Twitch von Amazon aufgekauft worden ist, ist "Twitch Prime" in Amazon-Prime enthalten und bietet den Nutzern einige Vorteile.

Twitch in der Hand von Amazon

Der Erfolg von Twitch ließ die großen Internetkonzerne schnell aufhorchen. 2014 wurde bekannt, dass Amazon die Streaming-Plattform für 970 Millionen US-Dollar übernommen hatte.

Seitdem ist Twitch eng mit dem Amazon-Netzwerk verbunden. Das zeigt sich etwa dadurch, dass Amazon-Prime-Kunden gleichzeitig auch Twitch Prime besitzen und damit etwa monatlich neue Spiele kostenlos herunterladen können. Eine Zeit lang wurde für Prime-Nutzer sogar die Werbung in den Streams fallen gelassen.

Damit Nutzer dennoch weiterhin die Werbung umgehen können, steht seitdem das zusätzlich kostenpflichtige Zusatzangebot "Twitch Turbo" zur Verfügung.

Twitch: Das sind die meist übertragenen Games

Von Statista gibt es eine Erhebung für den Oktober 2019: In diesem Monat war das meistgestreamte Game auf Twitch mit großem Abstand League of Legends - gemessen anhand der Zuschauerstunden weltweit.

  1. League of Legends (116 Millionen Zuschauerstunden)
  2. Fortnite (67,7 Millionen Zuschauerstunden)
  3. Counter-Strike: Global Offensive (41,3 Millionen Zuschauerstunden)
  4. Grand Theft Auto V (33,6 Millionen Zuschauerstunden)
  5. World of Warcraft (30,8 Millionen Zuschauerstunden)

Im Vorjahr sah es an der Spitze bei Twitch noch anders aus. 2018 waren die ersten beiden Plätze vertauscht: Fortnite war mit 124,7 Millionen Zuschauerstunden auf Platz eins, während League of Legends mit 72,0 Millionen Stunden noch deutlich auf Platz zwei lag.

Bemerkenswert war im Jahr 2018 auch der überraschende Durchbruch von PlayerUnknown's Battlegrounds. Das Game landete im Januar 2018 auf Platz drei der meist gesammelten Zuschauerstunden.

Streamer International: Das sind die bekanntesten Twitch-Streamer weltweit

Gemessen an der Anzahl ihrer Follower im Februar 2020 sind diese Streamer die beliebtesten und bekanntesten der Welt. Die im Folgenden genannten Streamer kommen ausschließlich aus den USA.

  1. Ninja mit 14,69 Millionen Followern
  2. Tfue mit 7,49 Millionen Followern
  3. shroud mit 7,04 Millionen Followern
  4. TSM_Myth mit 5,72 Millionen Followern
  5. Riot Games mit 4,39 Millionen Followern

Trotz ihres großen Erfolgs auf Twitch, wechselten die Streamer Ninja und shroud im August 2019 zur Konkurrenzplattform Mixer.

Ninja (links) auf dem Fortnite World Cup in New York

Twitch in Deutschland: Das sind die bekanntesten deutschen Streamer

Obwohl im Ranking um die beliebtesten Streamer weltweit kein deutscher Streamer auftaucht, gibt es auch in Deutschland Twitch-Kanäle mit über einer Million Follower:

  1. MontanaBlack mit 2,2 Millionen Followern
  2. Trymacs mit 1,3 Millionen Followern
  3. Gronkh mit 1 Million Followern
  4. rewinside mit 1 Million Followern
  5. ungespielt mit 1 Million Followern

Bekanntheit erlangte unter anderem auch der deutsche Entertainer Jens Knossalla alias TheRealKnossi oder kurz "Knossi", der fast täglich Online-Glücksspiel streamt.

TwitchCon: Mehr als nur Streaming - das Streamer-Event

Den Erfolg der Plattform und der einzelnen Streamer feiert Twitch seit 2015 mit einer eigenen Tagung, speziell für Streamer und Fans. Seit 2019 gibt es dafür zwei Termine im Jahr: Eine dreitägige TwitchCon findet im Herbst in den USA statt und eine zweitägige TwitchCon findet in Europa im Frühling statt.

Die amerikanischen TwitchCons waren bisher immer in Kalifornien in unterschiedlichen Städten. Die erste europäische TwitchCon fand 2019 im CityCube in Berlin statt. 2020 kommt die Zweite Veranstaltung nach Amsterdam.

Twitch bietet auf diesen Veranstaltungen ein vielseitiges Programm: Für Streamer bietet es die Möglichkeit, sich untereinander zu Techniken und Entwicklungen auszutauschen. Für Fans gibt es die Chance, ihre beliebtesten Streamer persönlich kennenzulernen und Autogramme abzuholen. Daneben lassen sich auch neue Spiele ausprobieren und die Onlinecommunity kann sich auch einmal offline kennenlernen.

Twitch im Vergleich zu Netflix, Amazon Prime und Co.

Trotz des großen Erfolgs in der Gaming-Branche bleibt Twitch ein Nischenprodukt auf dem deutschen Streaming-Markt. Gerade einmal 10 Prozent der Bevölkerung gaben 2019 in einer Umfrage der Medienanstalten an, Twitch oder eine andere Streaming-Plattform für Gamer zu nutzen, während 25 % Amazon Prime Video und 27 Prozent Netflix nutzten. Die Mediatheken der deutschen TV-Sender kamen gemeinsam auf 38 Prozent der Bevölkerung und YouTube liegt mit 40 Prozent auf Platz eins.

Geht es um Livestreams, nutzten sogar nur etwa 5 Prozent der Deutschen Twitch als Anbieter. YouTube-Streams und Livestreams von Fernsehsendern werden dagegen mit jeweils etwa 15 Prozent deutlich mehr genutzt.

Twitch: Missbrauch der Live-Funktion für Anschlag von Halle

Deutschlandweite Aufmerksamkeit bekam Twitch im Herbst 2019: Wie es auch schon andere soziale Netzwerke ertragen mussten, wurde auch Twitch Opfer einer live gestreamten Bluttat: Seinen Anschlag auf eine Synagoge am 9. Oktober 2019 in Halle übertrug der Täter dort mit Hilfe einer Helmkamera. Laut Twitch haben bis zu fünf Zuschauer dabei live zugesehen. Bis das Video eine halbe Stunde später gelöscht wurde, hatten über 2.200 Menschen dieses Video auf Twitch gesehen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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