Streaming aus dem Rucksack

LiveU Solo: Die Livestreaming Revolution?

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LiveU Solo: Die Revolution für Livestreaming von überall? Wir haben auf der Gamescom die All-in-One-Lösung mitsamt Rucksack ausprobiert. Hier unsere Erfahrungen.

Auch unter voller Belastung der guten Bloodynyuu macht der LiveU Solo eine gute Figur.

IRL Livestreaming ist das Motto der Stunde. Wie kaum eine andere Nische hat das digitale Gequassel von überall und zu jeder Zeit in den vergangenen Monaten an Beliebtheit gewonnen. Das Reality TV vergangenen Tage müht sich hier zu Lande zwar mit großflächiger Plakatierung für die klassischen Formate wie Big Brother und Co. Werbung zu machen, kommt dabei allerdings nur schwer gegen den on vogue Charme des „IRL Streaming“ an.

In den Staaten sowie in den vernetzten asiatischen Ländern (Südkorea, Taiwan, Hong Kong etc.) steht es um die digitalen Infrastrukturen wesentlich fortschrittlicher als in Deutschland, weshalb der Trend zum Livestreaming von überall für die Generation: Digital Natives dort schon längst zur Tagesordnung gehört.

IRL – Endlich im echten Leben

LiveU Solo soll das IRL Streaming revolutionieren.

IRL oder „In Real Live“ ist das Akronym, mit dem das Livestreamingportal Twitch.tv die alte-neue Unterhaltungsform branded. Ehemals „just chatting“ getauft ist die Streamingkategorie zu einem integralen Bestandteil der Medienlandschaft im Netz geworden. Aus dem einfachen Chatting sind im Laufe der vergangenen Monate Erfahrungen und Erlebnisse erwachsen. Egal ob in der Küche, auf dem Konzert oder beim Ausflug zum See: wann immer möglich ist die Community mit dabei. 

Livestreaming ist das Epitome der Partizipationsgesellschaft, das nur durch diese überhaupt funktioniert. So stellen die Fragen und Kommentare der Community einen essentiellen Bestandteil der Unterhaltungsform dar, die erst in diesem Zusammenschluss überhaupt ihre Faszination entwickelt. Jeder, der empfängt, sendet auch und umgekehrt. Schwierig nur, wenn unterwegs die Verbindung abbricht. Neben Themen wie Netzabdeckung stehen Portabilität und Funktionalität für die Content Creator im Vordergrund.

Das allerwichtigste beim Livestreaming? Die Verbindung!

LiveU verspricht jetzt, die jahrelangen Erfahrungen der Rundfunkanstalten im Bereich Aufnahmetechnik zu nutzen und liefert mit dem handlichen LiveU Solo fast das ganze Equipment, das ihr zum Livestreaming braucht. Zusätzlich zum LiveU Solo Videoencoder braucht ihr natürlich noch ein Modem und eine Kamera sowie bestenfalls eine Powerbank, um die Technik mit genügend Saft zu versorgen. Der für uns zusammengestellte LiveU Rucksack enthielt selbstverständlich alles, um sofort loszulegen.

LiveU Solo: Ohne Rucksack, dafür aber mit viel Inhalt.

Die Technik: 

  • Powerbank: PowerOak 50.000 MAH Power Bank 
  • Kamera: Sony AS300 
  • Router: Netgear Nighthawk AT&T Mobile Hotspot Router
  • Encoder: LiveU Solo Videoencoder 
  • Modem: HUAWEI E8372 Wifi/Wlan LTE Modem 

Natürlich verspricht LiveU einen sorgenfreien Stream ohne Delays oder Abbrüche und das von fast jedem Standort! Ja richtig, durch modernste Routing-Technologie ermöglicht das im LiveU Rucksack enthaltene Modem (in Deutschland das Huawei E8372 WiFi/WLAN LTE) im Zusammenspiel mit dem LiveU Encoder Streaming ohne Kompromisse – und das sowohl in der Großstadt als auch aus Opas Garten in der Nähe von Oer-Erkenschwig Ermöglicht wird die lückenlose Übertragung durch das zuverlässige Übertragungsprotokoll LRT (liveU Reliable Transport), welches von der Firma selbst entwickelt wurde.

Wir haben uns natürlich nicht lumpen lassen und die Hardware während der Gamescom auf Herz und Nieren geprüft. Dabei haben wir verschiedene Szenarien ausprobiert, um zu schauen, ob der Rucksack im stressigen Alltag der Content Creator auch wirklich eine gute Figur macht.

Live U: Portabilität und Fertigung

In puncto Handhabe machte der LiveU Rucksack größtenteils eine sehr gute Figur. Die Technik ist schlank und verhältnismäßig leicht. Mit seinen circa 500 Gramm bringt der Video Encoder wahrlich kein großes Gewicht auf die Waage. Für die Powerbank könnt ihr auch nochmal je nach Größe 1kg rechnen. Router, Kabel und Modem bringen zusammen keine 500 Gramm auf die Waage, wodurch der Rucksack mit weniger als 2kg einen wirklich handlichen und portablen Eindruck hinterlässt.

In unserem internen Vergleich lag der Rucksack mit rund 1,8 Kilo noch unter den handelsüblichen, Alltags-Techbags der Redaktion. Der Rucksack ist allerdings nicht nur leicht, sondern auch schmal. So wirkt die Technik auch auf dem Rücken eines zarten Content Creators oder Videoredakteurs keinesfalls überdimensioniert. Im Gegenteil: Stellenweise haben wir den Rucksack zusätzlich zu unserem eigentlichen Messebag in der Hand getragen, ohne dadurch nennenswert eingeschränkt zu sein.

Hände frei für die Bühnenshow auf der Gamescom 2019.

Der Rucksack selbst ist dabei funktional gehalten. Die Hauptkammer ist zu beiden Seiten luftdurchlässig gestaltet und auch die Rückseite atmungsaktiv. Mit Hilfe von in das Rückenpolster eingewobenen, elastischen Halterungen lassen sich die wichtigsten technischen Komponenten im Rucksack fixieren. Für den Rest der Technik gilt allerdings das Motto: Sack auf, Technik rein, Sack wieder zu.

In unserem Modell ließen sich durch die Halterung in der Rückseite der Hauptkammer gerade mal die Powerbank sowie der Netgear Router befestigen. Leider existiert, ob des schlanken Designs, auch kein zweites Fach im Rucksack und auch ein Inlay, wie wir es aus Kamerataschen kennen, gab es nicht.

Glücklicherweise sitzt der Rucksack recht fest auf dem Rücken, sodass es zu wenig ungewolltem Kabelsalat im Inneren kommt. Gerade für ereignisreichere Anwendungskontexte – wie in unserem Fall die Bühnenshows auf der Gamescom – hätten wir uns aber eine etwas durchdachtere Taschenaufteilung gewünscht.

Hierzu sei aber noch einmal gesagt, dass LiveU vorrangig den Videoencoder entwickelt und bis dato nicht als Retailer für die All-in-One Livestreaming-Lösung auftritt.

Sind wir schon live? – Kamera und Zubehör

Unsere Ausführung verfügte über einen einfachen Kamera Stick sowie ein Shouldermount. Gerade bei der Kamerausstattung sowie beim Zubehör könnt ihr natürlich nach Lust und Laune aufstocken, aber für unsere Plug and Play-Lösung machte auch die limitierte Technik Im Lieferumfang eine gute Figur, aber seht selbst:

Mit dem Shouldermount filmt ihr aus der Point of View-Perspektive und nehmt eure Zuschauer direkt mit auf die Reise. Der Kamerastick punktet durch Flexibilität und ermöglicht es, den Rucksack flugs auf die Kameraschildkröte eures Vertrauens auszulagern. Natürlich könnt ihr einfach die Aufzeichnungsgeräte nutzen, die euch zur Verfügung stehen, solange ihr die entsprechende Hardware per Mini-HDMI in die Solo Broadcasting Unit einspeisen könnt. Bislang reicht die Übertragungsrate der Unit für Kamerabilder in Full HD. Wollt ihr unbedingt in einer höheren Qualität streamen, ist das aktuell technisch leider noch nicht möglich. Ein zu verkraftender Kompromiss wie wir finden, denn im Austausch für die Sicherheit könnt ihr so von fast überall ohne Aussetzer filmen.

Und wie funktioniert das Ganze? Psynaps Server und Webclient 

Wollt ihr lediglich Live-Bild und Ton übertragen, könnte die Inbetriebnahme der LiveU Hardware kaum leichter ausfallen. Habt ihr alle Geräte eingeschaltet und die 50.000 mhA Powerbank mit ausreichend Saft versorgt, müsst ihr euch auf dem Solo LiveU Server einloggen. Dazu meldet ihr euch einfach auf der entsprechenden Website mit euren Login-Daten an. 

Youtube, Twitch oder die integrierte Solo App: Mit LivU streamt ihr über jede Plattform.

Im Weiteren wählt ihr eure Broadcasting Unit per Seriennummer aus und bestimmt ein Ziel, zu dem gestreamt werden soll – natürlich müsst ihr euch auch auf der entsprechenden Zielplattform mit eurem Twitch, Mixer etc. Account anmelden. Sobald ihr eingeloggt seid und ein Ziel für euren Broadcast bestimmt habt, reicht ein einfacher Druck auf den Play Knopf am Gerät, um den Stream zu starten. Wir empfehlen eine Auflösung von 1280x720p bei 60 fps und 6000kbps. Bei sehr geringer Signalstärke wird die Bitrate automatisch nach unten korrigiert.

Aber auch an schicke Overlays und Notifications im Stream wurde gedacht. Wer sich also auch unterwegs seine Subscriptions anzeigen lassen will, kann das problemlos tun. So kann das RTMP Video aus der LiveU Cloud natürlich auch über OBS/Xsplit etc. auf einem Remoterechner gepushed werden. Eine Möglichkeit stellt hier ein Zwischenstopp auf einem Psynaps-Server dar.

LiveU Solo: Unser Fazit

Mit dem praktischen Streaming Backpack hebt LiveU die Möglichkeiten der Liveunterhaltung auf eine neue Ebene. Seid ihr erstmal mit eurer Unit verbunden und habt die Streamingdestination eingestellt, könnt ihr mit dem LiveU Rucksack vermutlich auch im Regenwald noch ein gutes Bild produzieren. Genutzt haben wir den Rucksack für Casual Streaming aus den völlig überlasteten Messehallen sowie für die Aufzeichnung von POV-Bildern während einer Bühnenshow. In Puncto Verbindung kam es dabei zu absolut keinen Schwierigkeiten. Für die Zuschauer lief der Stream jederzeit flüssig. Lediglich der Kontrollmonitor auf dem Smartphone hing sich im überfüllten Messenetz regelmäßig auf.

vr

Rubriklistenbild: © Ingame

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