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Test: MSI Aegis

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Von: Marco Kruse

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Desktop-Gaming Rechner zeichnen sich oft durch zwei Sachen aus: Sie sind leistungsstark und meist ziemlich klobig. Dass aber auch in kleinen Gehäusen jede Menge Leistung stecken kann, will Hardware-Hersteller MSI jetzt mit dem Barebone-PC Aegis beweisen. Ob ihnen das gelungen ist, haben wir für euch herausgefunden.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Ein großer Desktop-Rechner stellt viele Zocker mit wenig Platz vor große Herausforderungen in den heimischen Wänden. Gerade die Platzwahl ist hier entscheidend, um entspannt zu zocken und gleichzeitig ein ansprechendes Wohngefühl zu haben. Zur Lösung dieses Konfliktes hat sich MSI mit dem Aegis mal wieder an eine platzsparende Barebone-Variante gewagt, die hohe Leistung und messerscharfes Design kombinieren soll.

Kleiner Kasten?

Mit dem ersten Blick auf den recht voluminösen Lieferkarton hatten wir jedoch an dem Platzspar-Versprechen so unsere Zweifel, welche sich aber schnell wieder in Luft auflösten. Wie von MSI gewohnt, ist die Verpackung recht fabenfroh gestaltet und weist neben den üblichen Spezifikations- und Produktbildern noch eine weitere Besonderheit auf. Auf ihr prangt nämlich weit und breit das Tom Clancy's The Division- Logo. Wieso, fragt ihr euch? Die ersten Käufer des Aegis bekommen die Vollversion des Taktik-Shooters kostenlos dazu. Insgesamt fällt der Inhalt des Kartons dann sehr übersichtlich aus.

MSI Aegis Lieferumfang

- MSI Aegis - Netzstecker - Treiber-CD - Bedienungsanteilung und Garantie

Die Qual der Wahl

Wie leistungsstark ihr den Aegis haben wollt, bleibt euch überlassen und so bietet MSI hier gleich mehrere Ausstattungsvarianten an. Aufstocken könnt ihr aber lediglich bei Prozessor, Grafikkarte, RAM und Festplattengröße.  Damit zeigt sich auch der erste Kompromiss, den MSI bei der Schmal-Bauweise eingegangen ist: Besonders in Sachen Grafikkarte müsst ihr hier Abstriche machen, denn Monsterkarten wie eine GTX Titan oder Doppellösungen fallen leider aus. Dass trotzdem ordentlich Leistung in dem kleinen 19,6 Liter Gehäuse seinen Platz findet, beweist die Ausstattung unseres Testmodells. 

Hardware:

Produktbezeichnung:Aegis-005DE
Prozessor:Intel® Core™i7-6700 Prozessor
Prozessor – Kerne:4
Prozessor – Grundtakt:3,4 GHz
Prozessor – Turbotakt:4,00 GHz
ChipsatzIntel®B150
Arbeitsspeicher16 GB – DDR4 -2133 MHz (2x8GB)
GrafikkarteNVIDIA® GeForce® GTX™970
Grafikkarte – Grafikspeicher4 GB GDDR5
Festplatte/SSD256 GB M.2 SATA SSD\n1 TB HDD SATA
Optisches LaufwerkDVD Super-Multi-Brenner

Sonstiges:

USB9x(1x USB3.1 Gen 1 Typ-C, 2x USB 2.0 / 4x USB 3.1 Gen 1,2x USB 2.0)
HDMI1
DisplayPort1
AudiochipRealtek ALC1150
Kopfhörer/ Mic1/1
Line-in / Line-out / Surround1 / 1 / 7.1 Kanal
SPDIF1x optisch
WLAN802.11ac/a/b/g/n (Intel Wireless-AC 3165)
LAN (RJ45)GBitLAN 10/100/1000 (Realtek 8111H) mit Gaming LAN
BluetoothVer.4.2
Sontiges1 Jahr Premium Lizenzfür XSplit Gamecaster 2.5
GarantieJahre Herstellergarantie mit Vor-Ort-Pick-up-&-Return-Service
Netzteil350 Watt 80 PLUS Bronze
Abmessungen:433x 376 x 170mm
Gewicht8,0 kg

Das Samuraischwert unter den Komplettsystemen

Das Design des MSI Aegis ist sehr futuristisch, „messerscharf“ und vor allem kompakt. Die schwarze Front bekommt durch die schlitzförmigen Einschnitte und das „Mystic Light“ einen bösartigen Touch. Das Licht ist individuell wählbar, sodass eure Rennmaschine in tausenden Farben erstrahlen kann. Das Gehäuse wirkt durch die Kanten sehr schnittig und ist leicht vom Standfuß abgetrennt, wodurch es etwas nach vorn geneigt steht. Überzeugen konnten uns vor allem die Abmaße von 433x 376 x 170mm, womit das Gehäusevolumen auf 19,6 Liter kommt.

Ganz oben in die Front integriert und auf den ersten Blick kaum sichtbar, befindet sich ein optisches Laufwerk. Darunter prangen das „Dragon Shield“-Logo von MSI und die roten „Augen“ des Monsters. An den Rändern befinden sich dann noch der POWER-Knopf sowie Kopfhörer-Eingänge, ein USB 3.1-Port und zwei USB 2.0-Ports. Alles ist dabei praktisch angebracht und lässt sich gut erreichen.

Alles dran

Am hinteren Ende finden wir vier weitere USB-Ports, einen HDMI-Eingang und einen 7.1 Audio-Anschluss. Passenderweise befindet sich am Heck der Maschine ein praktischer Tragegriff, der zur Kompaktheit des Systems beiträgt. Das Besondere am Design des MSI Aegis ist aber die Aufteilung der Hardware. Während sich im Gehäuse wie bei einem normalen Rechner alle wichtigen Teile befinden, hat man das Netzteil separat im Standfuß angebracht. Das hat weniger mit dem Design als mit der Zweckmäßigkeit zu tun, denn so wird eine Überhitzung des Systems verhindert und der Luftfluss verbessert. 

Schön durchdacht

Diese Maßnahme ist auch bitter nötig, da die Kühlung des Systems noch immer eine schwere Aufgabe ist, wie sich in unseren Tests zeigte. Gerade im Bereich der Grafikkarte fällt dies besonders auf und so wird diese merklich warm und lässt den Temperaturfühler schon mal über die 80 °C ansteigen. Über die Lautstärke kann man sich hingegen nicht beschweren: Die Lüfter sind kaum hörbar und auch sonst kommen keine Geräusche aus dem Gehäuse. Hätte man an diesem keine Beleuchtung, könnte man von außen nur schwer beurteilen, ob der PC ein- oder ausgeschaltet ist.

Sauberes Innenleben

Doch wie sieht es eigentlich innen aus? Glücklicherweise hat MSI beim Gehäuse des Aegis vorbildliche Arbeit geleistet, weshalb ihr mit einem Schraubenzieher und wenigen Handgriffen das komplette Innenleben freilegen könnt. Das freut nicht nur Bastler, sondern sorgt auch für eine gewisse Zukunftssicherheit. Der Blick lohnt sich aber auch für Nicht-Bastler, denn hier zeigt sich ein durchdachtes Design und eine saubere Verkabelung. Highlight ist in jedem Fall das Netzteil im Standfuss. Auch dieser lässt sich erfreulicherweise öffnen, um nach Belieben noch Änderungen vornehmen zu können. 

MSI Aegis in der Praxis

Hiermit wären wir dann auch schon bei den Praxistests angelangt, bei denen sich das kleine Kraftpaket von MSI durch seine praktikable Größe und seine Leistung bewährt hat. Dank des Tragegriffs lässt sich eure Zocker-Handtasche überall hin transportieren und findet auch am kleinsten Schreibtisch Platz. Wer es bevorzugt, kann den Aegis auch ohne Probleme auf seinen Schreibtisch stellen, wo das gute Stück ein echter Hingucker ist.

Trotz der geringen Größe hat der MSI Aegis ordentlich was unter der Haube und besticht durch viel Rechen- und Grafikleistung. Wer allerdings auf dem Laufenden bleiben will und zu gegebener Zeit sein System aufbessern möchte, der muss sich erst an die ungewöhnliche Aufteilung im Inneren gewöhnen und wie schon erwähnt damit rechnen, dass nicht jedes Teil ins Gehäuse passt. 

MSI schickt euch den Aegis komplett eingerichtet nach Hause. Quasi per Plug n‘ Play schließt ihr den Rechner an und könnt sofort loslegen, denn alle wichtigen Treiber und Programme befinden sich bereits auf den Festplatten. Hinzu kommen noch nützliche Audio-, Anti-Viren- und hauseigene Programme, welche bereits vorinstalliert sind.

Doch wie sieht es denn jetzt mit der Leistung aus? Um das herauszufinden, haben wir mal wieder einen anspruchsvollen Parcour für den Ageis zusammengestellt. Zu Beginn stand der Furmark 720p Test an, bei dem sich das kleine Monster wacker mit 6639 Punkten schlug.  Ähnlich gut sah es auch beim 1080p-Test mit soliden 4184 Punkten aus. Dies sind zwar keine Topwerte, wie beim GT80 Titan, aber immer noch gute Mittelwerte. Einzig die Temperaturwerte fallen mit 80 Grad recht hoch aus, wobei der Lüfter der verbauten MSI GTX 970 4GD5T OC dann langsam hörbar wurde.  Danach ging es weiter in den 3D Mark Testabschnitt mit den Firestrike Extreme, Firestrike Ultra und Firestrike Prüfungen. Besonders der Firestrike Ultra-Wert mit 9429 stach hier besonders hervor, welcher auch gleichzeitig perfekt das Leistungsspektrum angibt.

Zum Abschluss haben wir getestet, ob der Mini-PC für den neusten Gaming-Trend "Virtual Reality" ausgelegt ist - und zwar anhand des Steam-VR-Benchmark. Wie nicht anders zu erwarten, bereitet dem Aegis auch VR in hoher bis sehr hoher Qualität keine Probleme. 

Dies war dann auch gleichzeitig der Startschuss für unseren echten VR-Zocktest mit der HTC Vive. Gespielt wurden Space Pirate Trainer, The Lab sowie The Gallery und wie ihr euch bestimmt schon denken könnt, gab es hierbei keinerlei Probleme oder Framedrops, womit ihr mit dem Aegis VR voll und ganz genießen könnt.

Ähnlich gut sieht es auch bei normalen Spielen aus. Hierfür haben wir sowohl DOOM als auch Battleborn mit den höchsten Einstellungen auf 1920x1080-Auflösung unter die Lupe nehmen können.

Wie an den Werten gut zu sehen, gab es auch hier keine bösen Überraschungen, sondern nur butterweiche Ergebnisse. Damit stellt der Aegis deutlich unter Beweis, dass selbst kommende Generationen von Spielen locker gestemmt werden können. Ein kleines Aber gibt es dann doch, denn höhere Auflösungen, wie beispielsweise 4K, bringen das kleine Monster durchaus an seine Grenzen. 

Pros

Cons

Fazit

Der MSI Ageis bietet große Leistung im kleinsten Gehäuse. Überzeugen kann das kleine Kraftpaket vor allem in den Bereichen Design, Lautstärke und Verarbeitung, sodass die Mini-Version eines Desktop-PC’s seinen großen Brüdern in nichts nachsteht. Zwar kann die Leistung im High-End Bereich nicht dauerhaft mithalten, dafür könnt ihr aber mit ein wenig handwerklichem Geschick euer System auf dem Laufenden halten. Besonders interessant ist das Ganze für die unter euch, die wenig Platz zur Verfügung haben aber trotzdem keine Kompromisse in Sachen Leistung eingehen wollen, denn mit dem MSI Aegis bekommt ihr ein kräftiges System, welches alle Aufgaben ohne Probleme meistert.

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