Skandal im Gamingbezirk

Top Gaming-Skandale 2020: Cyberpunk 2077, PS5-Ausverkauf, Twitch-Bans und mehr

  • Adrienne Murawski
    vonAdrienne Murawski
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Wir haben für euch die Top Gaming-Skandale 2020 vom Cyberpunk 2077 Release-Drama über Twitch-Bans bis hin zum Ausverkauf der PS5 und Xbox Series X ist alles dabei.

  • Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und wir haben euch die größten Gaming-Skandale 2020 zusammengefasst.
  • So manches Spiel stellte sich als totaler Reinfall heraus, darunter Warcraft 3 Reforged.
  • Außerdem mussten sich einige Spieleentwickler, u. a. Naughty Dog und Ubisoft, harten Vorwürfen und Kritiken stellen.

Hamburg, Deutschland – Wow, was war 2020 bitte für ein Jahr? Eine Pandemie von noch nie dagewesenem Ausmaße hat uns heimgesucht und unsere Leben völlig auf den Kopf gestellt. Ausgangssperren, dauerhaftes Home Office und viele weitere Beschränkungen werden uns wohl auch in 2021 noch eine Weile begleiten. Auch im Gaming-Bereich gab es einige Skandale dieses Jahr, die wir für euch einmal zusammentragen wollen.

Gaming-Skandale 2020: Warcraft 3 Reforged ein totaler Reinfall

Gaming-Skandale 2020: Warcraft 3 Reforged ein totaler Reinfall

Beginnen wir im Januar 2020, denn dort wartet auch der erste Gaming-Skandal auf uns: Warcraft 3 Reforged. Das Spiel, welches auf der Blizzcon 2018 angekündigt wurde, wurde von Fans und Spielern heiß erwartet und sah bei der Ankündigung auch wirklich vielversprechend aus. Leider nur da, denn als Spieler Warcraft 3 Reforged öffneten, machte sich Enttäuschung breit. Der Shitstorm ließ nicht lange warten und Warcraft 3 Reforged wurde als Downgrade bezeichnet.

Reddit-User ließen ihrem Ärger freien Lauf und zogen WC3 durch den Dreck. Auch auf Metacritic sah es für die Entwickler von Warcraft 3 Reforged nicht besser aus, denn die Fans schlossen sich zusammen und gaben dem Spiel einen User-Score von 1.5. Grund dafür, waren die zahlreichen Bugs und Abstürze, langsame Framerates und Probleme beim Einloggen. Fans von Blizzard waren bitter enttäuscht, schließlich sind wir wesentlich besseres von Blizzard gewöhnt und der Release von Warcraft 3 Reforged wurde zuvor sogar verschoben, denn Entwickler Blizzard war zum eigentlichen Releasezeitpunkt noch nicht zufrieden mit dem Ergebnis.

Nach wenigen Tagen gab Blizzard dann den wütenden Fans und Kunden nach und Spieler konnten sich auch nach mehreren Stunden Gameplay ihr Geld zurückerstatten lassen. Dass Blizzard ein Spiel in diesem Zustand veröffentlichte, schockierte viele. Einige vermuteten sogar, dass Blizzard Warcraft 3 Reforged absichtlich so schlecht veröffentlicht hätte, um ordentlich Aufmerksamkeit zu bekommen und so besser die Werbetrommel für World of Warcraft Shadowlands rühren zu können, welches schließlich im November 2020 releast wurde.

Gaming-Skandale 2020: Crunch weiterhin ein stark verbreitetes Problem – Naughty Dog und CDPR im Fokus

Im Februar war dann bereits das Coronavirus am Horizont zu erahnen und Produktionen in China wurden gestoppt. Das hatte natürlich auch direkten Einfluss auf die Gaming-Branche, schließlich werden in China auch zahlreiche Konsolen und Spiele hergestellt. Zudem traten langsam die ersten Fälle auch in Europa auf, sodass bereits einen Monat später die halbe Welt mit Ausgangsbeschränkungen zu leben hatte. Das hieß für den Großteil der Bevölkerung Arbeiten aus dem Home Office, auch für Spieleentwickler. So verwundert es nicht, dass noch einige Spiele mehr verschoben werden mussten, schließlich musste man sich erstmal wieder eingrooven und technische Barrieren entfernen, um Spiele auch von Zuhause aus entwickeln zu können.

Gaming-Skandale 2020: Naughty Dog cruncht „freiwillig“

So musste Naughty Dog die Fortsetzung seines Survival-Krachers The Last Of Us 2 verschieben, zunächst von Ende Mai auf unbestimmte Zeit nach hinten, da die Folgen des Coronavirus noch nicht abzuschätzen waren. Doch das war nicht der einzige Skandal um den amerikanischen Spieleentwickler. Denn bereits im März 2020 veröffentlichte der Journalist Jason Schreier von Kotaku einen Artikel, der die unwürdigen Arbeitszeiten bei Naughty Dog aufdeckte. Denn die Mitarbeiter von Naughty Dog arbeiten (angeblich freiwillig) quasi rund um die Uhr – Tag und Nacht. Diese Arbeitsweise wird als Crunch bezeichnet und ist in der Gaming-Branche leider nicht unüblich, insbesondere kurz vor Release eines Spiels.

Bei Naughty Dog und The Last Of Us Part II kommt es jedoch, laut Jason Schreier, nicht nur vor dem Release zu Crunch, sondern die ganze Zeit. Denn laut einem Interview von 2016 mit Naughty Dog Präsident Evan Wells sagt dieser, dass niemand die Mitarbeiter bei Naughty Dog zwinge, so viele Überstunden anzusammeln. Stattdessen würde die Firma aktiv Workaholics einstellen, die freiwillig so viel und lange arbeiten würden, damit sie ihren „Stempel“ hinterlassen würden. Naughty Dog ist sich offenbar seiner teils illegalen und menschenunwürdigen Methoden bewusst, nicht umsonst wollten sie den ehemaligen Entwickler Jonathan Cooper dazu zwingen, nichts über die Arbeitspraktiken bei Naughty Dog zu verraten.

Juli 2020 erschien dann doch endlich der zweite Teil von The Last Of Us und löste bei Fans starke Gefühle aus. Entweder man liebte den neuen Teil oder man hasste ihn abgrundtief. So erhielt vor allem die Schauspielerin der neuen Figur Abby jede Menge Hass von Gamern, denn letztere können anscheinend nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden. Aufgrund von Taten ihrer fiktiven Figur erhielt die Schauspielerin zahlreiche Morddrohungen und Beleidigungen, die weit unter die Gürtellinie gehen.

Gaming-Skandale 2020: Nicht nur Naughty Dog hat Crunch-Probleme

Doch nicht nur amerikanische Spieleentwickler begünstigen Crunch nach wie vor, nein, auch ein polnisches Studio „musste auf Crunch zurückgreifen“, obwohl es zuvor gesagt hatte, Crunch vermeiden zu wollen. So musste CD Projekt RED, der Entwickler von The Witcher 3, nicht nur Cyberpunk 2077 mehrere Male verschieben, auch hier gab es Crunch-Vorwürfe. Ähnlich wie bei Naughty Dog hat auch bei CD Projekt RED der Journalist Jason Schreier die Arbeitsbedingungen aufgedeckt. So sollen die Mitarbeiter teilweise bis zu 100 Stunden pro Woche gearbeitet haben.

Das Problem an der ganzen Sache mit dem Crunch? CD Projekt RED hatte wiederholt betont, dass es den Release von Cyberpunk 2077 verschieben würde, um eben diese Crunchzeiten zu vermeiden. Dass CD Projekt RED ein gewaltiges Kommunikationsproblem, intern sowie extern, hat, durften wir dann auch im Verlauf von 2020 immer wieder feststellen, denn das war nicht der einzige Gaming-Skandal von CDPR.

Gaming-Skandale 2020: CD Projekt RED cruncht und verschiebt Release trotzdem

Gaming-Skandale 2020: Twitch im Ban-Fieber

Im Sommer wurden dann die meisten Regelungen gegen Corona gelockert, man durfte wieder in den Urlaub fahren, ins Büro zum Arbeiten und auch Freizeitaktivitäten wurden langsam wieder geöffnet. Parallel dazu wurden die Richtlinien für Streamer auf Twitch strenger und es folgte eine ganze Ban-Welle. Denn aufgrund der DMCA musste Twitch härter bei Copyright-Verstößen eingreifen. Die Folge? Zahlreiche Streamer:innen haben Strikes kassiert, weil sie in ihren Streams urheberrechtlich geschützte Musik gespielt hatten.

An sich kein Problem, schließlich gibt es die Urheber-Regelungen schon länger und Streamer:innen hätten sich ja im Vorfeld besser informieren können, oder? Ganz so einfach ist es nicht, denn Twitch selbst hatte solche Musik nie verboten oder gar eine Lizenz (wie beispielsweise Facebook Gaming dies hat) erworben, um seine Streamer:innen zu schützen. Weiteres Problem: Die Streamer:innen wurden teilweise für Videos und Clips abgemahnt und gebannt, die bereits von Twitch gelöscht waren. Und auch Musik aus Spielen wurde abgemahnt, sodass Streaming für den einen oder die andere wohl nur noch wenig Sinn ergeben hat.

Gaming-Skandale 2020: Twitch im Ban-Fieber

So hat Twitch-Streamer MontanaBlack den schweren Entschluss gezogen, alle seine Videos und Clips, und damit auch seine gesamte Streaming-Geschichte, für immer gelöscht. Auch andere Gaming-Größen wie Gronkh verzichten nun auf urheberrechtlich geschützte Musik und laden die Videos der Streams auf YouTube hoch, damit Fans diese auch später nochmal ansehen können.

Doch Twitch hat nicht nur aufgrund der DMCA zahlreiche Streamer gebanned. So wurde die Streaming-Größe Dr Disrespect im Juli permanent auf Twitch gebannt, der Grund ist nach wie vor unbekannt. Stattdessen streamt der Call of Duty Profi mit dem Vokuhila nun auf YouTube und konnte fast seine gesamte Fanbase dahin mitnehmen. Auch unsere deutschen Streaming-Legenden MontanaBlack und Knossi wurden dieses Jahr von Twitch gebannt und haben uns einige Gaming-Skandale beschert. So wurde MontanaBlack ganze 33 Tage am Stück auf Twitch gebannt, weil er fremde Frauen ohne Erlaubnis filmte, anstößige Kommentare dazu abgab und das alles natürlich live auf Twitch übertrug. Der Ban von MontanaBlack auf Twitch ist an sich nichts Neues, schließlich polarisiert der Streamer häufig und gerne und musste deswegen schon öfter mal einige Tage auf das Streamen verzichten.

Anders jedoch bei seinem Streaming-Kollegen und Kumpel Knossi. Jens Knossalla aka. „Knossi“ hält sich in seinen Streams mit Emotionen zwar nicht unbedingt zurück, doch hat bisher nur selten einen Ban auf Twitch kassiert, obwohl er fragwürdige Casino-Spiele streamt, für welche er schon des Öfteren kritisiert wurde. Der Twitch-Streamer hatte dieses Jahr jede Menge Erfolg mit Camps zu unterschiedlichen Themen, die er natürlich live auf Twitch übertrug und zahlreiche prominente Freunde dazu einlud. So angelte er mit Rapper Sido, Manny Marc und unsympathisch TV im Angelcamp, gruselte sich im Horrorcamp und veranstaltete kürzlich auch ein Weihnachtscamp. Letzteres war wohl ausschlaggebend für den Twitch-Ban von Knossi.

Denn während des Weihnachtscamps übergibt sich Rapper Sido live vor den Zuschauern auf der Bühne und könnte damit den Bann ausgelöst haben. Leider gab es weder von Twitch noch von Knossi selbst ein offizielles Statement zum Grund, mittlerweile ist König Knossi aber auch wieder entbannt worden und darf wieder auf Twitch streamen.

Gaming-Skandale 2020: MontanaBlack wurde für 33 Tage auf Twitch gebannt

Gaming-Skandale 2020: Ubisoft greift dieses Jahr richtig ins Klo

Es hätte so ein schönes Jahr für Ubisoft werden können. Der breit aufgestellte Spieleentwickler hat dieses Jahr viele Spiele rausgebracht, darunter auch Watch Dogs: Legion, Immortals Fenys Rising und natürlich Assassin‘s Creed Valhalla. Doch die Releases wurden bereits im Sommer von schweren Vorwürfen insbesondere gegen Manager, Human Resources und die Geschäftsebene überschattet. Denn im Sommer traute sich eine Person, gefolgt von immer mehr Mitarbeiter:innen, die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz bei Ubisoft anzuprangern. Anscheinend waren diese Vorwürfe gegen so manche Führungskraft auch nichts Neues, doch HR und die Geschäftsebene hatten sich bisher immer dazu entschieden, lieber wegzusehen.

Dank einer tiefgründigen Reportage von Kotaku konnte Ubisoft seine internen Probleme jedoch nicht länger verheimlichen und begann das Verhalten der fraglichen Führungskräfte zu untersuchen und siehe da, nach und nach wurden Manager gehen gelassen. Zum Großteil äußerte sich weder Yves Guillemont, CEO von Ubisoft, noch Pressesprecher:innen von Ubisoft zu den Gründen, weshalb die Manager das Unternehmen verlassen haben. Ob das wirklich helfen wird, bleibt offen, denn viele Mitarbeiter:innen sagen, dass Ubisoft diese toxischen Verhaltensweisen bereits internalisiert hätte. So wurden neue Mitarbeiter:innen regelmäßig vor speziellen Führungskräften gewarnt und wie sie sich mit diesen zu Verhalten hätten, also bspw. nicht allein mit dem Manager zu sein und nicht auf dessen Essenseinladungen zu reagieren.

Gaming-Skandale 2020: Ubisoft greift dieses Jahr richtig ins Klo

Einigen Mitarbeiter:innen, die das Fehlverhalten und die sexuelle Belästigung der Führungskräfte an HR meldeten, wurde geraten, das Fehlverhalten mit besagter Führungskraft „auszudiskutieren“. Als besagter Manager das Unternehmen Ubisoft dann verließ, erhielt die Mitarbeiterin einen $200 Visa-Gutschein „für ihre Umstände“. Dies war leider kein Einzelfall, wie die Reportage ausführlich darstellt, sodass Guillemont schlussendlich sogar seiner rechten Hand, Serge Hascoët, Lebewohl sagen musste, da auch gegen ihn schwere Vorwürfe vorlagen. So hat eine anonyme Umfrage bei allen Ubisoft-Standorten ergeben, dass ein Viertel aller Befragten Fehlverhalten bei Ubisoft selbst erfahren oder mitbekommen haben. Das war der wohl bisher schlimmste Skandal für Ubisoft.

Doch damit nicht genug, denn auch nach Außen hat Ubisoft sein Fehlverhalten beim Trailer für Watch Dogs: Legion präsentiert. Der Trailer kam zwar sehr gut bei den Fans an, allerdings wurde darin ein berühmtes Gedicht über den Holocaust in veränderter Weise zitiert. Es ergibt Sinn, dass sich Ubisoft für dieses Zitat entschieden hat, schließlich herrschen im Spiel ähnliche Zustände wie damals. So gibt es wohl ein militantes und totalitäres Regime, welches jede Opposition verfolgt. Der Erzähler sagt im Trailer folgendes:

„Zuerst verfolgten sie die Ausländer und ich hielt meinen Mund, weil ich kein Ausländer bin. Dann verfolgten sie die Demonstranten und ich hielt meinen Mund, weil ich kein Demonstrant bin. Dann verfolgten Sie die Journalisten und ich hielt meinen Mund, weil ich kein Journalist bin. Und dann verfolgten sie die Straßenkünstler, doch ich hielt meinen Mund, weil ich kein Straßenkünstler bin. Aber dann wurde mir klar, dass sie irgendwann mich verfolgen würden und dann niemand mehr da wäre, der für mich den Mund aufmachen würde.“ 

Watch Dogs: Legion

Die Frage ist jedoch, ob man ein solches Zitat verändern und missbrauchen darf, um wirtschaftliche Gewinne (ein Trailer zielt schließlich auf nichts anderes ab) zu erzielen. Kritiker und Gaming-Größen sahen die Verwendung des Zitats von Martin Niemöller als groben Fehltritt seitens Ubisoft an, während Fans Zitat und Trailer feierten.

Gaming-Skandale 2020: Halo Infinite kommt doch erst 2021

Aufgrund von Corona kam die halbe Weltwirtschaft, zumindest für einige Wochen, teilweise zum Erliegen und brachte so einige Branchen ins Straucheln. Leider war natürlich auch die Gaming-Branche betroffen und Corona hatte direkte Auswirkungen auf den Release von Spielen und Konsolen. Besonders hart ist das natürlich für Fans von Halo Infinite gewesen. Ursprünglich als Releasetitel für die neue Xbox Series X und S gedacht, wurde bereits im August das Releasedatum von Halo Infinite auf 2021 verschoben. Fans waren, gelinde gesagt, enttäuscht. Schließlich warten sie bereits seit 2015 auf einen neuen Halo-Teil. Außerdem präsentierte Microsoft einen Trailer von Halo Infinite, der Fans große Sorgen bereitete.

Gaming-Skandale 2020: Halo Infinite kommt doch erst 2021

Denn im Trailer kann man grobe technische Fehler erkennen, die Grafik ist gut, aber nicht umwerfend und Fans sind in tiefer Sorge, um den Zustand des Spiels. Wenn Microsoft und 343 Industries auf einer Präsentation einen Trailer mit solchen technischen Fehlern zeigen, wie wird dann erst das fertige Halo Infinite aussehen? Es wäre ein Skandal, Halo Infinitive in diesem Zustand zu veröffentlichen, schließlich wurde das Spiel immer wieder als neues Grafikwunder beworben. Zuletzt hat Microsoft den Release noch weiter, vermutlich auf Herbst 2021, verschoben, sodass man auch definitiv nicht mehr von einem Launchtitel sprechen kann. Es bleibt abzuwarten, ob Halo Infinite wirklich im Herbst nächsten Jahres dann erscheinen wird oder ob Microsoft und 343 Industries doch noch weitaus mehr Zeit benötigen werden.

Gaming-Skandale 2020: Konsolenhersteller können Nachfrage nach Next-Gen nicht annähernd abdecken

Langsam aber sicher nähern wir uns dem Ende von 2020, dem vermutlich längsten Jahr überhaupt. Doch in den kälteren Monaten sind die Skandale auf keinen Fall abgerissen. Stattdessen schienen sich die News täglich zu überschlagen, insbesondere in Hinblick auf den Release der PS5 und Xbox Series X. Zunächst wurden lange Zeit keine genauen Releasedaten für die Next-Gen-Konsolen angekündigt, sondern lediglich ausgesagt, dass die Konsolen bald kommen werden. Fans gerieten daher schon früh in Sorge, dass die Konsolen vielleicht doch erst 2021 auf den Markt stürmen könnten.

Letzten Endes sollte sich diese Angst zum Teil bewahren, obwohl sowohl die Xbox Series X als auch die PlayStation 5 auf den Markt kamen. Es gab beim Release jedoch mehrere größere Probleme. Problem Nummer Eins war, dass es schlichtweg nicht genügend Konsolen für alle willigen Käufer:innen gab. Das wurde schon früh klar, als innerhalb weniger Minuten bereits alle Konsolen „ausverkauft“ waren – und das in der Vorbestellung. Denn die Händler hatten jeweils nur ein sehr begrenztes Kontingent an Vorbestellungen frei und daher gingen bereits hier viele Fans leer aus. Zudem haben zahlreiche Scalper mithilfe von Bots Vorbestellungen „geklaut“, obwohl pro Person bzw. Adresse nur eine Konsole erlaubt war.

Gaming-Skandale 2020: Konsolenhersteller können Nachfrage nach Next-Gen nicht annähernd abdecken

Außerdem wurden von einigen Fans die Vorbestellungen im Nachhinein storniert, weil die Händler dann doch nicht so viel Kontingent erhielten, wie ursprünglich angenommen. Kein Wunder also, dass es an den Releasetagen von Xbox Series X und PS5 heiß herging. Aufgrund der Coronakrise wurden die PlayStation 5 und die Xbox Series X und S vorwiegend online verkauft, die PS5 sogar ausschließlich online. Daher hatten Scalper mit ihren Bots leichtes Spiel, während Fans auch zum Release leer ausgingen. Denn die Seiten der Onlinehändler waren vollkommen überlastet und man musste sehr viel Glück und Geduld haben, wenn man eine PlayStation 5 abstauben wollte.

Fans der Xbox Series X und der PlayStation 5 müssen nun noch viel Geduld beweisen, denn beide Konsolen sind nach wie vor restlos ausverkauft. Während von der PS5 in einigen Läden ab und zu noch wenige Kontingente auftauchen, ist bei Microsofts Xbox Series X bereits klar, dass kein Nachschub mehr vor 2021 kommen wird. Auch Sony wird größere Kontingente erst ab 2021 wieder nachliefern, da einige Käufer:innen sogar nach wie vor auf ihre bestellte Konsole vom 19. November warten. Ein gefundenes Fressen für all die Scalper, welche die Konsolen auf Portalen wie eBay nun zu absoluten Wucherpreisen anbieten. So sind 1.000 Euro für die PS5 Disc Edition keine Seltenheit.

Manche Fans möchten so dringend eine Konsole erwerben, dass sie wohl blind vor Liebe einfach auf alles bieten, was PS5 Konsole im Titel hat. So bot ein Fan auf einen leeren PS5 Karton über 50.000 Euro, obwohl im Titel und in der Beschreibung stand, dass es sich lediglich um den Karton ohne PlayStation handelt. Solltet ihr wirklich auf die Reseller zurückgreifen wollen, um noch vor dem neuen Jahr eine Next-Gen Konsole euer Eigen nennen zu können, solltet ihr auf jeden Fall ganz genau Beschreibung und Titel der Auktion lesen und am besten auch Screenshots vor dem Bieten machen.

Gaming-Skandale 2020: Cyberpunk 2077 stieg hoch empor und fiel nach Release umso tiefer

Kommen wir zu dem Gaming-Skandal im Dezember. Denn auch das Jahr 2020 endet natürlich mit einem Knaller und dieser ist kein anderer als das bereits oben angesprochene Cyberpunk 2077 von CD Projekt RED. Dabei stand CD Projekt RED dieses Jahr bereits wegen Crunch in der Kritik – obwohl sie mit den Verschiebungen des Releases genau das verhindern wollten. Hauptproblem bei CD Projekt RED war und ist vor allem die Kommunikation, die eindeutig nicht ausreichend stattfindet. Wie sonst kann es sein, dass das Twitter-Team von CDPR sagt, dass der Release vom 19. November auf keinen Fall mehr verschoben wird und am nächsten Tag wird bekannt gegeben, dass Cyberpunk 2077 doch erst am 10. Dezember veröffentlicht wird?

Gaming-Skandale 2020: Cyberpunk 2077 stieg hoch empor und fiel nach Release umso tiefer

Nicht nur mit Aktionen wie diesen hat sich das Marketing-Team und die Chefetage von CD Projekt RED ins eigene Fleisch geschnitten, auch mit der Präsentation verschiedener Gameplay-Trailer und der Aussage, dass Cyberpunk 2077 vorwiegend für die PlayStation 4, Xbox One und PC entwickelt wird und die Next-Gen Konsolen im Laufe von 2021 dann ein Update erhalten. Stattdessen scheint sich CD Projekt RED die ganzen acht Jahre der Entwicklung auf das Gameplay auf dem PC fokussiert zu haben, denn leider läuft das Spiel auf den mittlerweile Last-Gen Konsolen so gut wie gar nicht.

Ein Skandal, schließlich hatte CD Projekt RED Cyberpunk 2077 auch ordentlich für Konsolenbesitzer gehyped. Dass das Spiel auf den angedachten Hauptkonsolen PS4 und Xbox One nur unter etlichen Fehlern, Abstürzen und anderen Wehwehchen läuft, ließ Fans geschockt und, gelinde gesagt, wütend zurück. Das musste auch CDPR schnell feststellen, denn die Aktie von CD Projekt RED sank in Rekordzeit um fast die Hälfte ihres Wertes.

Sony nahm sogar das Spiel aus dem PlayStation Store und zahlreiche Spieler forderten Rückzahlungen für ihre digitalen und physischen Kopien an. CD Projekt RED hat sich bereits entschuldigt und mehrere Updates angekündigt, die das Spiel auf den Konsolen genauso gut wie auf dem PC machen sollen. Der Grundstimmung hat das bisher jedoch nicht geholfen, denn auch so hat das Spiel noch zahlreiche Bugs, die es zu beheben gilt.

CDPR Might Be Getting Sued For Misleading In Order To Obain Financial Benefit (4chan) from r/GamingLeaksAndRumours

Das waren für uns die größten Gaming-Skandale im ereignisreichen 2020. Haben wir etwas vergessen? Sagt uns gerne, welche Skandale für euch dieses Jahr am heftigsten waren. Wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest, bleibt gesund und startet gut ins Jahr 2021!

Rubriklistenbild: © pixabay (Montage)

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