War das eine gute Entscheidung?

Activision Blizzard: Folter-Skandal um neue Chief Compliance Officer

  • Adrienne Murawski
    vonAdrienne Murawski
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Frances Townsend ist die neue Chief Compliance Officer von Activision Blizzard, obwohl sie in den USA vor allem für ihren Folter-Skandal bekannt ist.

Santa Monica, KalifornienActivision Blizzard stockt seine Riege an Mitarbeitenden auf. Nun haben sie auch den Posten des Chief Compliance Officers neu besetzt. Doch die Dame, die diesen hohen Posten in Zukunft bekleiden soll, stand bereits stark in der Kritik. Denn die Terrorismus-Expertin hat grausame Folter-Methoden der CIA in den USA verteidigt.

HauptsitzSanta Monica, Kalifornien, USA
Gründung2008
CEOBobby Kotick
BrancheVideospiele
Websitewww.activisionblizzard.com

Activision Blizzard: Neue Chief Compliance Officer arbeitete bereits unter Präsident George W. Bush

Activision Blizzard hat zuletzt mit verschiedensten Dingen für Schlagzeilen gesorgt. So wurde zuletzt The Burning Crusade für World of Warcraft Classic bestätigt und Activision hat ein Patent für KI-Coaching angemeldet. Damit könnten bald auch „normale“ Spieler zu absoluten E-Sport-Profis werden. Während diese Schlagzeilen so manchen Fan erfreuen, gerät Activision Blizzard nun ins Kreuzfeuer. Denn die Position des Chief Compliance Officers wurde im Unternehmen neu vergeben und ging ausgerechnet an eine Dame, die wegen eines Folter-Skandals bereits im Rampenlicht stand.

Activision Blizzard gab am 2. März 2021 bekannt, dass ab sofort Frances F. Townsend als Chief Compliance Officer beim Spielegiganten angestellt sei. In Deutschland sagt einem die Dame wahrscheinlich nichts, in den USA hingegen ist sie sehr bekannt. Denn sie arbeitete bereits für den ehemaligen Präsidenten George W. Bush als Homeland Security Beraterin und Terrorismus-Expertin. In dieser Zeit sorgte sie für mächtige negative Schlagzeilen, denn Townsend war wohl eine der Personen, die das nationale „Terrorgefahrlevel“ anhob, um die Wiederwahl von Bush 2004 zu unterstützen. Zudem nahm sie grausame Foltermethoden der CIA an vermeintlichen Terroristen in Schutz. Townsend hat wohl nie selbst gefoltert, die Nutzung diverser Methoden aber befürwortet, um dadurch an Informationen zu gelangen.

Activision Blizzard: Frances Townsend befürwortete Folter-Methoden der CIA

So sagt Townsend in einem Interview mit CNN: „Unabhängig davon, was Sie davon halten, ob Waterboarding [Foltermethode, bei der das Ertrinken der gefolterten Person simuliert wird, Anm. d. Red.] Folter ist oder nicht, gab es rechtliche Dokumente, die von Beamten des Career Intelligence erstellt und als Grundlage herangezogen wurden, die das Programm dann umsetzten.“ Doch Townsend stellte nicht nur infrage, ob Waterboarding als Folter bezeichnet werden kann, sondern verteidigte auch andere Foltermethoden der CIA, bei denen Gefangenen Schlaf entzogen wurde, sie gegen Wände gerammt oder Insekten in der Zelle ausgesetzt wurden. Townsend war, nach eigenen Aussagen, wohl nicht in den juristischen und politischen Diskurs der Foltermethoden bei der CIA eingebunden, doch sie wird sich in Zukunft um juristische Belange und Diskussionen bei Activision Blizzard kümmern müssen.

Activision Blizzard: Terrorismus-Expertin wird neue Chief Compliance Officer – Trotz Folter-Skandal

Townsends Hauptaugenmerk wird bei Activision Blizzard in Zukunft wohl auf dem Datenschutz der Spieler und der Überwachung der sich entwickelnden Vorschriften in Bezug auf Lootboxen liegen. Zudem ist sie als Chief Compliance Officer natürlich dafür zuständig, dass sich Activision Blizzard in den verschiedenen Ländern, in denen die Firma tätig ist, rechtmäßig verhält und die verschiedenen Gesetze auch bezüglich Arbeitsschutz und diversen Einstellungsverfahren einhält. So wurde Activision Blizzard kürzlich vom AFL-CIO, dem größten Gewerkschaftsverband der USA, dazu aufgefordert die sogenannte Rooney Rule im Unternehmen zu implementieren. Diese soll die Befragung diverser Kandidat:innen für freie Stellen fördern. Activision Blizzard lehnte die Umsetzung dieser Regel ab, da diese „einen nicht praktikablen Eingriff in die Fähigkeit des Unternehmens, sein Geschäft zu führen und in einem hart umkämpften, schnelllebigen Markt um Talente zu konkurrieren“ darstelle. Bleibt abzuwarten, ob Townsend nun eine Lösung für Probleme wie dieses finden wird.

Rubriklistenbild: © dpa/Michael Nelson/Michael Reynolds

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