Schneller als Speedy Gonzalez

Apple versaut Weihnachtsfest: 6-Jähriger muss für Mikrotransaktionen zahlen

  • Adrienne Murawski
    vonAdrienne Murawski
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Ein 6-jähriger Junge hat das Vermögen seiner Mutter mit einem Handy-Spiel verpulvert. Nun stellt sich der Apple-Support quer und könnte der Familie damit Weihnachten versauen.

  • Zahlreiche Spiele nutzen Mikrotransaktionen, um Spielern ein individuelles Erlebnis zu bieten.
  • Für mehr oder weniger kleine Beträge können Spieler im Spiel Items, Skins oder andere Dinge kaufen, um sich einen Vorteil zu verschaffen oder ihr Aussehen individuell anzupassen.
  • Ein kleiner Junge aus den USA zeigt nun erneut die Gefahren der Mikrotransaktionen auf.

Wilton, Connecticut – Ob dieser kleine Junge aus den USA noch Weihnachtsgeschenke bekommt, ist fraglich. Denn während seine Mutter fleißig im Homeoffice arbeitete, spielte der Kleine sein Lieblingsspiel Sonic Forces auf deren iPad. Nichtsahnend sah die Mutter irgendwann auf ihr Bankkonto und stellte fest, dass zahlreiche Beträge im dreistelligen Bereich abgebucht worden waren. Waren Betrüger am Werk?

NameApple Inc.
CEOTim Cook
Gründung1. April 1976
HauptsitzCupertino, Kalifornien, USA
GründerSteve Wozniak, Steve Jobs, Ron Wayne

Mikrotransaktionen: Gefährliches Spiel, insbesondere für Kinder

Im Fall von Jessica Johnson waren leider keine Betrüger am Werk, auch wenn es zunächst danach aussah. Stattdessen hat sich ihr sechsjähriger Sohn George auf eine kleine Shoppingtour begeben und sich durch Mikrotransaktionen Items in Sonic Forces gekauft. In diesem Spiel kann man sich sogenannte Red Rings ab $1,99 kaufen, es gibt aber auch die Möglichkeit 17.500 Red Rings für knapp hundert Dollar zu erwerben. Ob man in diesem Fall wirklich noch von Mikrotransaktionen sprechen kann, ist natürlich fraglich, schließlich sind Mikrotransaktionen eigentlich ein Zahlungsverfahren mit geringen Summen.

Natürlich wurden diese Mikrotransaktionen vom hinterlegten Konto der Mutter abgebucht, jedoch anscheinend in so wirren Beträgen, dass sie keine Rückschlüsse auf die Herkunft ziehen konnte. Nach eigenen Angaben erhielt Mutter Jessica am 9. Juli 2020 insgesamt 25 Abbuchungen für insgesamt mehr als 2.500 Dollar. Jedoch waren diese Abbuchungen unterteilt, mal $601 hier, dann wieder $562 hier, und hatten keinen Verwendungszweck. So konnte die Mutter die Abbuchungen natürlich nicht zuordnen. Bald waren insgesamt weit über 16.000 Dollar erreicht und sie meldete noch im Juli den vermuteten Betrug bei ihrer Bank an.

Mikrotransaktionen: 6-Jähriger verprasst Familienvermögen – Mutter zieht drastischen Vergleich

Mikrotransaktionen: Sicherheitseinstellungen helfen unerwünschte Käufe zu vermeiden

Leider meldete sich Jessica‘s Bank erst im Oktober zurück, um ihr mitzuteilen, dass die Abbuchungen legitim waren und sie Apple kontaktieren müsse. Gesagt, getan – doch dort stieß sie schnell auf taube Ohren. Da Mutter Jessica sich nicht innerhalb von 60 Tagen gemeldet hätte, könne man bei Apple nichts für sie tun. Dass Jessica sich nicht innerhalb der Frist gemeldet hatte, da ihre Bank meinte, bei den Abbuchungen würde es sich sehr wahrscheinlich um Betrug handeln, war dem Kundenservice von Apple angeblich egal. Denn laut diesem hätte Jessica mit den nötigen Einstellungen ihr iPad vor Käufen durch ihr Kind schützen müssen.

Denn sowohl auf Apple als auch auf Android Geräten kann man festlegen, dass bei jedem Kauf das Passwort abgefragt werden soll, um den Kauf abschließen zu können. Hätte Jessica dies getan, wäre sie wohl nicht $16.000 ärmer. Auch wenn die Mutter zugibt, diese Sicherheitseinstellungen nicht vorgenommen zu haben, da sie angeblich nicht wusste, dass es sie gibt, sieht sie die Schuld bei Apple und den Spieleherstellern: „Diese Spiele sind so konzipiert, dass sie räuberisch sind und Kinder dazu bringen, Dinge zu kaufen. Welcher Erwachsene würde 100 Dollar für eine Truhe virtueller Goldmünzen ausgeben? [...] Mein Sohn hat nicht verstanden, dass das Geld echt ist. Wie könnte er? Er spielt ein Cartoon-Spiel in einer Welt, von der er weiß, dass sie nicht real ist. Warum sollte das Geld für ihn echt sein? Das würde einen großen kognitiven Sprung erfordern. “

Durch die Coronapandemie hat Mutter Jessica in den letzten Monaten kaum Gehalt erhalten und muss nun zusehen, wie sie ihre Schulden abbezahlen kann und Geschenke für Weihnachten besorgt. Im schlimmsten Fall muss ihr kleiner Sohn George ihr das Geld zurückbezahlen, sobald er seinen ersten Job hat. Deshalb rät sie nun allen Eltern, die Sicherheitseinstellungen nochmals zu überprüfen, damit so etwas kein zweites Mal passiert.

Zuletzt kündigte auch der Take-Two CEO an, dass GTA 6 Mikrotransaktionen anbieten könnte. Außerdem zerstörte eine amerikanische Mutter die Spielesammlung ihres Sohnes.

Rubriklistenbild: © Paramount Pictures / SEGA / Pixabay (Montage)

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