Doch kein König-Arthur-Game

Avalon: King Arthur-Projekt eingestampft – Dieses Ubisoft-Geheimnis steckt dahinter

  • vonJanina Baldermann
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  • Ubisoft gehört zu den erfolgreichsten Spielunternehmen der Welt.
  • Der Ex-Creative Chief brach ein Fantasy-Projekt ab, weil er das Setting nicht mochte.
  • Die Skandale häuften sich, doch Ubisoft-Fans erwartet wohl nun eine Reform.

Montreal, KanadaUbisoft wurde 1986 von den fünf Guillemot-Brüdern in Frankreich gegründet und wuchs seitdem stetig. Heute sitzt Yves Guillemot an der Spitze des Unternehmens und ist in die ganze Welt expandiert, so auch nach Kanada. Dort ereigneten sich in der Vergangenheit einige kleinere und größere Skandale, wie auch nun wieder. Der Ex-Creative Chief Serge Hascoët verwarf ein gigantisches Fantasy-Projekt mit dem Decknamen „Avalon“, weil ihm das Setting nicht gefiel und es nicht „besser als Tolkien“ war. Nun könnte die Ubisoft-Fans aber eine große Veränderung erwarten.

Name des UnternehmensUbisoft
Gründung1986
HauptsitzMontreuil, Frankreich
CEOYves Guillemot
Mitarbeiterzahl15.985
Umsatz1, 846 Milliarden (2018/2019)

Ubisoft: Ex-Creative Chief mag Setting nicht und bricht großes Fantasy-Projekt ab

Einen Vorgesetzten zu haben ist zwar normal, doch nicht immer leicht. Denn was die Mitarbeiter von Ubisoft in Montreal die letzten Jahre erlebt haben, grenzt an schon an einen Skandal. Der ehemalige Creative Chief Serge Hascoët machte im Herbst des letzten Jahres einen einschneidenden Schritt, der die Zukunft des ganzen Unternehmens beeinflusst haben könnte. Ebenso stand Naughty Dog wegen einem Mitabreiter-Skandal in der Kritik, doch dieser Ubisoft-Vorfall erreicht ein ganz neues Level.

Ende 2018 stellte Ubisoft den begnadeten Spieldesigner Mike Laidlaw ein, der unter anderem für seine Arbeit an der Dragon Age-Serie bekannt ist. Es war ein gigantisches Fantasy-Projekt geplant, wie ehemalige und aktuelle Mitarbeiter von Ubisoft erzählen, das die Welt von König Arthur mit einem fantasievollen Zauberei-Thema verknüpfen und die Fans in eine magische Welt voller Sagen und Legenden einladen sollte. Über ein Jahr lang arbeitete das Team inklusive Mike Laidlaw an der Konzeption und Verwirklichung des Fantasy-Projektes mit dem Decknamen Avalon“, doch der Ex-Creative Chief Serge Hascoët machte die Arbeit im Herbst 2019 zunichte, da die bisherigen Ergebnisse wohl nicht „besser als Tolkien“ gewesen wären.

Ubisoft: Fantasy-Mammutprojekt eingestampft, weil es nicht „besser als Tolkien“ war

Wie ehemalige, als auch aktuelle Ubisoft-Mitarbeiter berichten, setzte der Ex-Creative Chief Serge Hascoët die Erwartungen an das neue Fantasy-Projekt sehr hoch. Es hätte "besser als Tolkien" werden müssen. Er soll das gigantische Fantasy-Projekt, in das bereits ein hohes Budget floss, abgebrochen haben, weil ihm das Setting nicht gefiel. Daraufhin verließ der Spieldesigner Mike Laidlaw Ubisoft Montreal nach nur einem Jahr.

Ubisoft: Keine großartigen Spiele, weil Serge Hascoët zu mächtig war?

Wie Fans wissen, stand Ubisoft in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik, die Spiele wären zu einseitig und sich untereinander zu ähnlich. Wie der Bloomberg-Journalist und Gaming-Insider Jason Schreier auf Twitter berichtet, lag das wohl daran, dass in den letzten Jahren für all die großen Spieltitel, wie Far Cry oder Assassin‘s Creed, eine einzelne Person verantwortlich war: Serge Hascoët. Er als Einzelperson hat angeblich solch eine große Macht besessen, die ihn dazu befähigte, viele große Entscheidungen alleine zu treffen. Derzeit ist Assassin‘s Creed Valhalla in Entwicklung, das für Xbox Series X von Microsoft und PS5 von Sony veröffentlicht werden soll. Ubisoft verkündete nun außerdem das Releasedatum für Assassin‘s Creed Valhalla, doch eine Katze stiehlt die Show.

Diese führten jedoch nicht immer zum Erfolg. Wie der Analyst Doug Creutz meint, hätte Ubisoft viele tolle Spiele für die Fans entwickelt, doch bisher keine „großartigen“, die als Wiedererkennungstitel für das französische Unternehmen stehen würden. Als Beispiel kann das Grand Theft Auto-Franchise von Rockstar Games herangezogen werden, das die Branche maßgeblich prägte. Aktuelle und ehemalige Ubisoft-Entwickler berichten, Serge Hascoët habe einige Ideen mit großem Potenzial abgelehnt und hochkarätige Mitarbeiter in ihrer Kreativität eingeschränkt, was das Potenzial des Unternehmens in gewissem Maße eingrenzte.

Ubisoft: Ex-Creative Chief als möglicher Ursprung weiterer Skandale

Doch damit nicht genug. In den vergangenen Jahren, so wird es dem ehemaligen Creative Chief Serge Hascoët vorgeworfen, habe er eine Kultur im Unternehmen in Montreal gefördert, die Ungleichheiten zwischen Mann und Frau unterstützte. So soll er angeblich nicht nur Mitarbeiterinnen belästigt haben, sondern auch die Missionen der weiblichen Protagonisten in Assassin's Creed-Titeln auf das Minimum reduziert haben. Dies kann heute wahrscheinlich nicht mehr bewiesen werden, doch es gibt einige Ubisoft-Mitarbeiter, die von solchen Vorfällen berichten, wie Jason Schreier in seinem Artikel schreibt. Vielleicht ist es auch einigen Fans in den bisherigen Spielen aufgefallen.

Obwohl diese vermeintlichen Skandale, wie auch die Absage des Fantasy-Projektes, schwerwiegende Folgen für Ubisoft haben könnten, sehen einige Fans auf Reddit den Vorfall rund um den Ex-Creative Chief Serge Hascoët aus einer neutralen Perspektive. So wäre es gang und gäbe, dass in der Videospielindustrie Spiele wieder verworfen werden. Als Person mit einer solchen großen Verantwortung müsse man eben abwägen, was welche Priorität hat und was nur Geld und Zeit frisst. Was aus dem Fantasy-ProjektAvalon“ geworden wäre, bleibt den Fans nun aber wohl im Verborgenen.

Ubisoft: Nach Abbruch des Fantasy-Projekts — Steht nun eine Reform an?

Nach den Anschuldigungen, Serge Hascoët hätte etwas mit den geschlechtlichen Ungleichheiten im Unternehmen und möglichen sexuellen Belästigungen zu tun, trat der ehemalige Creative Chief zurück. Nun hat Ubisoft die Chance, noch einmal zu überdenken, ob es für die Zukunft sinnvoll wäre, eine Einzelperson über solch große Projekte entscheiden zu lassen. Bisher äußerte sich weder Serge Hascoët zu den Vorfällen, noch ein Pressesprecher von Ubisoft.

Card

In der Zwischenzeit übernimmt der Ubisoft-Boss Yves Guillemot den Posten des Creative Chiefs. Der Analyst Doug Creutz erwähnt, dass es riskant wäre, einer einzelnen Person solch eine große Aufgabe zu überlassen, während Entscheidungen von mehreren Experten deutlich effektivere Ergebnisse zur Folge haben könnten. Es bleibt nicht nur für die Fans spannend, wie es mit Ubisoft weitergehen wird und ob man in Zukunft ein neues Fantasy-Projekt erwarten kann. Bisher wurde immerhin ein anderes neues Projekt von Ubisoft geleakt: Hyper Scape, ein neues Battle Royale aus dem Hause Ubisoft.

Rubriklistenbild: © Ubisoft/Pixabay/Montage

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