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Diablo Immortal: Blizzard verteidigt Ingame-Käufe – Fans sauer über Pay2Win

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Von: Aileen Udowenko

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Mit den Ingame-Käufen in Diablo Immortal hat Blizzard für einige Aufregung gesorgt. Nun verteidigt der Konzern-Chef die Mikrotransaktionen im Spiel.

Irvine, Kalifornien – Schon bei der Ankündigung von Diablo Immortal waren viele Fans des Franchise enttäuscht. Als das Spiel dann im Juni 2022 released wurde, konnten die Fans leider nicht umgestimmt werden. Denn schnell stellte sich heraus, dass Diablo Immortal mit vielen Mikrotransaktionen gespickt ist, welche gewaltige Fortschritte im Spiel mit sich bringen. In der Community entfachte daraufhin die Diskussion um Pay-to-Win. Nun meldet sich allerdings der Chef von Blizzard zu Wort und argumentiert gegen die Vorwürfe.

Blizzard verteidigt Diablo Immortal – Ingame-Käufe werden erst im Endgame relevant

Das sagt der Blizzard CEO: Der neue Chef von Blizzard, Mike Ybarra, verteidigte die Mikrotransaktionen in Diablo Immortal während eines Interviews mit der Los Angeles Times. Er behauptet, das Spiel könnte nur durch die Mikrotransaktionen für so viele Spieler verfügbar gemacht werden. Außerdem würden die Ingame-Käufe auch nur das Endgame betreffen, 99,5 Prozent des Spiels können nach seinen Aussagen auch ohne Mikrotransaktionen und ohne Nachteile gespielt werden.

Wenn wir über die Monetarisierung nachdenken, geht es vor allem darum: Wie können wir hunderten von Menschen ein kostenloses Diablo-Erlebnis bescheren, indem sie 99,5 Prozent vom Spiel nutzen können.

Mike Ybarra

Für Ybarra stellt Diablo Immortal eine gute Einführung in das Diablo-Universum dar, trotz der ganzen Kritik am Spiel. Dem Team hinter dem Titel war immer wichtig, den Spielern das bestmögliche Gameplay zur Verfügung zu stellen, um die gesamte Kampagne auch ohne Kosten durchspielen zu können. Außerdem weist der CEO daraufhin, dass die meisten Spieler von Diablo Immortal nicht auf die Mikrotransaktionen zurückgreifen, sondern das Spiel kostenlos genießen. Allerdings sprechen die Einnahmen Blizzards durch das Spiel eine etwas andere Sprache.

Diablo Immortal und Dagobert Duck
Fans sind sauer – Blizzard verteidigt Ingame-Käufe in Diablo Immortal © Blizzard Activision/ Disney (Montage)

So viel hat Blizzard eingenommen: Bereits in den ersten zwei Wochen nach Release von Diablo Immortal nahm Blizzard durch die Mikrotransaktionen rund 24 Millionen US-Dollar ein und das, obwohl das Spiel in China gebannt wurde. Und so „Mikro“ schienen die Ingame-Käufe dabei auch nicht zu sein, denn schnell kursierten Videos im Netz, in denen Spieler mehrere tausend Dollar für Items und Edelsteine zahlten. Und auch einen Monat nach Release macht Diablo Immortal noch immer rund eine Million Dollar Umsatz pro Tag.

Einige Spieler haben herausgefunden, dass man 100.000 US-Dollar an Ingame-Käufen tätigen müsste, um seinen Charakter auf die maximale Stufe zu bringen. Sollte man sich nicht dazu entscheiden Geld auszugeben, könnte diese Herausforderung mit den normalen Mechaniken im Spiel an die zehn Jahre dauern.

Das sagen die Fans: Diablo Immortal wirkte für viele Fans schon zum Release wie ein Aprilscherz und auch jetzt sind diese noch sichtlich enttäuscht und beschimpfen das Spiel als Pay-to-Win. Deutlich wird dies auch am starken Rückgang der Spieler-Zahlen und auch auf Twitch verliert das HackNSlash immer mehr an Interesse.

Verliert Blizzard seinen Ruf? – Konzern in der Vergangenheit angeklagt

So war das letzte Jahr für Blizzard: Das vergangene Jahr war für Blizzard wohl ein sehr einschneidendes in der Konzern-Geschichte. Es häuften sich Vorwürfe und Anschuldigen von verschiedenen Mitarbeitern wegen sexueller Belästigung und systematischer Benachteiligung. Für diese Punkte wurde Activision Blizzard sogar vom Staat Kalifornien verklagt, das Unternehmen musste daraufhin mit 18 Millionen Dollar einen Fond einrichten, der Opfer von sexueller Gewalt und die Benachteiligung von Schwangeren entschädigt.

Activision Blizzard auf der E3
Activision Blizzard wegen sexueller Belästigung angeklagt © dpa/Michael Nelson

Der Aktienkurs von Blizzard brach nach den Vorwürfen um rund 30 Prozent ein und hatte im Dezember 2021 seinen Tiefstand erreicht. Seit dem Kauf durch Microsoft im Januar 2022 konnte sich das Unternehmen allerdings wieder fangen, dennoch bleibt fraglich, wie sich die finanziellen Folgen auf Blizzard ausgewirkt haben und wie sich das Unternehmen in Zukunft darstellt.

Klar ist, dass Blizzard durch die Anklagen bei vielen Fans seinen guten Ruf verloren hat. Obwohl das Unternehmen mit Diablo oder World of Warcraft unvergessliche Welten erschaffen hat, hinterlassen diese Spiele nun einen bitteren Beigeschmack, wenn man über die herrschenden Arbeitsbedingungen während der Entwicklungsphasen nachdenkt. Das Pay-to-Win-Modell in Diablo Immortal hat bei den Fans ebenfalls nicht dafür gesorgt, dass diese sich wieder mit dem Unternehmen gut stellen.

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