Teil des großen Skandals

CoD: Sexismus-Skandal reißt nicht ab – Studio-Chef geht nach belastendem Bericht

  • VonSven Galitzki
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Der Sexismus-Skandal rund um Activision geht weiter. Nach einem schockierendem Bericht des Wall Street Journal ist nun ein Urgestein von Treyarch gegangen.

Santa Monica, Kalifornien – Der Sexismus-Skandal rund um den großen Publisher Activision reißt einfach nicht ab. Erneut sind nun unangenehme Details an Tageslicht gefördert worden – diesmal durch eine Untersuchung und einen darauf folgenden Bericht des renommierten US-Blattes The Washington Journal. Dieses deckte dabei weitere Missstände im Zuge des andauernden Skandals auf, vor allem beim Verhalten des Activision CEO Bobby Kotick. Doch auch ein weiterer ranghoher Mitarbeiter kommt dabei nicht gut weg und räumt als Konsequenz aus dem Bericht seinen Posten.

Name des UnternehmensActivision Blizzard, Inc.
HauptsitzSanta Monica, Kalifornien, USA
Gründung9. Juli 2008
GeschäftsführungRobert Kotick
Mitarbeiterzahl9.200 (2019)
Umsatz8,09 Milliarden USD (2020)

Activision: Treyarch Co-Lead Dan Bunting räumt seinen Posten nach schockierendem Bericht

Wer ist Bunting? Kurzum: Dan Bunting ist (oder war) neben Mark Gordon einer der beiden Chefs vom bekannten Entwickler-Studio Treyarch – ein echtes CoD- und Black-Ops-Urgestein. Er wirkte bereits seit Call of Duty 2 in führenden Positionen entscheidend am „Call of Duty“-Franchise mit.

Warum geht er jetzt? Der Auslöser war jetzt offenbar der jüngste Bericht des Wall Street Journal. Dort ging es unter anderem auch darum, wie ein Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Bunting gehandhabt wurde.

2019 stand er nämlich im Fokus einer internen Untersuchung, weil er dem Wall Street Journal zufolge im Jahr 2017 eine Mitarbeiterin sexuell belästigt haben soll. Die Untersuchungskommission empfahl daraufhin, Bunting aufgrund seines Fehlverhaltens zu entlassen. Doch laut Wall Street Journal soll der Activision CEO Kotick dann interveniert haben und Bunting durfte seinen Posten letztendlich behalten.

Gegenüber The Wall Street Journal erklärte dazu ein Sprecher von Activision, dass „andere Disziplinarmaßnahmen“ Bunting auferlegt wurden und das Blatt selbst berichtet nun, dass Bunting Treyarch verlassen hat, nachdem man bei ihm eine Stellungnahme zu den Vorwürfen und der Untersuchung anfragte. Auf eine Email-Anfrage der Seite Polygon bestätigte Activision, dass Bunting seinen Posten bei Treyarch tatsächlich geräumt hat.

Der Co-Lead von Treyarch, Dan Bunting, hat seinen Posten geräumt

Was hat es mit dem Sexismus-Skandal überhaupt auf sich? Bunting selbst ist nur ein Teil eines übergreifenden, großen Sexismus-Skandals rund um Activision und dazugehörige Entwickler-Studios. Dieser schlägt immer noch hohe Wellen und zieht eine ganze Reihe von Klagen sowie behördlicher Untersuchungen nach sich, die teils bis heute noch andauern. Immer wieder kommen dabei neue, unschöne Details ans Tageslicht.

Und wie man sieht, haben Activision und die dazugehörigen Studios immer noch mit den Folgen des Skandals zu kämpfen – beispielsweise mit einer Klage der staatlichen Behörde „California Department of Fair Employment and Housing“ aus dem Juli zu kämpfen. Aufgabe dieser Behörde ist es auch, Einwohner von Kalifornien vor Diskriminierung am Arbeitsplatz zu schützen.

Die Klage hält Activision Blizzard dabei unter anderem vor, seit Jahren eine Unternehmenskultur wie in einer Studentenverbindung zu pflegen (frat boy culture), die eine geschlechtsbasierte Diskriminierung und Belästigung gefördert haben soll. Frauen sollen zum Ziel konstanter sexueller Belästigungen geworden sein und die Bezahlung war im Vergleich zu den männlichen Kollegen in ähnlichen oder gleichen Positionen geringer. Zahlreiche hochrangige Mitarbeiter wie beispielsweise der frühere Blizzard-Chef J. Allen Brack sollen davon gewusst, es geduldet und dieses Verhalten sogar ermöglicht oder gefördert haben.

Wie das Wall Street Journal nun berichtet, soll auch der Activision CEO Robert „Bobby“ Kotick seit Jahren über die Vorwürfe und das Fehlverhalten Bescheid gewusst haben und soll dabei den zuständigen Behörden einige Berichte vorenthalten haben – darunter offenbar auch mutmaßliche Vergewaltigungen.

Rubriklistenbild: © Activision

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