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US-Armee hatte große Offensive geplant – CoD-Streamer sollten Fans rekrutieren

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Von: Janik Boeck

First-Person-Shooter werden häufig dafür kritisiert, man könne damit Krieg üben. Das dachte wohl auch die US-Army. Dort wollte man über Call of Duty rekrutieren.

Santa Monica, Kalifornien – Call of Duty ist ein weltweites Phänomen. Der First-Person-Shooter hat inzwischen beinahe 20 Jahre auf dem Buckel und begeistert nach wie vor mit schneller Action. Die US-Army plante, laut geleakten Dokumenten, sich das zunutze zu machen. Es gab Pläne, die GenZ mithilfe von Call of Duty und Streamer*innen für die Armee zu rekrutieren.

Dokumente der US-Army geleakt – Call of Duty sollte zum Rekrutieren genutzt werden

Was ist passiert? Motherboard, ein Teil der VICE Media Group, hat Dokumente der US-Army geleakt. Aus diesen geht hervor, dass das amerikanische Militär eine ausgefeilte Strategie entwickelt hat, um gezielt Soldat*innen aus GenZ zu rekrutieren.

Generation Z – Wer ist das?

Generation Z, auch GenZ genannt, ist die Nachfolge-Generation der Generation Y (Millennials). Sie erstreckt sich in etwa auf die Geburtsjahre 1997 bis 2012. Die genaue Grenze lässt sich aber nicht bestimmen.
Die US-Army hat extreme Probleme damit, neue Rekrut*innen zu finden. Vor allem GenZ ist schwer zu bekommen. Daher zielte die Strategie mit Call of Duty genau auf diese Gruppe ab.

Wie wollte die US-Army rekrutieren? Um die GenZ zu erreichen, wollte die US-Army diverse Events sponsern. Unter anderem sollte Call of Duty als Einstieg genutzt werden, um Fans „mit den Werten und Möglichkeiten der Army“ vertraut zu machen. Die Summen, die dafür aufgebracht werden sollten, gehen laut Leak in die Millionen-Höhe.

Neben den Werbepartnerschaften mit großen Events plante die US-Army laut Leak außerdem, gezielt einzelne Streamer*innen zu finanzieren, um deren Fans zu rekrutieren. Der Fokus lag dabei auf Influencer*innen, die hauptsächlich Content zu Call of Duty produzieren.

Call of Duty sollte zum Rekrutieren von GenZ genutzt werden – Streamer*innen waren dabei

Welche CoD-Streamer waren dabei? Ein Streamer war Stonemountain64. Dieser hat auf YouTube 2,32 Millionen Abonennt*innen und produziert hauptsächlich Videos zu First-Person-Shootern, darunter auch Warzone 2 und Battlefield 2042. Laut Dokument hätte die US-Army 150.000 US-Dollar für eine Kooperation gezahlt.

Darüber hinaus gab es augenscheinlich auch Gespräche mit dem Streamer FaZe Swagg (2,66 Millionen Abos) und der YouTuberin Alex Zedra (1,26 Millionen Abos). In den Dokumenten sind beide aber noch mit Sternchen versehen, weil die Gespräche noch nicht abgeschlossen waren. Sie hätten laut Tabelle 75.000 US-Dollar und 450.000 US-Dollar erhalten.

Aufgrund der größeren Bekanntheit von Swagg ist davon auszugehen, dass er auch mehr Geld bekommen hätte. Der Streamer machte zuletzt mit einer kuriosen Wette auf sich aufmerksam: Swagg muss sich Tattoo stechen lassen, weil er eine Wette verliert.

Ein Drill Sergeant pfeift vor der amerikanischen Flagge und hinter dem Logo von Call of Duty
Call of Duty sollte Fans auf die US Army vorbereiten © Activision | IMAGO: agefotostock/YAY Images

Wieso hat die US-Army einen Rückzieher gemacht? Wie es aussieht, kam der Werbepartnerschaft mit dem Publisher von Call of Duty ein Skandal in die Quere. Im Juli 2021 brandete ein riesiger Sexismus-Skandal bei Activision Blizzard auf, der noch immer nachklingt.

In den geleakten Dokumenten ist eine interne Mail der US-Army aus dem August 2021 enthalten. In dieser ist die Rede davon „Alle Aktivitäten mit Activision zu pausieren, wegen der ernsten Anschuldigungen von sexueller Belästigung an deren Arbeitsplatz“. Die US-Army brach wegen der Probleme mit dem „Marken-Ansehen“ jegliche weitere Zusammenarbeit mit Activision und Call of Duty ab.

Ob es in Zukunft eine erneute Zusammenarbeit geben wird, bleibt unklar. Hier könnt ihr den vollen Bericht von VICE lesen. Wir werden diesen Artikel ebenfalls erweitern, sollten neue Informationen ans Tageslicht kommen.

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