Activision greift durch

Warzone: Cheat-Imperium im Visier von Activision – „Nicht länger käuflich“

  • Janik Boeck
    VonJanik Boeck
    schließen

Activision hat die Nase voll. Nachdem Warzone mit Ricochet nun eine Anti-Cheat-Software hat, verklagt der Publisher einen großen Cheat-Anbieter – das zeigt Wirkung.

Update vom 06.01.2022: Activisions Klage gegen das deutsche Cheat-Imperium EngineOwning zeigt schon wenige Tage später erstmals Wirkung. Einem Bericht von Charlie Intel zufolge hat ein weiterer Cheat-Händler – Cynical Software – seinen Service eingestellt. Der Händler habe dies im eigenen Telegram-Channel verkündet. Dort heißt es: „Alle COD-Titel wurden aus dem Shop entfernt und sind nicht länger käuflich.“

Name des SpielsCall of Duty Warzone
Release (Datum der Erstveröffentlichung)20. März 2020
Publisher (Herausgeber)Activision
SerieCall of Duty
EntwicklerRaven Software
PlattformPS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, PC
GenreFirst-Person Shooter, Battle Royale

Cynical Software begründete diese Entscheidung damit, dass man nicht von Activision verklagt werden wolle. Stattdessen werde man sich nun auf andere Titel konzentrieren. Für Activision ist das ein klarer Sieg im Kampf gegen Cheat-Händler weltweit. Die Klage gegen das deutsche Cheat-Imperium EngineOwning hat allein durch ihre Signalwirkung bereits erste Erfolge erzielen können. Ob nun weitere Cheat-Anbieter nachziehen und ebenfalls die Segel streichen muss sich aber erst noch zeigen.

Erstmeldung vom 05.01.2022: Pfaffenhofen– Lange wurde CoD Warzone von Cheater:innen heimgesucht. Doch damit soll nun ein für alle Mal Schluss sein. Mit der Integration von Vanguard ging auch die erste Anti-Cheat-Software im Battle Royale von Activision live. Um das eigene Spiel noch mehr zu schützen, geht der Publisher allerdings einen Schritt weiter. Am 4. Januar 2022 reichte der Konzern Klage gegen ein deutsches Cheat-Imperium für Call of Duty ein.

Warzone: Activision verklagt größten Cheat-Anbieter – das steckt dahinter

Welchen Cheat-Anbieter verklagt Activision? Das Cheat-Imperium, das Activision verklagt, nennt sich EngineOwning und hat seinen Sitz in Deutschland. Genauer gesagt sitzt die Firma in Pfaffenhofen in Bayern. Für den Publisher aus Santa Monica ist das allerdings kein Hindernis, Klage gegen EngineOwning einzureichen. Der Cheat-Händler hat sich nämlich zu einem der größten auf dem Markt entwickelt. Mit dem vermeintlichen Unsichtbarkeits-Cheat, der in Warzone auftaucht, hat EngineOwning allerdings nichts zu tun. Laut Publisher hat EngineOwning erheblichen Schaden angerichtet. In der eingereichten Klage heißt es:

Mit dieser Klage möchte Activision das unrechtmäßige Verhalten einer Organisation stoppen, die schädliche Software für Profit verteilt und verkauft, welche es Mitgliedern der Öffentlichkeit erlaubt, unfaire Vorteile (z.B. Cheaten) in CoD-Spielen zu erlangen.

Activision via eingereichter Klage

Was fordert Activision? Der Publisher stellt eine ganze Liste an Forderungen an EngineOwning. Neben der Zahlung für Anwalts- und Gerichtskosten soll EngineOwning den Cheat-Service für Call of Duty einstellen. Darüber hinaus soll das Cheat-Imperium aus Pfaffenhofen den Source Code der Software an Activision abgeben (via Activision v EngineOwning).

Außerdem fordert der Publisher eine Schadensersatzzahlung in Höhe des tatsächlich angerichteten Schadens oder den maximalen Satz laut amerikanischem Recht. Für EngineOwning würde das bedeuten, dass sie pro Cheat, der verwendet wurde, 2.500 US-Dollar zahlen müssen (via Cornell Law School).

Warzone: Activision verklagt größten Cheat-Anbieter – das steckt dahinter

Was heißt das für den Cheat-Anbieter? Zunächst einmal wird nun das Verfahren eingeleitet. Dabei werden sämtliche Anklagepunkte überprüft. Dieser Ablauf ist sehr komplex und dauert entsprechend lange. Ein schnelles Ergebnis ist also eher unwahrscheinlich. Darüber hinaus ist nach einer möglichen Verurteilung nicht aller Tage Abend.

2017 verklagte Activision Blizzard schon einmal erfolgreich die deutsche Firma Bossland. Damals verhängte das amerikanische Gericht eine Strafe von 8,6 Millionen US-Dollar. Das Landgericht Leipzig wies diese Schadensersatzklage jedoch ab. Die Begründung: Die amerikanischen Schadensersatz-Regelungen gelten in Deutschland nicht (via FAZ). Etwas ähnliches könnte also auch mit Cheat-Anbieter EngineOwning passieren.

Warzone: Activision verklagt deutsches Cheat-Imperium – Fans reagieren gespalten

So reagieren die Fans: Unter den Fans sind die Meinungen geteilt. Der überwiegende Teil freut sich darüber, dass der Publisher aus Santa Monica aktiv versucht, Cheater:innen in Warzone und anderen CoD-Spielen zu bekämpfen. Einige nutzen die Meldung allerdings, um ihren Frust darüber auszulassen, dass Warzone verbuggt und nicht gut gebalanced sei. Das ist mitunter auch ein Grund dafür, dass große Streamer:innen Warzone für ein anderes Spiel verlassen.

  • ihatetwiiterrr freut sich: „Cheater:innen sind jetzt so wütend. Wir haben nach zwei Jahren endlich ein Spiel ohne Cheats.“
  • InjectedPoison wütet auf Twitter: „Also fixen sie keine existierenden Bugs im Spiel, aber ziehen Cheater:innen fröhlich vor Gericht. Ergibt total Sinn.“

Der Vorwurf, Activision würde lieber Cheat-Händler verklagen, statt das Spiel zu fixen, ergibt allerdings nur begrenzt Sinn. In der Regel programmieren Anwält:innen keine Spiele. Darüber hinaus ist Activision nur Publisher von Call of Duty Warzone und nicht Entwickler. Diese Rolle übernimmt Raven Software. Ob die Klage von Activison gegen das Cheat-Imperium EngineOwning Erfolg haben wird, muss sich erst zeigen. Wir werden euch auf dem Laufenden halten. Bis dahin könnt ihr euch die Top 10 der beliebtesten Waffen in Warzone anschauen.

Rubriklistenbild: © Activision/pixabay (Montage)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare