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Warzone: „Streamer haben leichtere Lobbies“ – Fan erhebt schwere Vorwürfe

  • Janik Boeck
    VonJanik Boeck
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Die Szene der Streamer:innen für Warzone ist riesig. Die großen Stars wirken oft als spielten sie gegen Bots. Ein Spieler machte dazu eine schockierende Entdeckung.

Santa Monica, Kalifornien – In Warzone reißen sich die Streamer:innen um das beste Gameplay, den spektakulärsten Kill und die meisten Klicks. Ein Clickbait-Titel jagt den nächsten. Wer einmal in den Algorithmus abgetaucht ist, wird mit Titeln wie „MOST INSANE GAMEPLAY EVER“ quasi überflutet. Man gebe ein buntes Thumbnail inklusive aufgeregtem Gesicht des oder der Protagonist:in dazu und fertig ist das „Sensations-Video“. Ein Spieler hat nun allerdings untersucht ob Call of Duty-Streamer:innen vielleicht absichtlich leichtere Lobbys bekommen, um mehr aufregenden Content zu produzieren.

Name des SpielsCall of Duty: Warzone
Release (Datum der Erstveröffentlichung)20. März 2020
Publisher (Herausgeber)Activision
SerieCall of Duty
EntwicklerRaven Software
PlattformPS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X, PC
GenreFirst-Person Shooter, Battle Royale
BezahlformFree to play

Warzone: Streamer haben leichtere Lobbys – Vorwürfe halten sich schon lange

Dass Influencer beizeiten unverhältnismäßig viel Geld verdienen, ist allgemein bekannt. Auch, dass für Klicks jedes Video als das beste und spektakulärste verkauft wird, ist längst nichts neues. Sobald ein:e Streamer:in mehr als 20 Kills in einer Runde Warzone gemacht hat, wird es als Highlight auf YouTube hochgeladen. Kein Wunder, es sieht ja auch beeindruckend aus. Manche Fans sind allerdings skeptisch ob der Frequenz, in der das von statten geht.

In der Warzone-Community fliegen schnell Vorwürfe durch den Raum. Ein:e Streamer:in sei entweder gar nicht so gut oder nutzt Cheats. Und generell würden die großen Stars auf Twitch und Co. leichtere Lobbies bekommen, um besseren Content kreieren zu können. Aktuell sorgt das „CoD-Wunderkind“ für Aufsehen in Warzone. Der Vorwurf der leichteren Lobbies hält sich im Gegensatz dazu schon etwas länger.

Warzone: „Streamer haben leichtere Lobbies“ – Fan erhebt schwere Vorwürfe

Ein Fan wollte sich die Sache einmal genauer ansehen und startete eine eigene Analyse. Dabei stieß er auf erstaunliche wie auch beunruhigende Erkenntnisse. Quaisy, so heißt der Fan, veröffentlichte seine Ergebnisse zunächst auf Reddit. Dort wurde sein Post allerdings gelöscht, weswegen Quaisy auf YouTube auswich.

Warzone: Streamer haben leichtere Lobbys – Fan analysiert hunderte Matches

Quaisy untersuchte in seiner Analyse mehrere Content Creator für Warzone und stellte sie im direkten Vergleich nebeneinander auf. Er fokussierte sich dabei vor allem auf die K/D der Gegner:innen. Genauer gesagt ermittelte er die durchschnittliche K/D der letzten 64 Matches in Warzone für jeden der Influencer. Lobbies mit offensichtlichen Cheater:innen, also zum Beispiel mit einer K/D von 50, fanden keine Berücksichtigung.

Dabei fand Quaisy heraus, dass die durchschnittliche K/D in Warzone auf all die Spiele verteilt bei 1,1 lag. Entsprechend färbte er in einem Google Spreadsheet die gefundenen Werte ein. Alles über dem Durchschnitt wurde rot, alles darunter grün. Er selbst hat eine K/D von 1,75 und befindet sich damit über dem Durchschnitt.

Warzone: „Streamer haben leichtere Lobbies“ – Fan erhebt schwere Vorwürfe

Auffällig in der Tabelle ist, dass ein großer Teil der Streamer unverhältnismäßig viele einfache Lobbies bekommt. Quaisy selbst spielte in Warzone in den letzten 64 Spielen nur in drei Lobbies mit einer durchschnittlichen K/D von unter 1,1. Das entspricht 4,7% all seiner Warzone-Games. Zum Vergleich: Swagg landete mit seiner K/D von 4,59 in 45,31% der Fälle in einer Lobby mit einer durchschnittlichen K/D von unter 1,1.

Warzone: Streamer haben leichtere Lobbys – Untersuchung bringt erste Erkenntnis

Die Untersuchung von Quaisy zeigt eines ganz deutlich: ganz unbegründet scheinen die Vorwürfe in der Warzone-Community nicht zu sein. Die Daten legen den Verdacht nahe, dass Streamer:innen in Warzone leichtere Lobbies bekommen als „normale“ Fans. Es ist allerdings anzumerken, dass die Untersuchung keinesfalls repräsentativ ist. Es ist vielmehr eine Stichprobe, die einen ersten Einblick gibt.

Im Vergleich zu den insgesamt gespielten Matches in Warzone, sind die letzten 64 Spiele nämlich ein verschwindend geringer Anteil. Nichts desto trotz ist zumindest ein Trend erkennbar. Wie genau die untersuchten Streamer in solch einfache Lobbies mit so schwachen Gegner:innen kommen, ist unklar. Quaisy vermutet aber, dass Activision die größten Stars auf einer „Whitelist“ hat. Sobald sie sich ins Spiel begeben, wird das Skill based Matchmaking für sie von Publisher aus Santa Monica ausgeschaltet.

Belegen lassen sich diese Vorwürfe natürlich nicht. Schon gar nicht mit so wenigen Daten. Dennoch wirft die Untersuchung der Warzone-Matches einen kleinen Schatten auf das Spiel und das Matchmaking. Falls ihr selbst eure Chancen auf einen Sieg erhöhen wollt, solltet ihr diese Top 5 Loadouts in Season 5 Reloaded von Warzone verwenden. Die sind nämlich auch unabhängig vom Matchmaking zuverlässig.

Rubriklistenbild: © Activision/pixabay/Fox (Montage)

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