Crytek: will den Imageschaden mit guten Spielen wettmachen

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Hatte sich Crytek über Jahre hinweg mühsam den Ruf als Speerspitze der deutschen Entwicklerszene aufgebaut, fiel das gute Image der Spielschmiede innerhalb weniger Wochen wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Dass Gehälter wochenlang auf sich warten lassen, kennt man vielleicht aus der Indie-Szene. Dass so was aber auch einen gut etablierten Tripple-A Entwickelter passieren kann, erstaunte uns und ließ uns befürchten, dass Crytek wegen Finanznot bald das zeitliche Segnen würde.

Doch stellte sich im Laufe der Tage heraus, dass das Geld nicht in erster Linie zu knapp wurde, sondern lediglich aufgrund großflächiger Umbauten an den Angestellten vorbeigeflossen ist. Aus dem Entwickler ist nämlich ein Online-Publisher geworden.

Doch heißt das mitnichten, dass man bei Crytek die Kernkompetenz vergessen hat, denn diese ist laut Crytek-Mitgründer Avni Yerli, wie er den Kollegen von MCV versicherte, immer noch "Spiele von wirklich hoher Qualität herzustellen."

Yerli ist aber in Bezug auf die negativen Schlagzeilen, die das Unternehmen in letzter Zeit geschrieben hat keineswegs naiv oder weltfremd:

"Ich bin mir sicher, das hat unseren Ruf beschädigt. Wenn wir solch [gute] Spiele abliefern, gelangen wir hoffentlich wieder auf den richtigen Weg und die Leute sehen Crytek so, wie es das Unternehmen verdient hat."

Crashkurs: Crytek

Crytek wurde 1997 von den drei deutsch-türkischen Brüdern Faruk Yerli, Avni Yerli und Cevat Yerli in Coburg gegründet und 1999 offiziell als Unternehmen registriert. Das erste Spiel der Firma kam fünf Jahre später auf den Markt, wurde zum weltweiten Kassenschlager und hörte auf den Namen Far Cry.

Zum Weihnachtsgeschäft 2007 trat Crysis auf den Markt und übertraf alle Erwartungen und heimste höchste Wertungen ein. Ein Jahr später schluckte Crytek den bulgarischen Entwickler Black Sea Studios und besitzt damit die Rechte an dem meiner Meinung nach besten kartenbasierten Echtzeit-Strategiespiel aller Zeiten, Knights of Honor.

Im Jahr 2011 folgte mit der dritten Version der CryEngine und der Fortsetzung von Crysis ein Doppelschlag. In den folgenden Jahre haute Crytek Crysis 3, Wareface und Son of Rom raus, um dann in diesen Sommer vor allem mit negativen Nachrichten die Spielemagazine zu füllen.

Ich hoffe, dass nun die Zeit der schlechten PR für Crytek vorbei ist und sich die Tochterfirmen des Unternehmens nach den Free-to-play-Hybrid Hunt: Horrors of the Gilded Age wieder auf Vollpreis-Titel konzentrieren, um dann irgendwann Knights of Honor 2 samt Onlinemodus rauszubringen. Letzteres Ist zwar äußerst unwahrscheinlich, aber die Hoffnung stirbt, wie man so schön sagt, zuletzt.

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