Kritik am Entwickler

Cyberpunk 2077: Massive Vorwürfe gegen Entwickler - Crunchtime weiter in Kritik

  • Jonas Dirkes
    vonJonas Dirkes
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Die erneute Release-Verschiebung Cyberpunk 2077 führt zu neuen Vorwürfen gegen das Studio CD Projekt RED. Für die Entwickler heißt es wohl harte Überstunden und Crunchtime.

  • Cyberpunk 2077 soll nun am 10. Dezember 2020 für PC, PS4, Xbox One und für PS5 und Xbox Series X erscheinen. (Alle Cyberpunk 2077 News)
  • Jason Schreier hat neue Infos zur Verschiebung und hat sich mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern von CDPR in Kontakt gesetzt.
  • Laut dem Senior Game Designer bei CD Projekt RED sind auch Morddrohungen bei den Entwicklern eingegangen.

Update vom 30. Oktober 2020: „Alles doch gar nicht so schlimm.“ So in etwa könnte man die aktuellen Äußerungen von CD Projekt RED-CEO Adam Kicinski interpretieren. In einem Konferenztelefonat mit Investoren zu Cyberpunk 2077 hat der Entwickler-Boss die Probleme mit Crunchtime beim polnischen Entwickler auf unschöne Weise heruntergespielt. So sagte er in dem Gespräch, der Crunch sei nie schlimm gewesen und obwohl einige Mitarbeiter hart crunchen müssten, würde das nicht auf das gesamte Team zutreffen. Noch dazu behauptet er, das Team sei froh über die drei extra Wochen.

Anscheinend sind Kicinskis Worte auch zum übrigen Team von Cyberpunk 2077 durchgedrungen und gar nicht gut aufgenommen worden. Wenige Tage nach dem Telefonat kam eine E-Mail zu Bloomberg-Journalisten Jason Schreier durch, in der Adam Kicinski sich beim Team für seine Äußerungen entschuldigte. In dieser E-Mail heißt es, er hätte erst nach dem Telefonat und dem Stress mit der Verschiebung das Ausmaß seiner Aussagen erkannt und er habe nichts zu seiner Verteidigung zu sagen.

Cyberpunk 2077: Fans unterstützen Entwickler-Team

Viele Fans schlagen sich angesichts der Morddrohungen und schlimmen Arbeitsbedingungen auf die Seite der Mitarbeiter von CD Projekt RED. Viele sind sich bewusst, dass die Mitarbeiter selbst keine Schuld an der Verschiebung trifft, sondern das Management für viele der Probleme verantwortlich ist. Auf Reddit sammeln sich nun Posts voller Unterstützung für die Entwickler, die nach dem Delay von Cyberpunk 2077 noch einmal drei Wochen länger crunchen müssen.

Update vom 28. Oktober 2020: Gerade erst hat CD Projekt RED bekannt gegeben, dass der Release von Cyberpunk 2077 sich um drei weitere Wochen verzögern wird. Nachdem der eigentlich fest versprochene und beworbene Release am 19. November nun doch nicht eingehalten wird, sind viele Fans reichlich sauer auf die mangelnde Kommunikation des Studios. Besonders die Entwickler von CD Projekt RED selbst haben jetzt sowohl bei der Arbeit als auch in den Reaktionen der wütenden Fans unter der Verschiebung zu leiden. Journalist Jason Schreier hat dazu neue Informationen angehäuft.

Jason Schreier hat sich erneut auf Twitter zum verschobenen Release von Cyberpunk 2077 geäußert. Seiner Ansicht nach sei der Delay unüblich, würde aber nicht viel für die Entwickler ändern. Die würden ohnehin bis in den Dezember mit Crunchtime zu kämpfen haben. Schreier hat sich auch mit derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern von CD Projekt RED in Kontakt gesetzt. Einige berichten, sie hätten zuletzt eine 100 Stunden-Woche einlegen müssen während der ehemalige Entwickler erzählt, dass einige Freunde von ihm bei der Arbeit physisch krank aussahen.

Cyberpunk 2077: Verschiebung sorgt für Morddrohungen gegen Entwickler

Scheinbar haben die aktiven Entwickler laut Jason Schreier von der Verschiebung von Cyberpunk 2077 zur gleichen Zeit erfahren wie der Rest der Welt. Schon bei den früheren Delays sei das der Fall gewesen und die Chefetage scheint mangelhaft mit den Mitarbeitern zu kommunizieren. Aber damit nicht genug, einer der Senior Game Designer bei CD Projekt RED hat auf Twitter berichtet, es seien Morddrohungen gegen einige Entwickler eingegangen, nachdem der Delay bekanntgegeben worden sei.

Update vom 16. Oktober 2020: Jason Schreier schürt weiter das Feuer um die Crunchtime-Vorwürfe gegen CD Projekt RED in der Entwicklung zu Cyberpunk 2077. Auf Twitter hat der Bloomberg-Journalist einen Reddit-Kommentar geteilt, der angeblich von einem Entwickler des Warschauer Studios verfasst worden ist. Darin schildert er weitere Umstände, die bei CDPR in den letzten zwei Jahren geherrscht haben sollen. Die Schilderungen sollen authentisch sein, Schreier habe mit dem Verfasser des Kommentars telefoniert. Crunch-Kultur sei nach diesen Schilderungen eine sehr echte Sache bei CDPR.

In dem Kommentar auf Reddit kritisiert der Entwickler neben dem bekannten Crunch vor allem die Arbeitsweise der Führungsetage und ihre mangelnde Kommunikation mit den Entwicklern. In seinen Worten wären einige Abteilungen seit Mitte 2019 im Crunch, andere hingegen würden schon seit 2018 kontinuierlich Überstunden machen. Dem Management wirft er vor, viel zu lange in der Pre-Production festgehangen zu haben, weshalb es zu der Crunchtime in der Entwicklung gekommen sei. Zudem sei den Entwicklern weder kommuniziert worden, dass sich Cyberpunk 2077 zwei mal verschieben würde, noch, dass das Spiel Gold-Status erreicht hätte.

Tatsächlich hätten die Entwickler erst von diesen Ereignissen erfahren als sie über den Cyberpunk 2077-Twitteraccount publik gemacht wurden. Jason Schreier zitiert den Entwickler weiter bei Twitter: “Ich hatte einen Riesenspaß mit meiner Arbeit dort, bis sie entschieden, dass ein Todesmarsch der einzige Weg zu einem fertigen Spiel sei“. Mit dem Todesmarsch meint der anonyme Entwickler die zwei vergangenen Entwicklungsjahre in denen die Mitarbeiter zu Überstunden gezwungen waren.

Unter den Tweets von Jason Schreier spalten sich die Meinungen. Von einigen erfährt er große Unterstützung für seine Ermittlungen in die Crunch-Kultur und Würdigung dafür, dass den Mitarbeitern, die darunter leiden eine Stimme gegeben wird. Anderen widerum ist das Thema gleichgültig. Viele behaupten, dass CD Projekt RED nicht das einzige Unternehmen sei, das so verfährt und dass harte Arbeit nun einmal zu entsprechend höherer Qualität gegenüber der Konkurrenz führen würde.

Cyberpunk 2077: Mitarbeiter zur Crunchtime gezwungen? Entwickler in der Kritik

Warschau, PolenCD Projekt RED hat mit ihrem SciFi-Rollenspiel Cyberpunk 2077 wahrscheinlich das heißeste Eisen des Jahres im Feuer. In der Vergangenheit musste das Spiel für PS4 und Xbox One sowie Next Gen Konsolen PS5 und Xbox Series X bereits zwei Mal verschoben werden. Für den Release am 19. November schien das Spiel eigentlich auf Kurs zu sein, unterschiedliche Berichte werfen Entwickler CD Projekt RED nun allerdings, entgegen vorheriger Aussagen, Crunchtime-Kultur im Unternehmen vor.

Release (Datum der Erstveröffentlichung)19. November 2020
Publisher (Herausgeber)Bandai Namco (Europa), Warner Bros. (Nordamerika), Spike Chunsoft (Japan)
Serie-
PlattformPS4, Xbox One, PC, Google Stadia, PS5, Xbox Series X
EntwicklerCD Projekt RED
GenreAction-Rollenspiel, Open World

Cyberpunk 2077: Nimmt der Crunch doch die Oberhand beim Entwickler aus Warschau?

Cyberpunk 2077 sollte eigentlich im September erscheinen und davor im April. Entwickler CD Projekt RED verschob das Spiel zwei Mal unter dem Versprechen seine Angestellten vor den gefürchteten Crunchtimes der Branche zu bewahren. Crunchtime ist ein geflügelter Begriff für die finale Entwicklungsphase eines Videospiels geworden, in denen massive Überstunden zum Alltag der Entwickler und Entwicklerinnen gehört, um das jeweilige Spiel rechtzeitig zum Release fertig stellen zu können.

Cyberpunk 2077: Crunchtime-Debakel nimmt neue Ausmaße an – hatten Entwickler die Wahl?

Vor Kurzem brach man beim Entwickler aus Warschau allerdings das gegebene Versprechen und lies Mitarbeiter fortan in einer Sechs-Tage-Woche an Cyberpunk 2077 arbeiten. Nach einem Bericht der amerikanischen Kollegen von Game Informer ist das allerdings ein selbst auferlegtes Schicksal. Mitarbeiter sollen in Kenntnis des aktuellen Fortschritts des Spiels gesetzt worden sein und durften angeblich entscheiden, ob das Spiel erneut verschoben werden solle – trotz Versprechen Cyberpunk 2077 nicht weiter zu verschieben – oder ob man Crunch für den Release im November in Kauf nehmen wolle. Eine schöne Geschichte, die sich allerdings laut Gaming-Journalist Jason Schreier gar nicht zugetragen hat.

Cyberpunk 2077: Crunchtime stand nie in Frage - Mitarbeiter mussten gehorchen

Glaubt man Jason Schreier, sei der Game Informer Bericht alles andere als wahr. Zum Beweis veröffentlichte der Bloomber-Redakteur eine Mail des CD Projekt RED Chefs Adam Badowski an seine Belegschaft. Darin entschuldigt er sich bei den Angehörigen der Mitarbeiter, dass sie aufgrund der unzähligen zusätzlichen Arbeitsstunden nicht mehr an der „Heimatfront“ aktiv sein können. Die Ziellinie sei allerdings in Sicht und es gelte jetzt nur noch einmal durchzuhalten. 

Weiter erzählt Jason Schreier auf Twitter, dass er verschiedene Entwickler von CD Projekt RED über die Verschiebungen und den Crunch ausgefragt hätte. Keiner von ihnen bestätigte aber jemals eine Wahl gehabt zu haben. Der zusätzliche Arbeitstag bis zum Release von Cyberpunk 2077 wurde einfach beschlossen und als normaler Mitarbeiter hatte man zu gehorchen: „Wir bekamen die Mail und dann ein Meeting mit unseren Team Leadern. Es gab nie eine andere Option, es stand nicht in Frage.”

Schreier stellte des Weiteren aus, dass das Nutzen von Crunchtime ein Entwicklerstudio noch lange nicht böse oder zum Feind machen würde, er aber noch nie so viele Mitarbeiter eines Unternehmen gesehen hätte, die die Wahrheit nicht anerkennen oder verdrehen wollen. 

Cyberpunk 2077 wird am 19. November 2020 für PC, PS4 und Xbox One und später für PS5 und Xbox Series X erscheinen.

Rubriklistenbild: © CD Projekt RED

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