Berechtigter Einwand

FIFA 22: E-Sport-Legende prangert EA an – junge Zielgruppe zu Glücksspiel verführt

  • Janik Boeck
    VonJanik Boeck
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FIFA 22 ist erschienen und es gibt scharfe Kritik von einem E-Sport-Star der Szene. Er bezeichnet das System von EA als „ekelhaft“ und nennt auch den Grund.

Köln – FIFA 22 ist da. Fußball-Freaks, Schwalbenkönig:innen und Controller-Weitwerfer:innen haben die neue Fußball-Simulation von EA Sports endlich selbst in der Hand. Wie in jedem Jahr wird zu Beginn des neuen Spiels vor allem über ein Thema diskutiert: den Kauf von Packs für FUT. Vor allem für Profis bedeutet das als Glücksspiel und Pay to Win verschriene System ein teures Unterfangen. Die deutsche E-Sport-Ikone Jona „LPG Just Johnny“ Schmitt kritisiert das hart.

Name des SpielsFIFA 22
Release (Datum der Erstveröffentlichung)01. Oktober 2021
Publisher (Herausgeber)Electronic Arts
SerieFIFA
PlattformenPS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, PC, Google Stadia
EntwicklerEA Sports
GenreFußballsimulation

FIFA 22: Deutsche E-Sport-Ikone kritisiert EA wegen Glücksspiel

Wer sich mit der FIFA-Reihe beschäftigt, kennt das Problem. In den letzten Jahren wurden vor allem zum Release immer wieder Stimmen laut, die EA und das Pack-System in FUT kritisierten. Streamer:innen wie Trymacs – der seinen Fans übrigens rät, kein Geld in Packs zu investieren – buttern jedes Jahr tausende Euros in FIFA, um Pack Openings für Twitch und YouTube aufzunehmen. Denn zu sehen wie er Ronaldo zieht und ausrastet, nur damit Trymacs dann mit dem besten Team der Welt gegen MontanaBlack verliert, ist für Fans unterhaltsam.

Dass dieser ekelhafte Glücksspiel-Scam an Jugendlichen von dem Mainstream als E-Sport gepusht wird, ohne EA unter Druck zu setzen, ist einfach sad.

Jona „LPG Just Johnny“ Schmitt via Twitter

Was sagt Johnny zu FUT? Der Trend der Pack Openings zu FIFA 22 und den Vorgängern birgt aber ein enorm großes Problem – nachahmende Jugendliche. Genau das ist auch der Kritikpunkt, den die deutsche E-Sport-Ikone Jona „LPG Just Johnny“ Schmitt auf Twitter ansprach. Schmitt, der sonst nur Johnny genannt wird, war jahrelang Chefmoderator und Caster der Prime League und anderen Ligen bei Freaks4U. Als dieser war er unter den deutschen E-Sport-Botschafter:innen eine Schlüsselfigur für die hiesige Szene und kennt sich in dieser gut aus. Entsprechend leidenschaftlich fällt auch sein Statement zum Glücksspiel in FIFA 22 aus.

FIFA 22: EA verdient sich eine goldene Nase mit FUT

So viel Geld macht EA mit FUT: Der Vorwurf des Glücksspiels an FIFA 22 ist nicht neu. Wer in FUT ein gutes Team haben will, muss entweder unmenschlich viel spielen oder unmenschlich viel Geld an EA überweisen. Für einen kompetitiven Modus ist das kein gutes System, weil es nach Meinung vieler Kritiker:innen „Pay to Win“ ist. Für den Herausgeber lohnt sich das umso mehr.

Schätzungen zufolge hat EA 2020 allein durch FUT in FIFA 21 1,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht. Das entspricht 27% des Gesamtumsatzes des Unternehmens in dem Jahr. Kein Wunder, dass EA kein Interesse daran hat, an diesem System zu rütteln. Für die Spieler:innen bedeutet das, dass sie entweder am Glücksspiel teilnehmen oder nicht wettbewerbsfähig sind. Für E-Sportler:innen ist das eine Katastrophe.

FIFA 22: LPG Just Johnny findet klare Worte gegen EA und das Glücksspiel in FIFA

Das Problem mit FIFA als E-Sport: In Deutschland wird noch immer darüber diskutiert, ob E-Sport als Sport anerkannt wird oder nicht. Das vorläufige Urteil des DOSB: E-Sport ist kein Sport. Zumindest zählt nicht jedes Spiel dazu – Sportsimulationen akzeptiert man und möchte sie fördern. Was nach Johnnys Meinung ein Problem ist: das Glücksspiel in FIFA 22, das dadurch gefördert wird und die überwiegend junge Zielgruppe des Spiels.

FIFA 22: LPG Just Johnny findet klare Worte gegen EA und das Glücksspiel in FIFA

FIFA 22 spricht eine überwiegend junge Zielgruppe an. Dass die Reihe als Einstieg in den E-Sport von großen Medien gepusht wird, birgt also eine große Gefahr. Wer seinen Idolen, seien es Streamer:innen oder E-Sportler:innen, nacheifern will, kommt nicht darum herum, Geld in FIFA 22 zu stecken.

Und auch wenn Trymacs in seinen Streams immer wieder davon abrät, Geld in Packs zu stecken – es gibt auch Influencer:innen, die aus reiner Profitgier die junge Zielgruppe ausnutzen. Verständlich also, wenn Johnny resigniert zitiert: „‘Dass bei League virtuelle Charaktere getötet werden, finden wir verwerflich.‘ ‚Glücksspiel Elemente, um per pay2win die Chancen auf einen Sieg zu erhöhen bei größtenteils minderjährige Zielgruppe? Count me in!‘ – dieselben Firmen/Vereine“.

Hilfe bei Glücksspielsucht: Glücksspielsucht ist eine ernstzunehmende Krankheit. Solltet ihr oder jemand in eurem Umfeld darunter leiden, findet ihr auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder direkt unter 0800-1 37 27 00 Hilfe.

Rubriklistenbild: © Electronic Arts/pixabay/Twitter: LPGjustJohnny (Montage)

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