Flop 10: Unsere größten Enttäuschungen 2014 - ingame Jahresrückblick

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Das Spielejahr 2014 geht zu Ende. 12 ereignisreiche Monate liegen hinter und. Zahlreiche neue Spiele erblickten das Licht der Welt, ganz neue Technologien wurden angekündigt und freudig blicken wir nun auf das kommende Spielejahr 2015, das uns mit Spielen wie Uncharted: A Thief's End, No Man's Sky, The Legend of Zelda Wii U, Star Fox Wii U, Splatoon und Halo 5: Guardians begeistern will. Bevor wir uns allerdings vollends dem Portfolio des kommenden Spielejahres hingeben, wollen wir noch einmal auf die vergangenen Monate zurückblicken. Denn so schön das Spielejahr 2014 mit all seinen Höhepunkten, Spielen und Next Gen-Konsolen war, einige Spiele enttäuschten dennoch, mal dezent, mal auf ganzer Linie.

Das erste Jahr der neuen Konsolen Playstation 4 und Xbox One liegt hinter uns und auch das Konkurrenzprodukt von Nintendo, die Wii U, nahm dieses Jahr so richtig Fahrt auf. All das zeichnete sich bereits Anfang des Jahres ab und so hofften wir 2014 natürlich auf allerlei Highlights und Top-Titel. Und auch wenn wir bereits bessere Spielejahre gesehen haben, wussten viele Titel durchaus zu gefallen. Dennoch waren unsere Erwartungen vor allem an die neuen Produkte von Sony und Microsoft sehr hoch. Nicht selten gipfelten diese Erwartungen in einem Hype, dem dieses oder jenes Spiel am Ende eben doch nicht mehr gerecht werden konnte.

Aber es sind nicht allein die Spiele die uns dieses Jahr stellenweise enttäuscht haben, auch einige Trends in der Spielebranche lassen uns mit heruntergezogenen Mundwinkeln zurück und lassen bereits Schlimmes für die kommenden Jahre erwarten. Wir haben das Jahr 2014 noch einmal Revue passieren lassen, subjektiv unsere zehn größten Enttäuschungen herausgesucht und euch daraus eine Flop 10 zusammengestellt. Bitte berücksichtigt dabei, dass es hier um die größten Enttäuschungen und nicht um die schlechtesten Spiele geht! Wie enttäuschend ein Produkt letzten Endes ist, definiert sich in der Regel dadurch, wie weit die Erwartungen an das Produkt und das finale Produkt selbst auseinanderdriften. Das bedeutet: Ein gutes Spiel kann durchaus enttäuschend sein, wenn man im Vorfeld ein sehr gutes Spiel erwartet hat.

Ohne weitere Umschweife folgt nun aber unsere Flop 10 der größten Enttäuschungen 2014. Viel Spaß:

Platz 10: Remastered Editions und Next Gen-Auflagen

Auf Platz 10 finden wir einen Trend der Spielebranche, der in diesem Jahr beinahe absurde Ausmaße angenommen hat und uns sorgenvoll Richtung Zukunft blicken lässt. Die Rede ist von alten Spielen, die als Remastered Edition oder Next Gen-Portierung noch einmal ihren Weg in die Ladenregale finden. Versteht uns nicht falsch, Remakes an sich sind ja nichts Schlechtes. Wir finden es aber äußerst bedenklich, Spiele, die nicht einmal 3 Jahre alt sind, noch einmal zum Vollpreis mit minimalen technischen und grafischen Verbesserungen anzubieten.

Einen ähnlichen Trend gab es bereits zur Zeit der PS 3und Xbox 360, als alte PS 2-Spiele wie Silent Hill, Metal Gear Solid oder Xbox-Spiele wie Halo in HD für die damals neuen Konsolen geremaked wurden. Schon dort war der technische und grafische Unterschied nicht so bahnbrechend wie beispielsweise bei PS-One Spielen, die für spätere Konsolen noch einmal neu aufgelegt wurden. Dennoch hat man fast all diese Remakes dankbar angenommen, denn den Kauf der Spiele, die man in der Regel ohnehin schon im Schrank hatte, konnte man ja mit dem notwenigen Schritt ins HD-Zeitalter rechtfertigen. Doch wie sieht das nun bei den Neuauflagen für die PS 4 und die Xbox One aus?

Der Schritt auf die Next Gen-Konsole fällt technisch und grafisch in der Regel minimal aus und dürfte lediglich totalen Grafikfetischisten als Kaufargument genügen. Ob ich in GTA 5 auf der PS 4 nun ein paar mehr Autos auf der Straße habe, in The Last of US: Remastered in einer schöner beleuchteten Stadt herumlaufe oder die Waffen in Halo: The Master Chief Collection ein Stück realistischer aussehen, das alles ist doch kein Grund, dem örtlichen Ladenbesitzer noch einmal 60 Tacken auf den Tresen zu legen, um ein Spiel, dass ich ohnehin schon in und auswendig kenne noch einmal zu spielen. Da täuscht auch eine Handvoll Zusatzcontent nicht drüber hinweg.

Noch dazu kommt, dass die damaligen Neuauflagen für die Last Gen, wie beispielsweise die Metal Gear Solid Collection oder eben die Silent Hill Collection, mehrere überarbeitet Spiele enthielten und eben nicht nur eines. Wird uns mit den Remastered Editions und Next Gen-Auflagen für die aktuelle Konsolengeneration also einmal mehr Geld aus der Tasche gezogen, mit einer Methode die uns bereits auf der vorigen Generation dreist erschien, jetzt aber gar absurde Züge annimmt?

Zugegeben die meisten der für PS 4 und Xbox One erschienenen Neuauflagen basierten entweder auf wirklich fantastischen Spielen (The Last of Us, GTA 5, Diablo 3:) oder kamen mit ordentlich Content im Gepäck (Halo: The Master Chief Collection), aber gerade deswegen ist es nicht auszuschließen, dass nun bald viele Entwickler ein Stück vom Remake-Kuchen abhaben wollen. Es wird also nur eine Frage der Zeit sein bis man uns auch für die Neuauflagen ohnehin schon schlechter Spiele zur Kasse bittet. Den Anfang macht bereits die kommende Definitive Edition des eher durchschnittlichen Open-World-Spiels Sleeping Dogs. Und wenn man danach noch von irgendwelchen „Ultimate Definitive-Editions“ liest, merkt man wo der Trend hingeht.

Liebe Entwickler, bitte konzentriert euch doch lieber auf neue Produkte, anstatt mit Neuauflagen und Remastered Editions auf Nummer sicher zu gehen. Reicht es nicht schon, dass die Spielelandschaft mittlerweile zu gefühlten 80% aus Sequels besteht, von denen einige teilweise schon zweistellige Zahlen im Titel aufweisen? Lasst die Spiele doch zumindest ein paar Jahre altern bevor ihr sie wieder ans Tageslicht holt. In diesem Sinne wäre es wünschenswert, dass Sony und Microsoft sich für das kommende Jahr Nintendo zum Vorbild nehmen, deren Portfolio von HD-Remakes beschränkt sich nämlich auf ein Minimum, wenngleich mit einem HD-Super Mario Galaxy sicher noch jede Menge Geld zu holen wäre. Also liebe Entwickler, ändert etwas. Wir wollen nicht in 10 Jahren die Killzone 4-Neuauflage für PS 5 und die Ultimate Halo Collection für Xbox Two (oder wie auch immer das Ding dann heißen mag) sehen.

Platz 9: The Evil Within

Große Hoffnungen hatten wir in das Projekt The Evil Within gehabt, war doch niemand anderes als Resident Evil-Urvater Shinji Mikami als Projektleiter für das Spiel verantwortlich. Dem gefiel es gar nicht, in welche Richtung sich die Resident Evil-Serie in den letzten Jahren entwickelt hat und so beschloss er sein eigenes Survival-Horror-Spiel zu machen. Das Ergebnis durften wir dieses Jahr pünktlich zu Halloween bestaunen: PsychoBreak oder wie es hierzulande hieß: The Evil Within.

Vorab sei gesagt, dass The Evil Within bei Weitem kein schlechtes Spiel ist,. Im Gegenteil, es ist sogar ein passables bis gutes Spiel. Aber leider auch eines, in das wir dieses Jahr all unsere Survival Horror-Hoffnungen gelegt haben. Letzten Endes ist es aber gerade diese Komponente, die bei The Evil Within so schwach ausgeprägt ist. Atmosphärischer und beklemmende als in Racoon City war es allemal, dennoch konnte Mikamis neustes Werk nicht mal ansatzweise die Erwartungen erfüllen, die andernorts lediglich durch einen kleinen unscheinbaren Teaser eines noch weit entfernten Spiels in uns geschürt wurden.

Dieser kleine Teaser trug den Namen P.T. und hat uns in Sachen Horror geflasht wie wahrscheinlich noch nie ein Horror-Spiel zuvor. Der spielbare E3-Teaser, der das kommende Silent Hill-Reboot Silent Hills bewirbt, sorgte beim Spielen nicht nur für kleine Schocker oder Ekelgefühle, sondern für regelrechte Herzanfälle und schlaflose Nächte. Niemand anderes als Mastermind Hideo Kojima ist für das Spiel verantwortlich und da überrascht es kaum, dass der Horror in P.T. so dermaßen konsequent ist, denn Kojima gibt bei all seinen Werken 100% und kündigte bereits an, dass Spiel so gruselig wie möglich zu machen. Ganz egal ob die Leute es deswegen liegen lassen oder nicht.

Diese Kompromisslosigkeit in Sachen Horror hätten wir uns auch von The Evil Within gewünscht. Zu „verwöhnt“ waren wir von P.T. als das uns irgendwelche Operationen am offenen Gehirn noch hätten schocken können. Sicherlich die Messlatte war hoch, aber The Evil Within hatte mit Shinji Mikami schließlich auch den Mitbegründer des Survival-Horror-Genres an Bord. Lässt man die Horror-Komponente mal außen vor, bleibt ein solides Survival-Spiel mit den typischen Stärken und Schwächen eines Third-Person-Shooters. Da wir uns von dem Spiel aber ein Stück Software erhofft hatten, das und dieses Jahr zu Halloween so richtig den Darminhalt in die Unterhose drückt, bleiben wir doch enttäuscht zurück und hoffen, dass Shinji Mikami irgendwann zu alter Stärke zurückfindet. Erst mal freuen wir uns aber auf Hideo Kojimas Silent Hills.

Platz 8: Yoshis New Island

Trotz des enorm starken Nintendo-Portfolios in diesem Jahr, war auch das Spielerlebnis auf den Big N-Konsolen nicht frei von Enttäuschungen. Umso mehr schmerzt es uns, dass wir ausgerechnet den süßen kleinen Yoshi ins Kreuzfeuer nehmen müssen. Anfang des Jahres erschien der bis dato aktuellste Ableger der Yoshi-Spielereihe für den Nintendo 3DS: Yoshis New Island. Es sollte die offizielle Fortsetzung der Yoshis Island-Reihe sein, wusste jedoch nur sehr bedingt zu begeistern und das obwohl unsere Erwartungen an das Spiel relativ gering waren. Doch der 3DS-Ableger viel einem oft gemachten Problem von Nintendo zum Opfer, welches in Yoshis New Island allerdings ausgeprägter ist als in vielen anderen Nintendo-Spielen: Der Gewohnheitseffekt.

Um die Frage zu beantworten, warum Yoshis New Island uns so enttäuscht hat, muss man sich erst mal die Frage stellen, was denn ein gutes Sequel eigentlich ausmacht. Allgemein lässt sich sagen, dass eine gute Fortsetzung die besten Eigenschaften aus dem oder den Vorgängern in sich vereint und mit neuen innovativen Inhalten bereichert. Selbst Sequels, die sich nur sehr geringfügig vom Vorgänger unterscheiden können durchaus erfolgreich sein. Ist ein Sequel allerdings eine eins-zu-eins-Umsetzung  des Vorgängers, welche sich lediglich durch Zugabe eines Gimmicks und neue Level unterscheidet, dann ist das nicht nur enttäuschend, sondern fast ein bisschen frech. Und jetzt dürft ihr dreimal raten, warum wir von Yoshis New Island so enttäuscht sind.

Richtig geraten. Yoshis New Island spielt sich fast genauso wie sein Vorgänger, sieht fast genauso aus wie sein Vorgänger, bietet die haargenau gleiche Story wie der Vorgänger, unterscheidet sich Gameplay-technisch so gut wie gar nicht von seinem Vorgänger und leider auch unter den gleichen Problemen wie sein Vorgänger. Das wäre ja mit einem zugekniffenen Auge noch zu verschmerzen, wenn nicht schon der Vorgänger Yoshis Island DS ebenfalls seinem Vorgänger Super Mario World 2: Yoshis Island so ähnlich gewesen wäre. Die gleiche Suppe zum dritten Mal aufgewärmt. Da sagen wir herzlichst: Nein Danke.

An der eigentlichen Qualität von Yoshis New Island ändert das natürlich nichts. Wenn man bisher noch keinen Serienableger gespielt hat, wird man das Spiel höchstwahrscheinlich auch gut, vielleicht sogar brillant finden. Für Menschen wie uns, die die vergangenen Teile aber bereits bis zum Erbrechen gespielt haben, war Yoshis New Island nun mal leider ziemlich ernüchternd. Auch das neue Monster-Ei-Feature konnte daran nichts ändern. Selbst bei der New Super Mario Bros-Serie gab es zwischen den Teilen mehr Abwechslung als bei den Abenteuern des kleinen Dinos.

Eigentlich schade, denn hätte man hier und da den Mut gehabt, Dinge zu ändern und die Schwächen des Spiels wie beispielsweise die Sammelei roter Münzen und Sternenpunkte auszumerzen, dann hätte Yoshis New Island ein solider, wenn nicht gar guter Jump and Run-Titel werden können, der uns über ein paar Stunden gute Unterhaltung gebracht hätte. Wir hoffen, dass die Entwickler für das kommende Yoshis Wooly World mal ein wenig mehr auf Innovation setzen. Der Stoff-Look lässt ja bereits hoffen und auch in der Redaktion fand die Vorab-Version des Spiels bereits großen Anklang. Wir hoffen auf ein Wii U-Spiel, das uns Yoshis New Island ganz schnell vergessen lässt.

Platz 7: Yaiba Ninja Gaiden Z

Wenn ein Spiel den Namen einer bis dato sehr erfolgreichen Spieleserie daherkommt, sind die Erwartungen sehr groß. Dass es sich bei dem neuen Spiel um ein Spin-Of handelt, ist dann erst mal zweitrangig. Wenn man versucht in die Fußstapfen eines anderen zu treten sollte man deshalb auch alles Mögliche tun, um das mit gutem Ergebnis zu schaffen oder man sollte lieber einen unbekannten Namen wählen, um die Erwartungen an das Spiel möglichst gering zu halten. Yaiba: Ninja Gaiden Z hat sich, man hört es wahrscheinlich schon am Titel, für ersteres entschieden und ist dabei mit Pauken und Trompeten untergegangen.

Die Ninja Gaiden-Serie steht seit jeher für knallharte Action, kompromisslose Gewalt und einen beinharten Schwierigkeitsgrad. Trotz des Frust-Potentials genießt die Spielereihe bei vielen Fans mittlerweile ein hohes Ansehen. Wenngleich der dritte Teil nicht mehr hundertprozentig zu überzeugen wusste, so blieb die Serie doch immer ein Garant für knallharten Schnetzelspaß. Als das Entwicklerstudio Tecmo Koei dann Anfang des Jahres ein Spin-Of mit dem Namen Yaiba: Ninja Gaiden Z ankündigte, waren die Erwartungen groß. Als Spin-Of würde es natürlich nicht an die bisherigen Ableger herankommen, aber ein kurzweiliges Action-Spiel mit spaßigen Kämpfen und knackigem, aber dennoch fairem Schwierigkeitsgrad durfte man doch zumindest erwarten. Haben wir das letzten Endes bekommen?

Nein, leider nicht. Denn das wenige bisschen Potential, dass das repetitive Gameplay noch übrig gelassen hätte, wurde von dem stellenweise unfairen Schwierigkeitsgrad, dem bescheidenen Level-Design, dem übertrieben bunten Look, der viel zu geringen Waffenauswahl und der dafür aber viel zu hohen Effektdichte im Keim erstickt. Nein, dieses Spiel darf sich unserer Meinung nach nicht Ninja Gaiden nennen.

Dass wir mit unserer Meinung nicht allein sind, zeigen die schlechten bis unterirdischen Wertungen von Experten und Fans. Dabei hätte es das Spiel viel einfacher haben können, wenn eben nicht der Name Ninja Gaiden draufgestanden hätte. Selbst hartgesottene Fans können sich das quietschbunte Dauergehaue wohl kaum noch schön reden. Yaiba: Ninja Gaiden Z war sicher nicht das Spiel, auf dem dieses Jahr alle Erwartungen ruhten, aber dennoch zählt es zu den größten Enttäuschungen des Jahres 2014. Wir hoffen, dass die Serie mit einem kommenden Ninja Gaiden 4 wieder Fahrt aufnehmen kann.

Platz 6: Sonic Boom Rise of Lyrics & Shattered Crystal

„Hattet ihr wirklich Erwartungen an diese beiden Spiele?“, höre ich die ersten Leser jetzt rufen. Und „Nein“ antworten wir kollektiv im Chor. Doch selbst die kaum vorhandenen Erwartungen wurden von diesen brachial schlechten Machwerken noch unterboten. Ganz zu schweigen von all den noch vorhandenen Sonic-Fans da draußen - wir grüßen euch beide - die mit diesen beiden Spielen den letzten Nagel in ihren Sarg gezimmert bekommen haben, in dem die Liebe zum blauen Igel schon seit Jahren ruht.

Wenn es nicht so verdammt traurig wäre, könnte man ja fast lachen. Schon während der Entwicklung von Sonic Boom waren die verantwortlichen Entwickler von Big Red Button Entertainment nicht von dem überzeugt, was sie da zusammenschraubten. Wenige Monate vor der Veröffentlichung des Spiels verließen erste Entwickler bereits das Team, weitere folgten. Gerüchteweise hing der Abgang der Entwickler tatsächlich damit zusammen, dass man nicht mit dem Spiel in Verbindung gebracht werden wollte. Unterstützt wird dieses Gerücht von dem fertigen Ergebnis, das uns Ende November „beglückte“.

Als hätten eine öde Story, stark deformierte Charaktere und erstaunlich spaßfreies Gameplay nicht schon ausgereicht, strotze das Spiel auch noch vor Spielefehlern und Bugs. Spaß kommt beim Spielen so gut wie nie auf. Auch der 3DS-Ableger soll kaum besser sein, wenngleich wir zugeben müssen, dass wir diesen nicht gespielt haben. Beide Spiele kamen über Bewertungen im unteren Drittel der Wertungsskala nicht hinaus. Ein Trauerspiel, doch wen überrascht das nach zahlreichen misslungenen Ablegern noch?

Eigentlich schade, denn mit Sonic Generation hatte sich das Spiel zumindest ein bisschen Credibility zurückerarbeitet. Sonic Boom: Rise of Lyrics und Shattered Crystal gehören aber so ziemlich zu den schlechtesten Spielen, die 3DS und Wii U momentan zu bieten haben. Wir wagen es zu bezweifeln, dass sich die Serie nach diesem Fehlschlag noch einmal erholt, das wird die Entwickler allerdings nicht davon abhalten, auch in Zukunft ein miserables Sonic-Spiel nach dem anderen auf den Markt zu bringen. Dass die zwei Spiele dennoch „nur“ auf Platz 6 zu finden sind, rührt daher, dass wir bereits mit einem Flop gerechnet hatten. Dass man den Karren aber so gegen die Wand fahren könnte, damit hatte selbst der größte Skeptiker nicht gerechnet.

Platz 5: Thief

Wenn man ein altes Franchise aus der Mottenkiste holt, um damit einen neuen Ableger zu kreieren, muss man sehr vorsichtig sein. Zu viele Veränderungen verschrecken die alten Fans. Zu wenige Anpassungen an den heutigen Spielemarkt verschrecken potentielle neue Fans. In der Regel kann es sich ein Spiel leisten, nur den einen oder nur den anderen Weg einzuschlagen, AAA-Titel mal ausgenommen, denn die haben schließlich sehr hohe Produktionskosten, die wieder eingespielt werden müssen. Das im Februar erschienene Thief entschied sich für einen dritten Weg: Mit fragwürdigen Änderungen die Serienfans vergraulen und mit ödem Gameplay, banaler Story und technischen Mängeln auch den Rest der potentiellen Zielgruppe abschrecken. Unterm Strich blieb ein Spiel, das niemanden so wirklich ansprach.

Was die Erwartungen an das Spiel angeht, so muss man wohl auch zwischen den eben genannten Zielgruppen unterscheiden. Langjährige Fans erwarteten sich einiges von der Rückkehr des einstigen Meisterdiebes, zumindest aber ein Spiel, dass das damalige Spielgefühl der Vorgänger mit neueren Ansätzen der heutigen Industrie verknüpft. Alle anderen erwarteten ein „nettes Spiel für Zwischendurch“. Leider konnte das Spiel den Erwartungen beider Fraktionen nicht gerecht werden, denn dafür gab es einfach zu viele Fehler.

Eine mittelmäßige KI, keine wirklich offene Welt, festgelegte Pfade ohne viel Handlungsspielraum, grauenhafte Synchronisation mit asynchronen Lippenbewegungen der Charaktere, eine öde Haupthandlung, unorthodoxe Steuerung, Einbrüche der Framerate, die einzelnen Gadgets des Protagonisten werden kaum und nur sehr eintönig genutzt, Interaktionen mit der Umgebung sind kaum möglich und die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Auch der Protagonist bekleckert sich mit seinem kleptomanischen Verhalten nicht gerade mit Ruhm. Statt gezielt wertvolle Schätze zu stehlen, hebt Dieb Garrett einfach alles auf was er finden kann. Wir hoffen, der Mann leidet nicht unter dem Messie-Syndrom. Andernfalls würden wir dringend eine Bewerbung beim Trödeltrup empfehlen.

Thief ist ein Spiel, das auf seine Vorgänger spuckt und die Erwartungen aller nicht einmal ansatzweise erfüllen kann. Im Vergleich zu anderen Spielen, die 2014 das Licht der Welt erblickten, könnte man fast schon sagen, Thief bietet eigentlich gar nichts. Schlichtweg gar nichts. Ab und an blitzt zwar mal das Stealth-Gefühl auf und hier und da kann das Spiel sogar mit einer ganz ordentlichen Inszenierung auftrumpfen, in Zeiten, in denen aber Spiele wie Metal Gear Solid und Splinter Cell bereits gezeigt haben wie ein gutes Schleich-Spiel aussehen muss, bietet Thief einfach zu wenig. Ohnehin haben wir mit Dishonored und Watch Dogs schon weitaus bessere Spiele im aktuellen Portfolio, die es mit den alten Vorbildern aufnehmen können.

Platz 4: Die Sims 4

Ja, auch die kleinen Knubbelfiguren der weltbekannten Lebenssimulation haben uns dieses Jahr enttäuscht. Denn Sims 4 war der beste Beweis für ein Spiel, dass mit jeder Menge coolem neuen Content zu begeistern weiß, den dadurch aufgebauten Credit aber direkt wieder durch Rationalisierungen und den Wegfall diverser Features der Vorgänger verspielt. Sims-Fans wissen wovon wir reden, der Rest wird es gleich erfahren.

EA versprach im Vorfeld vieles bezüglich Sims 4, das meiste wurde sogar gehalten. Problematisch waren eher die Dinge, über die die Entwickler bis kurz vor dem Launch schwiegen. Nicht grundlos, denn so manche „Verschlimmbesserung“ enttäuschte nicht nur, sondern verärgerte regelrecht, erst Recht dann wenn es um Gameplay-Elemente geht, die im Vorgänger noch enthalten waren, für den neuen Teil aber wegrationalisiert wurden.

Die Rede ist hierbei natürlich vor allem von den berüchtigten 89 entfernten Features, die in Sims 3 allesamt noch enthalten waren. Viele dieser Änderungen machten einen Großteil des Spielspaßes der bisherigen Serienableger aus, wurden aber trotzdem über Bord geworfen. EAs Begründungen halfen nichts, die langjährigen Fans waren enttäuscht und wer die Sims bis jetzt nicht gespielt hat und deshalb nicht zu diesen Fans zählt, der wird wohl kaum Interesse daran haben, jetzt mit den Sims anzufangen (unabhängig davon wie gut das Spiel letzten Endes ist).

Aber es gibt noch andere Querelen. Seien es die größeren Probleme wie die andauernd auftauchende Ladebildschirme und die viel zu kleine Welt oder die kleineren Makel wie die Tatsache, dass die Sims sich beim aus dem Haus gehen ständig zur Arbeit „teleportieren“  oder die diversen kostenpflichtigen Inhalte. Schlecht ist Sims 4 deshalb bei Weitem nicht, es ist nur stellenweise ein gewaltiger Rückschritt der gesamten Serie, womit wir wieder bei unserer vorhin schon begonnenen Diskussion zum Thema Sequel angekommen wären. Es ist nicht verwerflich, dass ein neuer Ableger Gameplay-Bestandteile der Vorgänger über Bord wirft, aber müssen es denn gleich 89 sein?

Tatsächlich fühlt sich Sims 4 einfach viel kleiner als Sims 3 an, was zum Teil sicherlich den noch fehlenden Add-Ons geschuldet sein mag, aber dennoch immer wieder den Spielspaß trübt. Man ertappt sich ständig dabei wie man dieses oder jenes tun möchte, dann aber merkt, dass das in Sims 4 gar nicht mehr geht. Diese Limitierungen sind in einem Spiel wie Sims 4, das ja eigentlich von seiner offenen Struktur und den vielfältigen Möglichkeiten lebt, ein regelrechter Dolchstoß. Besonders dann, wenn man ein Fan der Vorgänger ist.

Platz 3: Destiny

Die ersten tippen jetzt schon ihre Hater-Kommentare in die Kommentarbox, aber bitte wartet mit dem Abschicken noch und hört euch unsere Erklärung an, warum es Destiny in unserer Liste der größten Enttäuschungen 2014 auf Platz 3 „geschafft“ hat. So viel sei vorab gesagt: Trotz dieser Platzierung ist Destiny immer noch eines der besten Spiele 2014 und wir sind nach wie vor der Meinung, dass Bungie mit diesem Titel einen echten Meilenstein der Videospielgeschichte geschaffen hat.

Eigentlich kann man ja kaum noch etwas zu Destiny sagen. Fast täglich laufen Neuigkeiten des Spiels durch unseren News-Ticker, zahlreiche Guides und Walkthroughs haben wir bereits für euch angefertigt und eigentlich hat so ziemlich jeder interessierte Spieler eine Meinung zu Destiny. Viele sind begeistert von dem MMO-Mix aus Shooter und Rollenspiel, sind gefesselt von der Online-Erfahrung, die Bungie da geschaffen hat. Doch seit dem Launch mehren sich auch die negativen Stimmen. Sie betiteln das Spiel als langweilig und repetitiv, kritisieren die Story und bezeichnen Destiny als einen typischen Blender.

Tatsächlich ist das auch der Grund, warum Destiny sich in dieser Liste so weit oben befindet. Das und die Tatsache, dass der Hype im Vorfeld so gigantisch wurde, dass das Spiel den Erwartungen der Fans fast unmöglich gerecht werden konnte. Ein angebliches Budget von 500 Millionen Dollar, eine Vernetzung aller Spieler und das legendäre Entwicklerstudio Bungie als Entwickler; man konnte gar nicht anders als im Vorfeld vom besten Videospiel aller Zeiten auszugehen. Und genau dieser Umstand sorgte letztlich für Enttäuschung. Wenn man zum ersten Mal die Disc ins Laufwerk schiebt und denkt: „Cool, macht Spaß. Aber irgendwie hab ich es mir besser vorgestellt.“

Nun würde manch einer sagen, dass die Entwickler nichts für den Hype und die dadurch schier unermesslichen Erwartungen können, dem ist aber nicht so. Wäre Bungie schlau gewesen, hätte man im Vorfeld versucht den Hype ein wenig herunterzuschrauben. Man hätte den Fans sagen können, dass Destiny ein Highlight wird, aber eben kein Überspiel. Vielleicht ein bisschen weniger „Wir sind die Besten“ und ein bisschen mehr „Wir haben da ein tolles Spiel für euch“ und die Enttäuschung wäre nicht ganz so groß gewesen.

Aber das wäre ja zu Lasten der Euphorie der Spieler gegangenen und somit auch zu Lasten der finalen Einnahmen. Wir erinnern da nur mal an die Aussagen von Community-Manager David „Deej“ Dague, der mit seinen Statements immer wieder Öl ins Feuer gab. Allem voran die Aussage, dass man Destiny niemals durchspielen wird. Komischerweise kam diese Aussage kurz nachdem die Entwickler von No Mans Sky genau das von ihrem Spiel behauptet haben. Diablo 3 kann ich theoretisch auch so gut wie nie durchspielen, wenn ich alle Waffen sammeln will. Forza Horizon 2 ebenso wenig, wenn ich die absolute Bestzeit auf jeder Strecke erreichen will. Auch ein Super Smash Bros. Wii U kann ich theoretisch ewig spielen, weil es immer wieder neue Kampfausgänge zu bestaunen gibt. Fakt ist, Destiny ist nicht so toll geworden wie es uns der Hype vormachen wollte. Das Spiel lässt sich also tatsächlich als Blender bezeichnen.

Trotz dessen ist und bleibt Destiny eines der besten Spiele des Jahres, dass auf jeden Fall einen berechtigten Platz in der Top 5 der Highlights verdient hat. Zu groß ist der Umfang, zu groß der Spaßfaktor in einer öffentlichen Welt mit tausenden anderen Spielern zu kämpfen, zu atemberaubend ist die malerische Optik, als das man Destiny als schlecht abstempeln könnte. Es bleibt ein sehr gutes Spiel, das die Versprechungen und Hoffnungen nur leider nicht einmal ansatzweise erfüllen konnte. Das sollte aber niemanden daran hindern, Destiny einmal auszuprobieren. Denn umsonst hat Destiny auf den The Game Awards 2014 nicht den Preis für die beste Online-Erfahrung abgeräumt.

Platz 2: Verbuggte Spiele

Sie waren dieses Jahr der wohl größte Aufreger der gesamten Spiele-Branche: Bugs. Wer jetzt an Insekten denken sollte, dem sei gesagt, dass es sich bei Bugs umgangssprachlich um Programmierungsfehler in Spielen handelt, die wiederum zu Fehlern im Spiel oder gar ungewollten Abstürzen führen. Besonders ärgerlich daran ist, dass man als treuer Kunde direkt zum Launch das Spiel zum Vollpreis kauft, nur um dann festzustellen, dass es schlauer gewesen wäre, noch ein paar Monate mit dem Kauf zu warten bis das Spiel wirklich fertig ist.

Auch dieser Trend scheint sich in der Spielebranche abzuzeichnen. Unfertige Spiele zum Vollpreis auf den Markt werfen und das Spiel innerhalb der nachfolgenden Monate mit einer Patchflut zum Laufen bringen. Es grenzt an Betrug, was manch ein Entwickler da macht. Man stelle sich mal vor in anderen Branchen würde man sich eine solche Frechheit leisten. Wenn ein Bäcker seinem Kunden das Mehl erst gibt, nachdem er das Brot halb aufgegessen hat oder der Fliesenleger den alten Boden herausreis, um den Hausbesitzern danach zu sagen, dass die neuen Fließen erst in einem halben Jahr kommen, dann würde aber ganz schnell die Justiz eingreifen.

Wenn es sich bei den Bugs nur um harmlose kleine Fehlerchen handeln würde, wäre das ja nicht so schlimm, allerdings zeigt die aktuelle Entwicklung, dass immer mehr Spiele durch Bugs und Glitches schlichtweg unspielbar werden. Prominente Beispiele dafür gab es in diesem Jahr definitiv genug. Wir hatten mit nicht behebbaren Fehlern in der Halo: The Master Chief Collection zu kämpfen, erlebten mit Alien: Isolation fast permanente Abstürze und haben uns durch den Spielefehlerdschungel in Sonic Boom gekämpft. Ein Spiel stach aber ganz besonders aus der Masse heraus.

Wer hätte es gedacht, damit ist Assassins Creed: Unity gemeint. Einen ganzen News-Bericht füllten allein die auffälligen Bugs des Spiels. Mal verstümmelte der schlecht programmierte Code die Gesichter einzelner Charaktere, mal blieb der Protagonist in der Textur oder der Luft stecken und mal sah er sich die Radieschen nicht nur im übertragenen Sinne von unten an. Die Liste der Spielfehler war so groß, dass Ubisoft eigens dafür einen Update-Blog auf der hauseigenen Website bereitstellte, der über künftige Behebungen informieren soll. Umso ärgerlicher ist das Ganze, weil hintern all den Programmierfehlern, hinter all den Bugs und Glitches dann eben doch ein solides, wenn nicht sogar gutes Assassins Creed-Spiel steckt. Schade und ärgerlich, besonders für die Fans.

Doch woran liegt es eigentlich, dass momentan so viele unfertige Spiele auf den Markt kommen, die dann in den nachfolgenden Wochen und Monaten nachgepatched werden? Zum einen ist da sicherlich der Druck des Publishers oder des Spielemarktes selbst nicht ganz unschuldig. Wer heute noch in der Branche vorn mitmischen will, muss eine gewisse Anzahl namhafter und erfolgreicher Spiele im Jahr veröffentlichen, anderenfalls droht das Aus. Dem gegenüber steht eine dank Next Gen komplexere und damit zeitaufwendigere Produktion und Programmierung der Spiele, die in den kommenden Jahren und mit kommenden Hardware-Generationen noch ansteigen wird.

Nintendo umging das Problem auf der Wii U beispielsweise dadurch, dass man sich genügend Zeit für eine vollständige Entwicklung nahm. Das hatte aber zur Folge, dass die guten Spiele erst lange Zeit nach dem Launch der Konsole erschienen. Ein Luxus, den sich Sony, Microsoft, Ubisoft und EA nur bedingt geleistet haben. Wer das marktwirtschaftliche Prinzip von Sequels in der Spielebranche versteht, weiß, warum gerade etablierte Franchises wie Battlefield oder eben Assassins Creed so schnell auf den Markt geworfen werden müssen, dass keine Zeit für einen perfekten Abschluss der Entwicklungen bleibt.

Jedes Sequel muss nämlich, um das Franchise weiterhin zu rechtfertigen, doppelt so viele Einheiten verkaufen wie der Vorgänger. Das bedeutet: Ein Assassins Creed: Unity muss doppelt so viele Exemplare absetzen wie Assassin Creed: Black Flag, welches wiederum doppelt so viel absetzen musste wie Assassins Creed 3. Nicht zuletzt aufgrund dieser Problematik dürfte sich Ubisoft auch entschlossen haben, 2014 zwei Assassinen-Spiele herauszubringen, um so die Zielgruppe auszuweiten. Bedeutet das also, wir müssen zukünftig mit halb fertig programmierten Spielen Vorlieb nehmen?

Wirtschaftlich gesehen wird sich das nicht vermeiden lassen, für Spieler und Entwickler gibt es allerdings einen Weg, das Problem zu umgehen. Denn bei neuen IPs fällt der große Erfolgsdruck logischerweise weg. Zwar müssen auch die ordentliche Verkäufe abliefern, die Ziele sind hier aber längst nicht so hoch angesetzt. Wenn die Entwickler also ein bisschen mehr Mut zur neuen Marke zeigen und nebenher mit den verbuggten Fortsetzungen die Gewinne herausholen, wäre das ein versöhnlicher Kompromiss für beide Seiten. Alternativ könnten sich die Entwickler auch mehr Zeit bei der Entwicklung lassen, das hat auch Ubisoft mit dem nächsten Assassins Creed vor. Eine gute Entscheidung, denn eigentlich weiß doch jedes Kind: Gut Ding will Weile haben.

Platz 1: Driveclub

Und hier ist er, der nicht ganz so strahlende Sieger unserer Flop 10 der größten Enttäuschungen 2014: Das Rennspiel Driveclub vom Entwicklerstudio Evolution. Wer das Spiel gespielt hat, kann unsere Enttäuschung sicher nachvollziehen. Zu keinem Spiel bekamen wir dieses Jahr so viele negative Kommentare wie zu der ach so großen Rennspielhoffnung für die PS 4. Doch fangen wir ganz von vorne an.

Angekündigt gemeinsam mit der PS 4 im Februar 2013 sollte Driveclub das erste exklusive Rennspiel für Sonys Next Gen-Konsole sein, die Hoffnung für Rennspielfans, das Racing-Erlebnis der Zukunft. Die Erwartungen waren hoch, schließlich fand Driveclub auf der folgenden E3 2013 und der gamescom 2013 große Erwähnung. Eigentlich sollte das Spiel zum Launch der Playstation 4 im November 2013 erscheinen, doch es kam ganz anders.

Es folgte eine Welle von Verschiebungen. Zuerst kündigte man an, das Spiel Anfang 2014 herauszubringen. Doch auch das wollte nicht so recht klappen und so verkündete man im März, dass man die kompletten Fortschritte verworfen hätte und ganz neu angefangen wäre. Ein baldiger Release war deshalb auszuschließen. Nach langem hin und her erschien das Spiel dann doch noch im Oktober dieses Jahres. Und es „glänzte“ mit Halbfertigkeit, einer kaum bis gar nicht nutzbaren Online-Komponente, fast schon lächerlich minimalem Umfang und diversen nicht eingehaltenen Versprechungen. Mit Vollgas Richtung Wand.

Als man das fertige Spiel dann in den Händen hielt und ein paar Stunden gespielt hatte, fragte man sich, woran zum Teufel die Entwickler von Evolution Studios denn solange gearbeitet haben. Immer wieder wurde das Spiel verschoben, teilweise sogar komplett neu mit der Entwicklung begonnen. Es wäre mal interessant gewesen, zu sehen wie das Spiel Anfang 2014 noch aussah, bevor man das gesamte Projekt neustartete. Noch schlechter geht es schließlich kaum.

Um es mal zusammenzufassen: Driveclub wollte sich auf die Stärken eines Rennspiels konzentrieren, also auf das Rennen fahren. Tuning-Features, Story, verschiedene Modi; für die Entwickler alles Schnickschnack, sie wollten ein puristisches Rennspiel. Das wäre ja soweit auch okay gewesen, wenn man zumindest den mageren Rest schön und fehlerfrei präsentiert hätte, doch Pustekuchen: Das versprochene dynamische Wettersystem (eine der wenigen geplanten „Innovationen“ des Spiels) war zum Release schlichtweg nicht im Spiel enthalten, genauso wenig wie die versprochenen Replay- und Foto-Funktionen. Darüber hinaus machten die miserablen Server den Online-Modus für Monate unspielbar, womit schon mal die Hälfte des Spielspaßes einfach wegfiel. Bis heute läuft der Online-Modus bei vielen Spielern nicht rund. Von der verschobenen und immer noch nicht näher terminierten PS Plus-Version, der lieblosen Präsentation und der teilweise arg unfairen KI wollen wir gar nicht erst anfangen.

Driveclub war und ist ein Schlag ins Wasser für Sony, Evolution Studios und alle Fans, die sich vom Spiel das erhoffte Next Gen-Rennerlebnis versprochen hatten. Schade nur, dass das nicht jeder vor dem Kauf des Spiels wusste und manch einer somit 60 Euro für ein Spiel ausgegeben hat, dass unfertig, unschön und teilweise unspielbar ist. Mittlerweile hat sich die Situation durch Patches und ein kommendes Gratis-DLC zwar etwas geändert, der Karren steckt aber längst zu tief im Dreck, als das man ihn noch herausholen könnte. Driveclub ist ein Spiel, das mit zahlreichen Verschiebungen begann, über die Zeit hinweg zahlreiche Versprechungen machte und letztlich gnadenlos im Zuge anderer Rennspiele wie The Crew und Forza Horizon 2 unterging. Zwar dürfte das Spiel trotzdem seine Abnehmer gefunden haben, an ein Driveclub 2 glaubt nach dem Desaster aber keiner mehr so wirklich.

Resümee, Ausblick auf 2015, eure Meinung und Guten Rutsch!

Das waren sie, unsere größten Enttäuschungen 2014. Von manch einem Listenkandidaten hätten wir uns wirklich mehr versprochen, doch sei es drum. Denn 2014 bot mehr als genug tolle und perfekte Spiele, zeigte eine vielversprechende neue Konsolengenration und macht definitiv Lust auf 2015. Bestätigt wird diese Tatsache allein dadurch, dass wir alle noch gefühlte 20 Titel auf unserem „Noch-abzuarbeiten-Stapel“ haben. Alles in allem ein gutes Jahr für Spieler, wenn auch nicht das Beste. Wir wünschen uns für 2015, das die Entwickler einige ihrer Entscheidungen überdenken, sich hier und da ein wenig mehr Zeit für ihre „Kunstwerke“ nehmen und das verdammt nochmal endlich The Last Guardian erscheint. Na gut, streicht den letzten Punkt von der Liste.

Wie immer gilt, dass unsere Liste unter rein subjektiven Gesichtspunkten entstanden ist und keine objektive Auflistung der größten Enttäuschungen 2014 ist. Wir bitten das zu berücksichtigen. Aber natürlich lässt sich daraus auch schließen, dass die Liste bei jedem etwas anders aussehen würde. Was waren denn eure größten Enttäuschungen 2014? Welches Spiel war für euch ein regelrechter Stich ins Herz? Welcher Umstand hat euch dieses Jahr am meisten aufgeregt? Wo hättet ihr euch mehr versprochen? Wir sind unheimlich an eurer Meinung interessiert und sind gespannt, was ihr zu dem Thema in die Kommentare schreiben werdet.

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