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Free for all: Wie Epic Games die Spieleindustrie auf den Kopf stellt

  • Roberto Quentin
    vonRoberto Quentin
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Bereits im Jahr 1991 wurde Epic Games im US-amerikanischen Rockville gegründet und entwickelte sich im Verlauf der Jahre dank der hauseigenen Unreal Engine zu einem der wichtigsten Player in der Gaming-Welt. Mit Fortnite: Battle Royale gelang 2017 der große Wurf auf dem Markt der individuellen Spiele, ehe Ende 2018 ein eigener digitaler Webshop hinzukam. Der Epic Games Store sollte in Konkurrenz zum etablierten Steam treten, wo lange Jahre der Großteil aller Spieler ihre Games erhielten. Ein Trick, um dieses Ziel zu erreichen? Kostenlose Spiele. Diese gab es zuletzt zuhauf.

GTA 5 in der Liste der Gratisspiele

Wenn es Dinge kostenlos zu haben gibt, ist die Liste derer, die sich dafür interessieren im Normalfall groß. So ist es auch bei Epic Games, das in seinem eigenen Store immer wieder bekannte Spiele zum lebenslang kostenlosen Download zur Verfügung stellt. Besonders viel Aufmerksamkeit erreichte das Unternehmen in diesem Fall zuletzt mit GTA 5. Fast einen Monat lang konnten Fans der Spielereihe kostenlos den jüngsten Ableger in der Premium-Version herunterladen. Angesichts der enttäuschenden Ankündigung einer abermaligen Veröffentlichung von GTA 5 für die neuen Konsolen PlayStation 5 und Xbox Series X ist das erstmals 2013 erschienene Spiel so aktuell wie eh und je. GTA 5 führte bei Epic Games zumindest zu einer Situation, die vorhersehbar war. Völlig überlastet gaben die Server auf, während die Downloadzeiten bei den meisten Nutzern viele Stunden betrugen, ehe sie endlich GTA 5 starten konnten. 99 Prozent aller Interessenten nahmen diese Wartezeiten allerdings in Kauf, um kostenlos auf eines der erfolgreichsten Spiele aller Zeiten zugreifen zu können.
Im Verlauf der ersten Monate verschenkte Epic Games bis Mitte Mai 108 Spiele ohne eine weitere Bedingung. Die reine Anzahl der Spiele zeigte bereits, dass sich Nutzer mit der Plattform bequem eine Bibliothek aufbauen können, ohne auch nur einen Cent bezahlen zu müssen. Die Experten haben sich gleich daran gemacht, auszurechnen, wie viel die Spielesammlung inklusive GTA 5 im Originalpreis wert wäre. Das Ergebnis ist beeindruckend: Insgesamt 2.000 US-Dollar oder rund 1.850 Euro hätten Gamer im Geschäft ihres Vertrauens ausgeben müssen, um die gleichen Spiele zu besitzen. Am Ende profitieren beide Seiten von Aktionen wie diese. Epic Games zieht viele neue Kunden in seinen Store, die vielleicht zuvor bei Steam aktiv waren, während der Entwickler selbst, also hier z.B. Rockstar, ebenfalls neue Spieler für zukünftige Ausgaben sowie In-Game-Käufe gewinnt. Darüber hinaus erhalten vor allem kleine Entwickler die Möglichkeit, die Unreal Engine für ihre Projekte zu nutzen. Hierbei profitieren sie extrem, da sie meist bereits an fehlendem Investment scheitern.

Das Konzept ist kein grundlegend Neues

Kunden durch kostenlose Aktionen anzulocken, ist keine Idee, die in der freien Marktwirtschaft besonders neu oder innovativ ist. Selbst in der Gaming-Welt sind es zum Beispiel Online Casinos, die Kunden mit Freispielen ohne Einzahlung anziehen. Dank dieses Konzeptes sind die Nutzer nicht an diverse Bedingungen gebunden und müssen keinerlei Geld einzahlen. Auf diese Art und Weise können viele Kunden einfacher vom Online-Spiel oder Anbieter überzeugt werden, da überhaupt kein Risiko besteht. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass neue Automaten ausführlich getestet werden können. Das ist vor allem dann nützlich, wenn sie auf den ersten Blick nicht allzu überzeugend wirken. Allerdings gibt es im Gesamtvergleich nur wenige Casinos, die Freispiele ohne Einzahlung anbieten. Stattdessen wird oftmals auf einen Bonus gesetzt.

Neben Online Casinos setzen andere Unternehmen außerhalb der Gaming-Branche ebenfalls auf das Locken mit kostenlosen Angeboten. Ein Beispiel hierfür ist das immer populärere HelloFresh. Der Service, bei dem Essensboxen nach Hause geliefert werden, ist bei der erstmaligen Nutzung kostenlos, damit der Kunde sich selbst vom Service überzeugen kann. Auch Streaming-Services wie Netflix und DAZN locken im Normalfall mit einem kostenlosen Monat, ehe der Kunde in den nächsten Monaten Geld für die erhaltenen Leistungen bezahlen muss. Selbst beim Shopping ist der Anreiz überall vorhanden. Blicken wir dafür nur auf den Marktführer Amazon, bei dem Prime immer wieder einmal kostenlos angeboten wird, um neue oder bereits vorhandene Kunden vom zusätzlichen Service zu überzeugen.

Unter dem Strich weiß Epic Games, was es tut. Zu den großen Spielen in den Angebotswochen war die Plattform des Unternehmens in aller Munde und konnte ihre Nutzerschaft auf einen Schlag vervielfachen. Entsprechend wird das Prinzip auch weiterhin eingesetzt werden, um mit dem Prinzip „Free for all" neue Kunden anzulocken.

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