Beschämend

Gamescom 2021: Homophobe Hasswelle überschattet Xbox-Präsentation

  • Janik Boeck
    VonJanik Boeck
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Die Gamescom 2021 steht unmittelbar bevor. Eine Präsentation von Xbox fand schon statt. Sie wurde allerdings von einer homophoben Hasswelle überschattet.

Köln – Fans aus aller Welt warten voller Spannung darauf, dass die Gamescom 2021 endlich richtig anfängt. Die Gerüchteküche kocht bereits ordentlich und serviert schon im Vorfeld den ein oder anderen Leak-Leckerbissen. Einen Tag vor der Opening Night Live, welche die Gamescom für Fans offiziell eröffnen soll, fand eine Präsentation von Microsoft zu Spielen für die Xbox statt. Diese wurde allerdings von einer homophoben Hasswelle überschattet.

Name der MesseGamescom
OrtKöln
Erste Ausstellung2009, zuvor als Games Convention in Leipzig
Besucher (2019)373.000
Aussteller (2019)1153
Nächster Termin25. August 2021 bis 27. August 2021

Gamescom 2021: Hasswelle gegen LGBTQ+ überschattet die Xbox-Präsentation

Manche Fans hatten vermutlich hohe Erwartungen an die Xbox-Präsentation auf der Gamescom 2021. Schließlich war der Auftritt von Microsofts Konsole auf der E3 2021 in vielen Augen das beste, was die Messe aus L. A. zu bieten hatte. Auf der Gamescom 2021 konnte die Xbox-Präsentation den Erwartungen allerdings nicht gerecht werden. Lediglich zwei große Spiele waren vertreten. Fans bekamen zum Beispiel einen Gameplay-Trailer zu Dying Light 2 zu sehen. Nach dieser starken Eröffnung flaute der Stream ab und fiel erst durch eine Hasswelle gegen die LGBTQ+-Community wieder auf – leider.

Ungefähr nach der Hälfte der Zeit wurde über das neue Homecoming-Update von State of Decay 2 gesprochen. Nach einem kurzen Trailer erzählte Wonder Russell, Director of Communications bei Undead Labs, was die Fans im neuen Update erwarten würde. Auf ihrem T-Shirt war eine Regenbogenflagge zu sehen. Einige Zuschauer:innen, welche die Gamescom 2021 auf YouTube verfolgten, nahmen das zum Anlass, eine Hasswelle loszutreten.

Im Livechat, über den man die Xbox-Präsentation auf der Gamescom 2021 kommentieren konnte, begannen etliche Zuschauer:innen durch Emojis ihre Abneigung gegenüber der Regenbogenflagge und damit der LGBTQ+-Community auszudrücken. Immer wieder sah man die Regenbogenflagge, gefolgt von Totenschädeln, Clowns oder sich erbrechenden Emojis. Die Hasswelle zog sich bis zum Ende der Präsentation durch den Livechat auf YouTube.

Gamescom 2021: Hasswelle gegen LGBTQ+ wird von YouTube nicht unterbunden

Nach Moderation suchte man vergeblich. Weder Moderator:innen des Kanals, noch YouTube selbst waren in der Lage die Hasswelle einzudämmen. Die entsprechenden Einträge, die während der Xbox-Präsentation auf der Gamescom 2021 in den Livechat gepostet wurden, sind nach wie vor vorhanden.

Gamescom 2021 Homophobe Hasswelle

Einziger Lichtblick ist, dass schon während der Veranstaltung einige Fans von sich aus versuchten, im Livechat gegenzusteuern. Vereinzelt konnte man Regenbogenflaggen in Kombination mit Daumen hoch oder grünen Häkchen als Zeichen der Toleranz und Offenheit sehen. Für die Gamescom 2021 heißt das aber nicht, dass man sich ausruhen kann. Für die Veranstalter:innen muss dieser Vorfall ein klarer Aufruf sein, den Livechat moderieren zu lassen.

Sollte das nicht möglich sein, muss die Gamescom 2021 andere Möglichkeiten finden, die Zuschauer:innen an der Veranstaltung teilhaben zu lassen. Denn ein paar Rüpel sollten mit ihren Hasswellen keineswegs die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Schließlich ist der Grundgedanke der Gamescom 2021 wie in jedem Jahr, Gamer:innen zusammenzubringen, unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung. Denn durch die homophobe Hasswelle rückte leider auch der Gameplay-Trailer von Forza Horizon 5 eher in den Hintergrund.

Rubriklistenbild: © Gamescom/Microsoft/YouTube (Montage)

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