Space Marine 2: Wenn Michael Bay ein Videospiel wär‘
Warhammer 40.000 Space Marine 2 vereint Wucht und Schönheit. Warum der Third-Person-Shooter die Spiel-gewordene Allmachtsfantasie ist, zeigt die gamescom-Vorschau.
Wucht und Schönheit: mehr als zwei Worte braucht es nicht, um Warhammer 40.000 Space Marine 2 zu beschreiben. Wenn es ein Spiel auf der gamescom 2023 schafft, Spieler aus ihren gemütlichen Gaming-Stühlen zu pusten, dann der neue Brecher von Entwickler Saber Interactive. Ich konnte die Spiel-gewordene Allmachtsfantasie auf der Messe ausprobieren und verrate, ob sich auch Warhammer-Neulinge auf den Third-Person-Shooter freuen dürfen.
| Name des Spiels | Warhammer 40.000 Space Marine 2 |
| Datum der Erstveröffentlichung (Release) | Winter 2023 |
| Herausgeber (Publisher) | Focus Entertainment |
| Serie | Warhammer 40.000 Space Marine |
| Entwickler | Saber Interactive |
| Plattformen | PS5, Xbox Series X/S, PC |
Space Marine 2: Wenn Michael Bay ein Videospiel wär
Innerhalb weniger Sekunden schafft es Space Marine 2, dass sich Spieler fühlen wie ein Gott am Gamepad. Nicht, weil das Spiel besonders einfach wäre. Ganz im Gegenteil: in vier Schwierigkeitsgraden finden selbst Shooter-Ultras garantiert ihren Meister. Stattdessen hat Entwickler Saber in die Inszenierung der Kämpfe und Spielwelt mehr Energie gesteckt als den titelgebenden Supersoldaten Testosteron durch ihre aufgepumpten Arme schießt.

Und das merkt man. Explosionen im Sekundentakt, schwer gepanzerte Ultramarines und bedeutungsschwangere Sprüche. Bist du es, Michael Bay? Was auf den ersten Blick stumpf wirkt, entfaltet aber recht schnell einen brachialen Sog. Nicht zuletzt, weil Gameplay und Inszenierung perfekt ineinander greifen.
Space Marine 2: Bombast-Shooter ohne Schnickschnack
Denn auch spielerisch fährt Saber Interaktive das Motto: „Simpel, nicht trivial“. In unserer rund einstündigen Demo-Session auf der gamescom 2023 gab es nicht mehr als eine Handvoll verschiedener Waffen zu finden. Dazu eine Fähigkeit, die unsere Nah- wie Fernkampfangriffe verstärkt und drei Granaten in die Hand: Fertig ist der Prototyp eines „Einfach zu lernen, hart zu meistern“-Bombast-Shooters ohne Schnickschnack.

Genau das ergibt im Warhammer-Setting übrigens total Sinn. Schließlich sind die bis an die Zähne bewaffneten Krieger, die man in Space Marine 2 verkörpert, keine Helden wider Willen. Viele NPCs in der Demo knien nieder und vergöttern Ultramarine-Kommandant Titus regelrecht, wenn er an ihnen vorbeistapft. Diesem Supersoldaten-Image muss man als pflichtbewusster Spieler natürlich gerecht werden.
Also Trigger drücken und nicht mehr loslassen, bis auch der letzte Tyranide im Staub liegt. Zwischendurch pariert man als Titus heranströmende Gegner mit gut getimten Angriffen seiner Kettensägenklinge oder begibt sich per Hechtsprung in Sicherheit. Dieser hechtende Wechsel aus Nah- und Fernkampf fühlt sich dank knackiger Animationen richtig gut an. Komplexität entsteht also nicht durch komplexe Mechaniken, sondern vielmehr durch cleveres Gegner-Management.
Tyraniden
In Space Marine 2 kämpfen Titus und seine Kompanie vor allem gegen Tyraniden. Dabei handelt es sich Xenos, also gewissermaßen „Aliens“, die in vielerlei Gestalt auftreten. Dass sie im Spiel immer in Horden vorkommen, ergibt tatsächlich sogar Sinn, denn sie verfügen über ein kollektives Bewusstsein. Ihren Namen verdanken sie dem Planeten Tyran, auf dem das Imperium erstmals Informationen über diese Rasse sammeln konnte. Wirklich wichtig ist das alles aber nur bedingt. Als absoluter Warhammer 40.000-Neuling behaupte ich: Space Marine 2 lässt sich problemlos auch ohne Vorkenntnisse spielen.
All das fühlte sich in der Demo unglaublich wuchtig an – auch wenn die Präzision dabei etwas auf der Strecke bleibt. Das Trefferfeedback ist saftig, selbst bei Horden von Gegnern auf dem Bildschirm. Space Marine 2 hat also alles, was ein moderner Shooter braucht – und legt sogar noch was obendrauf, denn Entwickler Saber hat mehr auf dem Kasten als nur Waffen und Bombast.
An Space Marine 2 führt 2023 kein Weg vorbei
Massen an Gegnern zum Beispiel. Genau wie bei World War Z, dem letzten Titel der französischen Spieleschmiede, kommt auch in Space Marine 2 wieder die Swarm Engine zum Einsatz. Die macht es möglich, mehrere Hundert Gegner gleichzeitig auf den Bildschirm zu bringen.
- Mehr gamescom 2023 gefällig?
- Starfield erscheint in zwei Wochen – aber auf der Gamescom 2023 darf es niemand spielen
- Stalker 2 macht Apokalypse spürbar – aber nicht auf die gute Art
- Enshrouded: Die deutsche Antwort auf Minecraft?
- Gamescom 2023: Die besten Stände der Messe – Diese Highlights muss man sehen
- Gamescom 2023: Altersbändchen - Diese Tricks musst Du zum Kontrollband kennen
- Gamescom 2023: 6 Highlights aus der Opening Night – ein verrückter Trailer toppt alles
Von allen Seiten strömen also kleine wie große Tyraniden auf die Ultramarines zu und warten nur darauf, lachend in die Gatling zu springen. Wenn sich die Massen in blinder Blutgier aufeinanderstapeln, um sich durch die Rüstung von Titus zu fressen, wirkt das schon mächtig beeindruckend. Auch in dieser Hinsicht ist Space Marine 2 eine Spiel-gewordene Allmachtsfantasie, wenn man die Flut der Gegner fachgerecht zerlegt.

Obendrein sieht der Third-Person-Shooter auch noch verdammt gut aus. Die offenen Arenen der Spielwelt aus dem Warhammer 40.000-Universum strotzen nur so vor Liebe zum Detail. Leichenberge türmen sich auf, überall liegt Militärausrüstung herum und die Setpieces, in denen die wuchtigen Kämpfe stattfinden, sind eine echte Augenweide. Wenn die Gegnerhorden in Kolonne aus der Kulisse auf die Marines zuzusprinten scheinen, kommt ein Hauch von Hollywood auf.
Zum Release von Space Marine 2 im Winter 2023 bleibt nur eine große Frage offen: Hält die Performance? Auf den hochgezüchteten Gaming-Rechnern der gamescom 2023 lief der Third-Person-Shooter größtenteils ruckelfrei. Andere Magazine berichteten jedoch von technischen Problemen im Rahmen der via Steam spielbaren Demo für Journalisten. Sollten Ruckler, Bugs und Abstürze zum Release ausbleiben, führt an Space Marine 2 in diesem Jahr kein Weg vorbei – selbst für Warhammer 40k-Neulinge wie mich.

