Inklusivität (noch) nicht vorhanden

Gaming: Viele Frauen tarnen sich mit männlichen Usernamen, um Stress zu vermeiden

  • Adrienne Murawski
    VonAdrienne Murawski
    schließen

Im Gaming spielen viele Frauen mit männlichen Usernamen, um den Stress während des Zockens zu minimieren. Eine Umfrage zeigt, wie viele es wirklich sind.

Vancouver – Zocken? Nur Männer zocken, Frauen beschäftigen sich lieber mit Kleidern, Schuhen oder Handtaschen. So zumindest die Klischees, doch die Realität sieht anders aus. Tatsächlich entdecken immer mehr Frauen die Gaming-Branche für sich und machen den Männern ihren Platz streitig. Doch viele Gamerinnen trauen sich noch immer nicht, sich auch als Frau in Chats und Spielen zu erkennen zu geben. Das hat eine nordamerikanische Studie herausgefunden, welche die Erfahrungen von Spielerinnen in der Gaming-Branche untersucht hat.

Auftraggeber:in der StudieLenovo
Studiendurchführer:inReach3 Insights
Thema der StudieErfahrung von Spielerinnen in der Gaming-Branche
Ziel der StudieWie Unternehmen einen inklusiveren Raum für Spielerinnen schaffen können
Webseitewww.reach3insights.com

Gaming: Knapp die Hälfte aller Videospieler:innen ist weiblich

Die Gaming-Branche wächst und wächst und wächst. Insbesondere seit Beginn der Coronapandemie, die zahlreiche Menschen zwang in den eigenen vier Wänden zu bleiben und sich dort zu beschäftigen. Als gute Ablenkung haben sich Videospiele erwiesen, weshalb die Nachfrage nach elektronischen Artikeln aller Art, aber auch nach Konsolen wie der Nintendo Switch, PS5 oder Xbox Series X enorm gestiegen ist. Immer mehr Gaming-Unternehmen schauen sich deshalb ihre Fans einmal genauer an, um den Markt besser erschließen zu können und es zeigt sich: immer mehr Frauen zocken.

Die Frauenquote auf der PS5 ist enorm gestiegen, im Vergleich zum Anteil der PS1-Spielerinnen, und hat sich mehr als verdoppelt. Mittlerweile sind 41 Prozent der PS5-Besitzer:innen weiblich. Auch der Verband der deutschen Games-Branche, game, kam in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass 48 % aller Videospieler:innen weiblich sind. Der Geschlechteranteil in der Gaming-Szene ist also ziemlich ausgeglichen, das hat auch die Studie der Reach3 Insights erneut ergeben.

Gaming: Nur 41 % aller Frauen geben sich mit einem weiblichen Usernamen zu erkennnen

In Zusammenarbeit mit Elektronikhersteller Lenovo hat Reach3 bereits Ende Mai dieses Jahres die Erfahrung von Spielerinnen in der Gaming-Branche untersucht. Die repräsentative Studie hat insgesamt 900 Frauen aus China, Deutschland und den USA sowie 98 männliche US-Amerikaner zu ihrer Meinung befragt. Ziel der Studie war es, herauszufinden, wie man einen inklusiveren Raum für Spielerinnen schaffen kann, in dem sich Gamerinnen wohl und sicher fühlen. Denn Beleidigungen und Diskriminierungen basierend auf dem Geschlecht sind für viele Spielerinnen noch immer an der Tagesordnung. So berichteten 77 Prozent aller befragten Frauen, dass sie beim Zocken aufgrund ihres Geschlechts mit Problemen konfrontiert sind. 70 % erlebten Beurteilungen ihrer Skills, 65 % haben Gatekeeping erfahren und 50 % aller Spielerinnen bekamen herablassende Kommentare zu hören oder zu lesen.

Gaming: Um Ärger zu vermeiden – 59 % der Frauen tarnen sich mit männlichem Usernamen

Darüber hinaus haben 44 % der befragten Spielerinnen während des Spielens unaufgeforderte Beziehungsanfragen erhalten. Dabei spielen Frauen keineswegs nur „Mädchenspiele“, sondern zocken die gleichen Games wie Männer. 88 % der befragten Frauen spielen gerne Wettkampfspiele, 75 Prozent zocken gerne Action/Survival-Games und ganze 66 Prozent spielen Shooter. Aufgrund der oben genannten Probleme trauen sich jedoch nur die wenigsten, sich auch als Frau im Chat zu erkennen zu geben. Ganze 59 % der Gamerinnen nutzen deswegen einen männlichen oder geschlechtsneutralen Usernamen, um Problemen aus dem Weg zu gehen.

Wie kann man gegen diese Probleme nun also vorgehen? In der Studie sagten 71 % der Teilnehmer:innen aus, dass Unternehmen integrativeres Verhalten fördern können, indem sie diverseren Gruppen mehr Platz in Gaming-Werbungen schaffen. Das wäre wohl zumindest ein Anfang.

Rubriklistenbild: © dpa/Oliver Berg/Activision (Montage)

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Pokémon GO: Events im August 2021 – Drei lohnen sich ganz besonders
Pokémon GO: Events im August 2021 – Drei lohnen sich ganz besonders
Pokémon GO: Events im August 2021 – Drei lohnen sich ganz besonders
Pokémon GO: Rampenlichtstunden im August 2021 – Verpasst diese keinesfalls
Pokémon GO: Rampenlichtstunden im August 2021 – Verpasst diese keinesfalls
Pokémon GO: Rampenlichtstunden im August 2021 – Verpasst diese keinesfalls
PS5 kaufen: Nachschub bei Expert – Aktuelle Chance auf neue Konsolen
PS5 kaufen: Nachschub bei Expert – Aktuelle Chance auf neue Konsolen
PS5 kaufen: Nachschub bei Expert – Aktuelle Chance auf neue Konsolen
MontanaBlack: Freundin vom Twitch-Streamer – Warum gibt es für Fans kein Halten?
MontanaBlack: Freundin vom Twitch-Streamer – Warum gibt es für Fans kein Halten?
MontanaBlack: Freundin vom Twitch-Streamer – Warum gibt es für Fans kein Halten?

Kommentare