Glücksspiel Staatsvertrag erlaubt online Casinos!

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Zum großen Coup ist es endlich in Deutschland gekommen. Was viele schon seit Jahrzehnten vehement forderten, dürfte Mitte 2021 Realität werden. Nämlich, dass sich Kunden von Online Casino nicht mehr weiter in einer Grauzone bewegen, sondern ihrem Hobby völlig legal nachgehen können. Möglich machte diese Wendung eine Einigung der Bundesländer auf einen neuen Glücksspiel Staatsvertrag.

Expertenrat befolgt

Schon im Vorfeld wurde über eine Legalisierung von Online Glücksspiel viel diskutiert. Die Experten der Universität Hohenheim hatten im November 2019 ein Positionspapier veröffentlicht, wonach illegales Glücksspiel in Deutschland bei der jetzigen Lage nur schwer zu kontrollieren sei. Über 20 Wissenschaftler arbeiteten an der Stellungnahme mit dem Ziel sowohl die ökonomischen als auch die psychologischen, rechtlichen und sozialen Fragen rund um das Thema Glückspiel zu untersuchen. Die bereits im Jahr 2004 gegründete Stelle empfahl unter anderem folgende Punkte:

  • Sie kam zu dem Schluss, dass der Online Glücksspielmarkt am besten mit einer gemeinsamen Glücksspielbehörde zu kontrollieren sei. Diese Stelle sollte der Anstalt des öffentlichen Rechts zugeordnet sein
  • Die steuerliche Situation müsse sich laut den Experten der Universität ändern: Aktuell zahlen Online Casino Betreiber keine Steuern oder im besten Fall nur die Umsatzsteuer auf den Spielertrag (brutto). Somit steht das nicht-regulierte Glücksspiel aus heutiger Sicht im Vergleich zu legalen in Deutschland registrierten Anbietern finanziell besser da
  • Außerdem wird in dem Papier empfohlen, das Strafgesetzbuch zu ändern. So soll besser gegen Betreiber illegalen Glücksspiels vorgegangen werden

Nicht zuletzt aufgrund der detaillierten Expertise und Empfehlungen der Universität Hohenheim einigten sich die Bundesländer im Januar 2020 auf den Entwurf, der jedoch erst in der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen werden muss.

Bisheriger Außenseiter Schleswig-Holstein

 Als einziges deutsches Bundesland hatte Schleswig-Holstein bereits seit 2011 Lizenzen für Online Glücksspiel ausgegeben. Zwar müssen die Betreiber auf ihren Webseiten darauf hinweisen, dass Online Glücksspiel nur in Schleswig-Holstein zugelassen ist, dennoch wurden auch Spieler anderer Bundesländer keinesfalls abgewiesen. Immerhin gibt es tausende Online Casinos, die ihren Sitz nach Malta, Gibraltar oder andere Staaten verlegt haben, wo Online Casino Lizenzen ausgegeben werden. Für Kunden ist es oft gar nicht relevant, wo das Online Casino seinen offiziellen Geschäftssitz hat, Hauptsache die Spiele sind gut aufbereitet und die Auszahlungen erfolgen seriös.

Dennoch hat sich Schleswig-Holstein mit seinem Alleingang bei anderen Bundesländern nicht unbedingt beliebt gemacht. Das Land im Norden führt jedoch an, dass Spieler sich ohnehin in Online Casinos registrieren, ob es nun legal sei oder nicht. Da wäre es doch sinnvoller, Online Casinos zu legalisieren und somit die Umsätze im eigenen Land zu belassen. Aus einer Legalisierung vom Online Glücksspiel in Deutschland verspricht man sich in Schleswig-Holstein alleine Mehreinnahmen von 50 bis 60 Millionen Euro pro Jahr.

Worum es in dem neuen Staatsvertrag geht

Bis Mitte 2021, wenn der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft treten soll, setzt Schleswig-Holstein seine Sondergenehmigungen fort. Dann sollen im ganzen Land virtuelle Glücksspiele wie Online-Casinos, Online-Automatenspiele und Online Poker erlaubt sein. Geplant sind allerdings strenge Auflagen, die dem Spielerschutz dienen sollen. Dazu zählt ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro. Damit will der Staat verhindern, dass sich Schulden anhäufen und Spieler in finanzielle Ausnahmesituationen geraten. Experten kritisieren gerade diesen Punkt: Spielsüchtige würden sich in mehreren Casinos – zum Teil wieder mit Sitz im Ausland – registrieren, um diese Regelung zu umgehen.

Außerdem soll es eine Sperrdatei geben: Spieler können sich selbst mit einer Sperre belegen, sie kann jedoch auch von Casinobetreibern angefordert werden. Geführt wird die Datei von einer überregionalen Aufsichtsbehörde. Weitere Maßnahmen zum Spielerschutz sind, dass alle Betreiber ihre Spielverläufe offenlegen müssen. Somit kann die Behörde Unregelmäßigkeiten aufdecken und gegebenenfalls einschreiten. Auch ein automatisiertes System zur frühen Erkennung spielsuchtgefährdeter Kunden soll es geben.

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