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Iron Harvest in der Vorschau - Echtzeitstrategie mit eisernem Willen? 

Iron Harvest: Echtzeitstrategie im 1. Weltkrieg. Wir haben uns das Kickstarter-Projekt von King Art vorab angesehen. Die Vorschau zeigt wie gut es sich spielt.

  • Iron Harvest unter der Lupe - können die ersten Spielstunden überzeugen?
  • Das Strategiespiel erzählt eine Geschichte zwischen Familie, Freundschaft und Hass. 
  • Iron Harvest erscheint am 01. September 2020 für PC, PS4 und Xbox One.

Bremen – Das deutsche Entwicklerstudio King Art zeigte ihr neuestes Projekt Iron Harvest erstmals im August 2017 mit einem Trailer. Dem Kickstarter-Projekt gelang es innerhalb kürzester Zeit eine beachtliche Summe von knapp 1.3 Millionen US-Dollar zu erzielen, wobei sich das Team „gerade einmal“ 450.000 US-Dollar als Ziel gesetzt hatte. Über 16 tausend Menschen forderten den Release des Echtzeitstrategie-Brockens. Nun ist es bald so weit, denn bereits Anfang September erscheint das Strategie-Spiel für PC, Playstation 4 und Xbox One. Schaffen es die Entwickler, die versprochenen Anforderungen zu erfüllen und wird das Spiel genauso vielversprechend wie es zunächst scheint? Das erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Iron Harvest: Im Eifer des Gefechts kommt es zu unzähligen Schüssen.

Iron Harvest: Die Geschichte hinter der Strategie

Iron Harvest spielt in einer fiktiven Welt namens 1920+ und erzählt die Geschichte rund um Anna und ihre Familie. Anna lernte bereits in den frühen Kindheitstagen den Umgang mit einer Waffe. Während eines Jagdausflugs mit ihrem Onkel wurde dieser unverhofft von einem Bären angegriffen. Glücklicherweise kam schnelle Rettung in Form eines Kriegsveteranen in einem Mech. Unglücklicherweise handelte es sich bei dem angreifenden Wildtier allerdings um eine Bärenmutter, wie man kurze Zeit später erfährt, als ein Bärenjunges verwirrt aus dem Unterholz trampelt. Anna beschließt sich diesem anzunehmen und schließt eine unzertrennliche Freundschaft mit dem kleinen Bären. 

Ihr Onkel hingegen wird kurzerhand von den Soldaten eingezogen und muss nun selbst in den Krieg ziehen. Dabei handelt es sich übrigens um eine fiktive Version des 1. Weltkriegs. Anna und ihr Vater sind allerdings wenig begeistert davon und zeigen ihre Trauer und Sorge. Jahre später erreicht der Krieg die eigene Haustür und Annas Dorf wird unverhofft von feindlichen Truppen angegriffen. Gemeinsam mit ihrem tierischen Freund fasst sie einen mutigen Plan. Sie will den Konflikt auf eigene Faust beenden, auch wenn das bedeutet, die Truppen im Alleingang auszuschalten. Was im ersten Moment noch nach einem Action-RPG oder Story-Adventure klingt, stellt sich jedoch schnell als anspruchsvolles Echtzeit-Strategie-Monster für Veteranen heraus.

Hinter der Deckung schießt es sich in Iron Harvest deutlich sicherer.

Iron Harvest: So spielt sich das Strategiespiel für Echtzeit-Fans

Während euch das Tutorial die Basics des Echtzeit-Strategiespiels beibringt und den korrekten Umgang mit allen bisher vorhandenen Spielelemente anhand einer Schneeballschlacht aufzeigt, geht es später im Spiel deutlich härter zur Sache. Iron Harvest ist ein Echtzeit-Strategiespiel, in welchem jede noch so kleine Bewegung genauestens geplant werden sollte. Mittels Mausklick manövriert ihr eure Truppen durch die weitläufigen Gebiete des Spiels. Vor einem Kampf ist es jedoch unabdingbar, sich in passende Position zu bringen. Einfach drauflosschießen führt meist nur zum unnötigen Verlust eurer Lebenspunkte. Während der Schlachten stehen stehen euch verschiedene Deckungspunkte zur Verfügung. So bieten Gebüsche, Gebäude oder kleinere Mauern euch Unterschlupf bzw. Sicherheit. 

Im Laufe der Kampagne rekrutiert ihr nach und nach mehrere Einheiten, die euch in allen Situationen zur Seite stehen. Dabei ist die richtige Balance zwischen den Einheiten der Schlüssel zum Sieg in Iron Harvest. Zwischen den Schlachten lassen Gegner gelegentlich neue Waffen fallen, welche von euren Einheiten aufgenommen werden können. Die Protagonistin in Iron Harvest kann neben den normalen Schussmanövern auch noch einen gezielten Schuss mit voller Breitseite ausführen, der allerdings mit einer saftigen Abklingzeit verbunden ist. Auch ihren tierischen Begleiter könnt ihr zum Angriff hinzuziehen. Sammelt ihr genügend Erfahrung während des Kampfgeschehens, können eure rekrutierten Einheiten ebenfalls Spezialtechniken erlangen. 

Zwischen den Gefechten findet ihr allerhand Items wie Granaten oder Medi-Kits. Während ihr zu Beginn von Iron Harvest noch einfache Fußsoldaten rekrutiert, kommen im späteren Spielverlauf immer neue Einheiten wie Ingenieure oder Mechs hinzu.  Im Laufe der Kampagne baut das Spie so Stück für Stück weitere Spielelemente ein, mit denen ihr euch zunächst zu Genüge vertraut machen könnt, bevor die nächste Neuerung auf dem Bildschirm aufpoppt. Die Karte verschafft euch dabei stets einen Überblick über das Geschehen. Feindliche Einheiten, Ressourcen und Items sind stets farblich gekennzeichnet. Iron Harvest verbindet dabei Dieselpunk-Stilelemente mit einem bodenständigen Look, der die Schlachtfelder des 1. Weltkriegs zu neuem Leben erweckt. Schneelandschaften und gemäßigte Wälder geben sich die Ehre.

Unsere eigens erbaute Basis in Iron Harvest.

Innerhalb der recht linearen Missionen arbeitet ihr euch Schritt für Schritt von A nach B und deckt somit die Standorte der gegnerischen Truppen auf. Befindet sich ein Feind in der Nähe, erscheint ein Symbol und mittels Leertaste ermittelt ihr die genaue Position des Gegners. Einheiten können sowohl einzeln, alle im Screen befindlichen, oder auf einmal ausgewählt werden. Stirbt einer eurer Mitkämpfer, müsst ihr mit den Konsequenzen leben, zumindest so lange, bis der nächste Storyabschnitt beginnt. Dies gilt allerdings nicht für die Anführerin Anna, denn diese kann von Truppenmitgliedern wiederbelebt werden.

Im späteren Spielverlauf wird das Spiel deutlich komplexer, da euch mit dem Ingenieur schon Möglichkeiten zum Basis-Bau offen stehen. Um diese zu schützen, steht es euch frei, Minen im Gebiet zu verteilen, Stacheldraht zu verlegen oder Deckungen zum Schutz zu erbauen. Es gilt also ausreichend Ressourcen zu sammeln, um nicht in Ressourcenknappheit zu gelangen. In einer der späteren Missionen galt es einen Zug an einen vorgegebenen Standort zu führen und während des Weges nicht nur alle feindliche Einheiten auszuschalten, sondern den Zug zugleich vor Angriffen zu bewahren. Neben jeder der Hauptmissionen erwarten euch noch optionale Nebenmissionen, wie beispielsweise das Einnehmen feindlicher Basen. Die Geschichte in Iron Harvest wird mittels vollvertonter Zwischensequenzen erzählt. Um euer Können unter Beweis zu stellen, könnt ihr euch außerdem im Multiplayer-Modus austoben und euch mit anderen Spielern messen. 

In dieser Mission von Iron Harvest gilt es den Zug sicher von A nach B zu bringen

Iron Harvest: Unser vorläufiges Fazit zum Echtzeit-Strategiebrocken

Iron Harvest setzt nicht nur auf taktischen Tiefgang, sondern fordert auch eine gute Beobachtungsgabe von euch. Es gilt, die recht offenen Karten stets im Blick zu behalten. Nicht selten muss man dutzende Einheiten gleichzeitig manövrieren und dabei bereits den nächsten Schachzug überdenken. Glücklicherweise stehen nach größeren kämpferischen Begegnungen oftmals Medi-Kits zur Verfügung. Allerdings zieht im späteren Verlauf der Schwierigkeitsgrad gehörig an und man sollte ein gutes Durchhaltevermögen mitbringen, denn die Kampagne des Echtzeit-Strategie-Brockens ist alles andere als ein Spaziergang im Mech. Da es sich bei der gespielten Variante lediglich um frühes Beta-Material handelte, ist es nicht unüblich, dass das Spiel mit technischen Patzern zu kämpfen hatte. 

Mal konnten wir Anna nicht heilen, ein anderes Mal steckten wir zwischen Steinen fest und dreimal hängte sich das Spiel komplett auf. Allerdings hat das in Bremen beheimatete Studio King Art ja noch einige Monate, um die nötige Fixarbeit zu leisten. Optisch kann Iron Harvest zwar nicht mit größeren Blockbustern im Stil von X-COM  mithalten, dies macht alleine schon durch das Wiederholen der immer gleichen Charaktermodelle bemerkbar. Auch die Zwischensequenzen glänzen nicht unbedingt durch technische Finesse. Deutlich eindrucksvoller hingegen sind aber die Feuer- und Explosionseffekte geraten und auch die Mechs machen durch deren vielfältiges Design einiges her. Schrauben die Entwickler noch an den passenden Stellen könnte Iron Harvest für Echtzeit-Strategie-Fans zum echten Geheimtipp werden.

mvb

Rubriklistenbild: © King Art

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