Teures Glücksspiel

Lootboxen: In Brasilien bald illegal? Gericht droht mit dicken Geldstrafen

  • Joost Rademacher
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Ein Gericht in Brasilien prüft im Moment, ob Lootboxen in Videospielen als Glücksspiel bald illegal sind. Im Fall eines Urteils könnten hohe Geldstrafen anstehen.

Hamburg – Jedes der letzten Jahrzehnte hat so ein paar Kontroversen, die die Diskussionen rund um Videospiele befeuern. Die Industrie hat da schon so einiges gesehen, von Gewaltdarstellung und ‚Killerspielen‘ über Quick-Time-Events bis hin zu dreisten Pferderüstungen als DLCs. Seit einigen Jahren sind es jetzt Lootboxen, die im Mittelpunkt der großen Debatten stehen. Von FIFA 21 über Overwatch bis hin zu Call of Duty, überall sind die oft kostenpflichtigen Kisten schon zu finden gewesen. In Brasilien sollen Lootboxen aber bald illegal werden und mit einer dicken Geldstrafe geahndet werden.

Name des EntwicklersGarena
GründerForrest Li
Gründung08. Mai 2009
HauptsitzSingapur
TochterorganisationPhoenix Labs

Lootboxen: Untersuchung in Brasilien hat begonnen

Seit einiger Zeit schon stellt sich die Frage, ob Lootboxen unter die Kategorie der Glücksspiele fallen. In vielen Ländern, auch in Deutschland, diskutiert die Politik, wie die kleinen Glücksbehälter für Items einzustufen sind. So eine Kategorisierung wäre nämlich erst einmal nötig, damit weitere Gesetze oder Richtlinien für Lootboxen eingeführt werden könnten. In Brasilien könnte so etwas gravierende Folgen haben. In dem südamerikanischen Land ist Glücksspiel laut Gesetz illegal und brasilianische Behörden sollen nun überprüfen, ob Lootboxen dort auch dazugehören.

Losgetreten wurde diese Untersuchung auf Empfehlung des brasilianischen Nationalverbandes für Kinder- und Jugendschutz (ANCED). Per Definition sind Lootboxen nämlich ein bezahlter Gegenstand, der keine garantierte Belohnung bietet, sondern einen zufälligen Gegenstand ausspuckt. Im Grunde ist das noch kein riesiges Problem. Die Lootboxen könnten ja rein kosmetischer Natur sein und sich nicht weiterverkaufen lassen, wie in Overwatch. In einigen Spielen, Counter-Strike Global Offensive zum Beispiel, ist es aber möglich, die Items auf einem Marktplatz zu verkaufen. Das würde einen monetären Wert und entsprechend einen Anreiz liefern, die Boxen überhaupt erst zu kaufen.

Lootboxen: Strafen bis zu 700.000 Dollar am Tag möglich

Valve, der Entwickler von Counter-Strike Global Offensive ist aber nicht alleiniges Ziel der Angelegenheit. Auch Activision, EA, Riot Games, Nintendo, Konami, Ubisoft, Tencent, Microsoft, Apple, Google und Sony sollen untersucht werden. Besonders hart könnte es aber Garena treffen, von dem der Mobile-Shooter Free Fire stammt. Der Entwickler und Publisher befindet sich laut dem Esports Observer im Moment schon in einem Prozess und könnte bei einem Urteil für das Verbot der Lootboxen mit etwa 693.000 Dollar Strafe getroffen werden. Aber das würde keine einmalige Zahlung werden, sondern wäre für jeden Tag fällig, an dem Lootboxen in Spielen von Garena bleiben.

Lootboxen: Brasilien strebt Verbot an – 700.000 US-Dollar Strafe pro Tag drohen

Noch bleibt ein Urteil zu den Lootboxen aber aus. Selbst wenn Garena und andere Unternehmen nach dem Urteil die Glücksspiel-Elemente aus ihren Spielen entfernen müssten, würde dies aber nicht sofort passieren. Vorher müsste die brasilianische Justiz den Prozess nochmals analysieren. In Deutschland findet währenddessen eine ganz eigene Debatte zu dem Thema statt. Je nach dem wie die Reform zum Jugendschutzgesetz ausfällt, könnten Spiele wie FIFA 21 in Zukunft ab 18 freigegeben werden.

EA gibt sich aber selbstsicher in der Angelegenheit um die Lootboxen. In einem Interview mit der Gameswirtschaft erwähnte ein Sprecher des Publishers, dass nichts an EA-Spielen als Glücksspiel ausgelegt werden könne. Die höheren Alterseinstufungen sollten außerdem nur in Ausnahmefällen in Betracht kommen. Bleibt abzuwarten, wie die Diskussion sich in Zukunft entwickelt. Womöglich wird sich eine Änderung schon in naher Zukunft bei einigen Spielen zeigen, wie Battlefield 6, das im Mai angekündigt werden soll. Noch in Battlefield V gab es Kontroversen, dass Lootboxen unter einem anderen Namen enthalten gewesen sein sollen.

Rubriklistenbild: © Capcom/Blizzard Entertainment (Montage)

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