Lootboxen und Gambling: Großbritannien diskutiert

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Verzocktes Geld?

In Free to Play Games sind sie schon lange Normalität geworden, da sie dort häufig die primäre Einnahmequelle darstellen. Nun nehmen die Lootboxen, zu deutsch "Beutekisten" aber vermehrt Einzug in vollpreisige Titel.

Vor ein paar Jahren begann EA in FIFA den Modus Ultimate Team und damit Pakete anzubieten, die Spieler enthalten. Diese waren zu erwerben mit erspielten Münzen aber auch, um Zeit zu sparen mit Echtgeld.

Jedoch weiß man nicht, was in diesem Paket enthalten ist, so kann es sich lohnen, aber auch total frustrierend sein und man hat 20 Euro oder mehr verschenkt. Ist das nun Glücksspiel?

Großbritanien hakt nacht

Daniel Zeichner, Politiker der britischen Labour Partei hat sich nun damit auseinander gesetzt. Er versucht eine Verschärfung der Gesetze durchzusetzen. Nachdem er sich Anfang Oktober mit dem Reddit User"Arfunkel" zusammensetzte, um zu diskutieren, ob die aktuellen Glückspielgesetze Lootboxen, sowie Online und im spiel enthaltenes Gambling mit einschließen.

Er formulierte folgende Fragestellungen an die britische Regierung.

Ich frage hiermit den Außenminister, der zuständig für Digitales, Kultur, Medien und Sport ist. Was sind die Schritte, die sie einleiten wollen, um dazu beizutragen, angehende Erwachsene und Kinder, davon abzuhalten, illegales Gambling im Internet, in Videospielen zu betreiben oder Lootboxen  in Videospielen für echtes Geld zu erwerben?

Ich frage hiermit den Außenminister, welcher zuständig für Digitales, Kultur, Medien und Sport ist. Was für Schlüsse hat die Regierung aus der Effektivität der verschärften Glückspiel-Gesetze der Isle of Men gegenüber illgeales und In-Game Gambling, sowie Lootboxen gezogen? Und welche Ergebnisse brachten die Diskussionen, so ein Gesetz auch in Großbritannien einzuführen?

Reaktionen darauf dürfen mit Spannung erwartet werden, nachdem das erste Mal dieses Thema offiziell in Großbritannien angesprochen wurde. Die UKIE, PEGI und ESRB vertreten alle die Meinung, dass Lootboxen kein Glückspiel sind und sie wären nicht in der Lage in jedem Land zu definieren, was Glücksspiel ist und was nicht.

Gambling in Counter Strike

Die Richtung die aktuell in der Videospielindustrie eingeschlagen wird ist relativ erschreckend. So gibt es z.B in dem von Valve produzierten "Counter Strike Global Offensive" Boxen, welche im Spielverlauf gratis erhalten werden können. Um diese jedoch zu öffnen muss man 1,79 Euro zahlen und das obwohl das Spiel an sich schon Geld kostet.

Diese Skins können auf illegalen "Gambling" -Seiten dann wie in einem Online Casino als Einsatz für Spiele wie Roulette oder einfach Münzwürfe genutzt werden, womit auch Minderjährige Zugang zum Glücksspiel haben.

Lootboxen in Vollpreis-Titeln

Auch in teuren AAA-Titeln gibt es das Problem, als bestes Beispiel dient das gerade erst erschienene "Mittelerde: Schatten des Krieges". Für dieses zahlt man schon mindestens 50 Euro.  Danach hat man trotzdem noch die Möglichkeit sich für echtes Geld "Gold" zu kaufen und für dieses nochmal genauso viel wie für das Spiel selbst auszugeben.

Auch in Titeln wie "Assassin's Creed" oder "Forza Motorsport" gab es diese Möglichkeiten schon und je mehr Leute zahlen, desto mehr weitet es sich aus.

Besondere Gefahr für Minderjährige

Häufig ist es der Fall, dass Eltern ihre Kreditkarte auf den Spielaccounts ihrer Kinder hinterlegen. Jedoch haben diese meist noch nicht gelernt den Wert des Geldes zu schätzen. Und so unterstützen sie die Unternehmen mit teuren Einkäufen auf Kosten ihrer Eltern.

Die Frage ist nun, was man gegen all dies tun kann, denn das diese "Mikrotransaktionen" und die Möglichkeit im Spiel oder außerhalb des Spiels zu gamblen nichts gutes sind, ist klar. Jedoch werden so Menschen schon im jungen Alter an das Glückspiel rangeführt.

Und obwohl Sportwetten und Casinos in unserem Land in Verruf sind und starke Auflagen bekommen, dürfen Videospiele weiterhin zufällig-basierte Truhen oder Pakete für Echtes Geld anbieten und so riesige Umsätze machen.

Ob sich in Zukunft in dieser Richtung etwas tut bleibt fraglich, man kann nur hoffen, dass sich etwas tut und die Regelungen verschärft werden.

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