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Twitch: Beste Clips 2020 – Jury kürt zehn Gewinner

Mehr und mehr zieht es zu Facebook Gaming und Twitch

  • Peer Schmidt
    vonPeer Schmidt
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Als Twitch 2011 an den Start ging, ahnte noch niemand, dass es einmal die größte Livestream-Plattform der Welt sein würde. 

Für seine Erfinder stellte Twitch zunächst nur ein Nebenprojekt dar, das aber schnell an Fahrt aufnahm. Heute sehen Monat für Monat mehr als 100 Millionen Nutzer Gaming-Streams auf Twitch. Ob Battle Royale oder RPG, Strategie oder sogar Casinospiele: Es gibt kein Genre, das auf der Plattform nicht vertreten wäre. Auch Konkurrenten wie Facebook Gaming und Youtube Gaming Live kopieren das Twitch-Geschäftsmodell. Ihr Wachstumspotential scheint bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Denn mit der zunehmenden Beliebtheit von Videospielen steigt auch das Interesse an Livestreams immer weiter an. Im letzten Jahr wurden wieder einmal neue Zuschauerrekorde verzeichnet. Und auch die Zahl der Streamer, die auf den Plattformen ihr Geld verdienen, nimmt stetig zu.

Online Games beliebter denn je

2020 war das Jahr der digitalen Medien. Nie zuvor hatte die Menschheit so viel Zeit vor dem Bildschirm verbracht, nie zuvor war sie zur Freizeitgestaltung so sehr auf das Internet angewiesen. Das schlug sich auch in einem Boom beim Online Gaming nieder. Die Server von Spielen wie Counter-Strike oder World of Warcraft waren teilweise völlig überlastet, die Betreiber mussten im Handumdrehen neue Kapazitäten aufbauen. Die Zahl der heruntergeladenen Smartphone-Spiele wuchs im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 %, ähnlich verhielt es sich beim Umsatz durch In-App-Käufe. Auch im Bereich der Online Casinos konnte man sich über eine positive Entwicklung der Nutzerzahlen freuen und wird für die Anmeldung sogar oft mit Freispielen ohne Einzahlung belohnt. Ob solche Maßnahmen zur Kundengewinnung im letzten Jahr überhaupt notwendig gewesen wären, ist offen. In jedem Fall zog sich der positive Trend quer durch die gesamte Gaming-Branche. Die Aktie Activision-Blizzard-Konzerns legte im Laufe des Jahres um mehr als 40 % zu und erreichte eine neue Bestmarke und auch Ubisoft verzeichnete ein Kurswachstum von rund 20 %. All das machte sich auch bei Livestreaming-Diensten wie Twitch und Facebook Gaming bemerkbar.

Mehr Gamer, mehr Zuschauer

Denn mit dem Interesse am Gaming stieg auch das Interesse an Livestreams. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sehen sich Gamer gerne auf Plattformen wie Twitch nach neuen Spielen um. Livestreams haben die Demoversion von früher weitgehend ersetzt, denn auf diese Weise kann man sich kostenlos ein Bild vom Gameplay machen. Oft zeigen Streamer aber auch nützliche Tipps und Tricks für Online-Spiele. Viele Zuschauer nutzen Twitch auch nur zur Unterhaltung. Sie finden dort Inhalte, die perfekt auf ihre Interessen abgestimmt sind und können sich mit Gleichgesinnten verbinden. Auch E-Sports-Turniere werden oft als Livestream übertragen und haben unter Gamern eine große Anhängerschaft. Die Kombination dieser Faktoren schlug sich 2020 in beeindruckenden Zahlen nieder. Twitch-Zuschauer saßen 2020 mehr als 18 Milliarden Stunden vor dem Bildschirm, während es 2019 nur 11 Milliarden Stunden waren. Das stellt einen Zuwachs von mehr als 67 % dar. YouTube Gaming Live festigte seine Stellung auf dem zweiten Platz mit rund 6,2 Milliarden Stunden, was gegenüber 2019 beinahe eine Verdoppelung darstellt. Noch extremer fiel das Wachstum auf Facebook Gaming aus, wo sich die Zuschauerzeit beinahe verdreifachte. Allerdings liegt der Dienst mit rund 3,3 Milliarden Stunden immer noch deutlich hinter der Konkurrenz.

Ein profitables Geschäftsmodell für Influencer

Aber nicht nur die Zeit, die Zuschauer auf Livestream-Plattformen verbrachten, erhöhte sich. Immer mehr Gamer versuchen, sich mit Streams eine Karriere als Influencer aufzubauen. Die Menge an Content wächst deshalb rapide an. Wurden im vierten Quartal 2019 noch 431 Millionen Stunden auf Twitch gestreamt, waren es im vierten Quartal 2020 schon 761 Millionen Stunden. Facebook Gaming legte im selben Zeitraum von 4,4 Millionen Stunden auf 14,5 Millionen Stunden zu. Nur bei YouTube Gaming stagnierte die Aktivität der Streamer im Jahresdurchschnitt und nahm zum Ende hin sogar ab. Wer es ganz an die Spitze schafft, kann mit einem Einkommen von mehreren hunderttausend Euro im Monat rechnen. Es setzt sich beispielsweise aus Werbeeinnahmen, Abonnements und Sponsoring-Verträgen zusammen. Auf diese Weise haben sich Twitch-Größen wie Ninja, Shroud oder TimTheTatman ein Millionenvermögen erarbeitet. Natürlich erreicht diese Größenordnung nur ein Bruchteil aller Livestreamer und die Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Zuschauer ist hart. Trotzdem gelingt es immer mehr Gamern auf diese Weise, mit ihrem Hobby einen Lebensunterhalt zu verdienen. Auf der Suche nach lukrativen Nischen wenden sich immer mehr von ihnen von Platzhirsch Twitch ab und suchen nach Alternativen.

Kann Facebook Gaming Twitch einholen?

Das kommt vor allem dem Drittplatzierten Facebook Gaming zugute. Der Dienst wurde erst 2018 gegründet und ist damit deutlich jünger als Twitch und YouTube Gaming. Dennoch ist es auf dem besten Weg, aufzuholen. Als Microsoft im letzten Jahr seine eigene Livestream-Plattform Mixer einstellte, gelang Facebook ein großer Coup: Der ehemalige Konkurrent übertrug ihm einen großen Teil seiner Nutzerschaft. Seither geht es für Facebook Gaming steil bergauf. Für neue Streamer ist die Plattform derzeit besonders attraktiv, weil die Konkurrenz deutlich geringer ist. Anfänger benötigen daher weniger Zeit, um ihren ersten großen Durchbruch zu erzielen. Einigen Berichten zufolge ist das Publikum auf Facebook Gaming auch deutlich spendabler. Das könnte daran liegen, dass die Nutzerschaft mehr Einkommen zur Verfügung hat. Möglicherweise liegt es aber auch an der Atmosphäre in der Gemeinde. Denn während Twitch häufig wegen eines toxischen Klimas kritisiert wird, ist der Umgangston auf Facebook Gaming deutlich respektvoller. Es ist daher durchaus damit zu rechnen, dass Facebook Gaming weiter Boden gutmacht, nicht zuletzt, weil Social-Media-Gigant Facebook voll hinter dem Projekt steht. Ob der Dienst Twitch jemals einholen kann, ist fraglich. Einige Beobachter rechnen aber damit, dass Facebook Gaming bald vor Konkurrent Youtube den zweiten Platz im Livestream-Markt einnimmt.

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