Kampfansage gegen den Platzhirsch

Microsoft könnte Steam mit besseren Angeboten für Entwickler im Store angreifen

  • Joost Rademacher
    vonJoost Rademacher
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Microsoft hat vor die Angebote für Entwickler in ihrem Store attraktiver zu gestalten. Damit könnte das Unternehmen aus Redmond den direkten Konkurrenten Steam angreifen.

Redmond, Washington – Seit Jahren ist Steam die dominierende Plattform für Videospiele auf dem PC. Viele Unternehmen haben schon versucht, Steam den Rang abzulaufen, bisher aber eher mit mäßig viel Erfolg. Selbst der Epic Games Store, der seit einiger Zeit auf dem Vormarsch ist, hat noch nicht so wirklich was gegen Valve und seinem Allzweck-Marktplatz aussetzen können. Jetzt kommt aber Microsoft mit einer neuen Offensive. Während die Xbox Series X mit neu aufgekauften Entwicklerstudios überzeugen will, lockt der Konzern nun auf dem PC mit einem verführerischen Angebot für Entwickler:innen.

UnternehmenMicrosoft
HauptsitzRedmond, Washington
CEOSatya Nadella
Umsatz143 Mrd. USD (2020)
GründerBill Gates, Paul Allen
KonsolensparteXbox

Microsoft: Konkurrenz für Steam – Microsoft Store senkt Verkaufsanteil auf 12 Prozent

Wer bei einer Shop-Plattform wie Steam oder dem Microsoft Store kauft, bezahlt damit nicht nur die Entwicklerstudios und Publisher. Ein gewisser Anteil des Kaufpreises geht immer an die Plattform, die den Verkauf ermöglicht. Bei Steam kann dieser Anteil je nach Einstufung bis zu 30 Prozent betragen – ein durchaus großes Stück vom Kuchen also. Einige andere Marktplätze versuchen schon, dagegen mit geringeren Provisionen vorzugehen, um für Entwicklerstudios attraktiver zu werden. Der Epic Games Store zum Beispiel verlangt nur 12 Prozent.

Bei diesem Preis setzt jetzt auch Microsoft an. Im hauseigenen Microsoft Store hat der Konzern bisher, ebenso wie Steam, eine Provision von 30 Prozent verlangt. Jetzt zieht das Unternehmen aus Redmond aber mit Epic Games gleich und senkt den Anteil ebenfalls auf 12 Prozent. So sollen Entwickler mehr Spieler mit mehr Spielen erreichen können, wie der Microsoft-Manager Matt Booty im Xbox Wire verkündet.

Das neue Geschäftsmodell von Microsoft scheint wohl spezifisch dazu gedacht zu sein, den eigenen Store auf dem PC konkurrenzfähiger gegenüber Steam zu machen. Der Microsoft Store bietet schließlich Spiele für PC wie auch für Konsolen an, aber die 12 Prozent-Provision gilt nur für Inhalte auf dem PC. Für die Konsolen von Microsoft bleiben die Anteile pro verkauftem Spiel dagegen gleich. Durch den Xbox Game Pass und die monatlichen Games with Gold-Spiele auf Xbox One und Xbox Series X werden Fans aber auch umfangreich mit kostenlosem Zugriff auf aktuelle Titel versorgt.

Microsoft: Großangriff auf Steam – Entwickler:innen werden jetzt besser bezahlt.jpg

Microsoft: Steam hält sich energisch an der Spitze – Xbox-Hersteller lenkt ein

Für Microsoft bleibt es weiter schwierig, gegen die schiere Beliebtheit und Verbreitung von Steam etwas auszusetzen, aber darüber ist das Unternehmen sich bewusst. Viele bisher Microsoft- und Xbox-exklusive Spiele haben in letzter Zeit den Weg auf Valves Plattform gefunden, zum Beispiel der aktuelle Microsoft Flight Simulator, Forza Horizon 4 oder Gears Tactics. Der Konzern erkennt an, dass viele Spieler:innen eine Reihe von Launchern und Marktplätzen nutzen und will so die eigenen Spiele einer breiteren Masse zugänglich machen.

Ob die Devise für 12 Prozent-Provisionen Microsoft aber eine bessere Position im PC-Markt einbringen könnte, ist fraglich. Für Entwicklerstudios ist ein geringerer Anteil im Verkauf zweifellos attraktiv, aber die Sache kann auch nach Hinten losgehen. So zum Beispiel zuletzt beim Epic Games Store, der Millionenverluste im Kampf gegen Steam verzeichnet. Durch die geringe Provision sind der Plattform die Gewinne stark eingebrochen, also kommt die Maßnahme bei aller Entwicklerfreundlichkeit wohl mit einigen finanziellen Risiken.

Rubriklistenbild: © Microsoft (Montage)

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