„Ich sehe tote Menschen“

Microsoft: Tote Gamer sollen als Chat-Bots weiterleben – Patent erntet Kritik

  • vonAlexandra Grimm
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Microsoft verspricht ein Leben nach dem Tod – einem aktuellen Patent zufolge, sollen Tote in Zukunft als Chat-Bots weiterleben. Doch das Projekt erntet Kritik.

  • Microsoft hat ein Patent für eine fragwürdige Technologie angemeldet
  • Mithilfe dieser Technologie ist es dem Unternehmen möglich, verstorbene Gamer in Chatbots zu verwandeln.
  • Dies passiert auf Grundlage von gesammelten Daten von realen oder fiktiven Personen.

Redmond, USA – Steht unser Leben nach dem Tod nun auf dem Spiel? Das Unternehmen Microsoft, das unter anderem die Xbox Series X entwickelt hat, steht jetzt wegen eines fragwürdigen Patents im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Das Patent umfasst eine neue Technologie, durch die Microsoft tote Menschen, also auch uns Gamer, in Chatbots verwandeln kann. Wie weit diese Technologie geht und inwiefern sie schon Anwendung in der Praxis gefunden hat, erfahrt ihr hier.

CEOSatya Nadella (4. Feb. 2014–)
Gründung4. April 1975, Albuquerque, New Mexico, Vereinigte Staaten
Umsatz143,015 Milliarden USD (2020)
GründerBill Gates, Paul Allen
TochterunternehmenGitHub, Yammer, Softomotive Ltd. und mehr

Microsoft: Chatbots aus toten Gamern? Neues Patent soll gigantische Datenmengen nutzen

Die Idee hinter der Technologie von Chatbots, also die Möglichkeit, mit der Simulation eines Verstorbenen zu sprechen, ist nicht neu. Schon in so mancher Fernsehserie versuchte der Protagonist die Daten der verstorbenen Person zu extrahieren und daraus eine Art Chatbot zu kreieren. Nun geht Microsoft aber noch einen Schritt weiter, indem das Unternehmen sämtliche verfügbare Daten der Person zur Erstellung eines Chatbots nutzen möchte. Diese Daten sind ziemlich umfangreich. Sie beinhalten die Stimme, Bilder, Posts von sozialen Netzwerken, elektronische Nachrichten und weitere persönliche Informationen. Dabei ist nicht auszuschließen, dass Microsoft die Daten von Gamern verwenden könnte.

Im Patent steht: „Die bestimmte Person (die der Chabot repräsentiert) kann einer früheren oder gegenwärtigen Entität (oder einer Version davon) entsprechen, wie beispielsweise einem Freund, einem Verwandten, einem Bekannten, einer Berühmtheit, einer fiktiven Figur, einer historischen Figur oder einer zufälligen Entität.“ Außerdem soll es laut Patent möglich sein, dass der Benutzer seinen digitalen Ersatz vor seinem Tod trainiert und an sich anpasst. Dazu bezieht Microsoft in seinem Patent auch mit ein, dass 2D- oder 3D-Modelle bestimmter Personen über Bilder und Tiefeninformationen oder Videodaten generiert werden.

Microsoft: Gamer-Chatbots als Zukunftsprojekt – Unternehmen aus Redmond nicht allein

Neben dem für Gamer interessanten Konzern Microsoft gibt es auch andere Unternehmen, die versucht haben, tote Menschen mithilfe von Daten wieder zu „beleben“. So hat Eugenia Kuyda, Mitgründern des Technikunternehmens Luka, 8000 Zeilen an Textnachrichten zwischen ihr und ihrem verstorbenen Freund Roman Mazurenko benutzt, um aus ihm einen Chatbot zu generieren. Auf diese Weise kreierte sie einen Chatbot, der seine Art des Sprechens nachahmte. Bis jetzt sei die Forschung noch sehr am Anfang, aber Kuyda betont, dass man in der Zukunft weitaus mehr machen könne.

Microsoft will Chatbots aus Daten toter Menschen schaffen

Die technischen Möglichkeiten bei Chatbots scheinen schier grenzenlos. Inwieweit das in Redmond beheimatete Unternehmen Microsoft seine Technologie in Zukunft auf Basis des neu angemeldeten Patents entwickeln wird, wird sich zeigen. Momentan ist die Technologie rund um Chatbots noch nicht wirklich ausgereift und vermutlich wird noch jahrelange Forschung dazu nötig sind. Microsofts Vorpreschen in Richtung Chatbot-Technologie darf durchaus kritisch gesehen werden. Dennoch bleibt abzuwarten, was Gamern diesbezüglich noch blüht. Vielleicht wird Microsoft die Sache mit den Chatbots auch noch etwas schleifen lassen. Schließlich greift Microsoft amerikanischen Bürgern aktuell unter die Arme, indem man die eigene Firmenzentrale in ein Impfzentrum verwandelt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Gregor Fischer/dpa | Gregor Fischer

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