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Netflix: Streaming-Anbieter will ins Gaming einsteigen

  • Jonas Dirkes
    VonJonas Dirkes
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Es ist aus den heimischen Wohnzimmern nicht mehr wegzudenken. Nun will der Streaming-Anbieter seine Inhalte erweitern. Kann man mit Netflix bald zocken?

Hamburg – Vor 10 Jahren kannte Netflix noch so gut wie niemand in Deutschland, heute ist der Streaming-Dienst eigentlich nicht mehr aus den Wohnzimmern der Nation wegzudenken. Netflix reibt sich dankend die Hände. Wären da nur nicht diese lästigen Videospiele, die mit Haus des Geldes, Stranger Things und Co. um den heimischen Flachbild-TV buhlen. Wie wird man den Konkurrenten aus fremden Gewässern also los? Genau, man steigt selbst ins Gaming-Geschäft ein.

UnternehmenNetflix
Gründung29. August 1997, Scotts Valley, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Umsatz25 Milliarden USD (2020)
GründerReed Hastings, Marc Randolph
CEOTed Sarandos (16. Juli 2020–), Reed Hastings (Sept. 1998–)

Netflix: Nach Filmen will man sich jetzt wohl dem Gaming widmen

Noch in 2019 ließ Netflix verlauten, dass Fortnite ein größerer Konkurrent für den Streaming-Anbieter wäre als Branchenriese HBO. Eine damals oft belächelte Aussage, der vermutlich aber viel Wahrheit innewohnt: Wer Fortnite spielt, kann gleichzeitig auf demselben Fernseher nicht Netflix schauen. Kunden müssen sich also entscheiden, ob sie zocken oder das Netflix-Programm angucken wollen. Zudem schlagen Fortnite und Entwickler Epic, deren Geldvorrat scheinbar auch bodenlos ist, zunehmend experimentelle Wege ein. 

Netflix: Streaming-Gigant will ins Gaming einsteigen

Fortnite soll mehr und mehr zu einem Hub werden. Eine Oberwelt, in der man sich mit Freunden trifft, um diverse Dinge zu tun. Davon zeugen zahlreiche Streaming-Events, bei denen ganze Filme innerhalb des Spiels gezeigt werden, die man dann gemeinsam mit anderen Spielern und Spielerinnen betrachten kann. Netflix ist solch eine Einnahme ihres eigentlichen Kernmarktes sicher ein Dorn im Auge und will nun scheinbar zum Gegenschlag ausholen: Aktuell sucht der Streamingdienst Personal, dass Netflix in der Videospielbranche Fuß fassen lässt. Was das aber genau bedeutet ist gar nicht mal so leicht zu sagen.

Netflix: Streamingdienst könnte Spielebundles anbieten

Wie The Formation berichtet, solle Netflix damit liebäugeln seinen Usern einen bunten Strauß an Spielen bereitzustellen. Man kann diese Bemühungen wohl am ehesten mit Apples Abodienst Apple Arcade vergleichen, der sich bereits seit 2019 großer Beliebtheit bei den Usern erfreut. Um ein eigenes Line Up aufzustellen, soll Netflix nun bereits mit einigen namhaften Veteranen der Gaming Industrie gesprochen haben – wirklich handfeste Informationen gibt es bisher aber noch nicht. In einem offiziellen Statement gegenüber Polygon ließ man ausschließlich verlauten, dass man sich bei Netflix sehr für interaktive Medien interessieren würde.

Our members value the variety and quality of our content. It’s why we’ve continually expanded our offering — from series to documentaries, film, local language originals and reality TV. Members also enjoy engaging more directly with stories they love — through interactive shows like Bandersnatch and You v. Wild, or games based on Stranger Things, La Casa de Papel and To All the Boys. So we’re excited to do more with interactive entertainment.

Netflix

In der Vergangenheit gab es mit dem im Statement erwähnten interaktiven Film Bandersnatch bereits Vorstöße in experimentelle Herangehensweisen an die eigene Streaming-Plattform. Zuschauer und Zuschauerinnen konnten mit dem Film interagieren und das Gesehene beeinflussen. Auch wenn Bandersnatch im Grunde ein bissiger Kommentar auf den Versuch gewesen ist, Filme interaktiv zu machen und das obskure Sub-Genre de Facto zu Grabe trägt, gefiel vielen Netflix-Usern das Erlebnis, dass das eigenwillige Experiment bot. Möglicherweise wird Netflix im Zuge ihrer Gaming-Offensive weitere Versuche in diesem Gebiet wagen. Peripher wird es bei Netflix bald aber so oder so um Gaming gehen: Das Gamestop Aktien-Drama wird verfilmt.

Rubriklistenbild: © Netflix/Bendersnatch

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