Nintendo: Wir machen keine Casual-Spiele!

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Nachdem sich diverse Mitarbeiter von Nintendo bereits gegen die Vorwürfe der Fans, dass die Wii U nur eine Casual-Konsole sei, zur Wehr gesetzt haben, mischt sich jetzt Entwicklerlegende und Nintendo-Manager Shigeru Miyamoto in die Diskussion ein.

Nintendo goes Hardcore...again

Schon seit den Anfangszeiten der Wii muss Nintendo sich mit hämischen Kommentaren und regelrechten Vorwürfen der Gaming-Fans auseinandersetzen. Die waren über die casual-lastige Konsole, die im Jahr 2006 ganz neue Käufergruppen erschloss, nämlich gar nicht begeistert. Die Enttäuschung hinterließ bei vielen Fans tiefe Narben. Der Groll vieler hat bis in die heutige Zeit der Wii U Bestand.

Miyamoto betont nun einmal mehr, dass Nintendo längst nicht mehr für Casual-Gamer entwickelt. Im Gegenteil: Man wolle sich zukünftig wieder ausschließlich auf die Hardcore-Gamer fokussieren.

In einem Interview mit dem britischen „Edge Magazine“ brachte Miyamoto diesbezüglich neue Statements zur Sprache und betonte einmal mehr die großen Ambitionen die Nintendo für die Zukunft hat.

"Die Casual-Klientel interessiert uns nicht mehr"

Unter anderem verdeutlicht Miyamoto einmal mehr, dass Nintendo sich zukünftig nicht mehr auf die Leute konzentrieren will, die Spiele nur „passiv“ wahrnehmen (uns als Casual-Gamer bekannt):

„[Das ist] die Art von Leuten, die beispielsweise einen Film sehen möchten. Sie möchten vielleicht nach Diseneyland. Ihre Einstellung ist: 'Okay, ich bin der Kunde. Ihr sollt mich unterhalten'. Sie nehmen eine passive Haltung ein, und ich finde das ziemlich bedauerlich. Sie wissen nicht, wie interessant es ist, wenn man einen Schritt weiter geht und versucht, sich selbst eine härtere Aufgabe zu stellen [mit schwereren Spielen]“  

Diese Aussage verdeutlicht die Entscheidung Nintendos, sich von den Casual-Kunden wegzubewegen.

2006 sah das noch ganz anders aus. Mit der Nintendo Wii, fuhr das japanische Unternehmen gigantische Erfolge ein. Seit dem Launch der Konsole im Jahr 2006 verkaufte sich die Hardware mehr als 100 Millionen Mal. Das lag nicht zuletzt daran, dass das Konzept der Konsole auch Leute ansprach, die sich vorher nie für Videospiele interessiert hatten. Spiele wie Wii Sports, Wii Fit und Wii Music verkauften Millionen Kopien und erschlossen eine ganz neue Zielgruppe für Nintendo.

Die Wii machte Gaming populär

Die Wii U konnte bisher nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Seit dem Launch im Jahre 2006 gingen lediglich etwa 7 Millionen Exemplare über die Ladentheke. Das liegt wahrscheinlich auch an den für viele fehlenden AAA-Titeln. Doch Nintendo verspricht zukünftig rosige Zeiten für die Hardcore-Gamer:

„Zu Zeiten des DS und der Wii, versuchte Nintendo sein Bestes, um die Gruppe der Videospielinteressenten zu vergrößern. Glücklicherweise sind viele Leute heutzutage, dank der Ausbreitung von smart devices, spieleinteressiert. Gut für uns, denn wir müssen unsere Spiele zukünftig nicht mehr mit Fokus auf Alltagstauglichkeit (Relevanz) entwickeln [wie noch bei Wii Fit oder Wii Music]“.    

Weiterhin sprach Miyamoto über diverse aktuellere Themen. Beispielsweise erklärte er, dass Splatoon beinahe ein Mario-Titel geworden wäre, nennt Gründe, warum Nintendo die Wii U als Hardware nicht abstoßen sollte und äußert sich zur aktuell in der Branche vorherrschenden „kreativen Unfähigkeit“ der Spieleentwickler.

Wii U: Top oder Flop?

Außerdem befragte man ihn bezüglich der Designschwächen der Wii U. Diese wurden bereits innerhalb des Unternehmens hinterfragt. Miyamoto gesteht zwar, dass die Nintendo Hardware ihre Schwäche hat, er glaubt aber nicht, dass dies die Konsole an einem zukünftigen Siegeszug hindern wird:

„Sicher waren wir besorgt. Letztendlich sind wir Menschen: Unsere Augen können nicht zwei Dinge zur selben Zeit sehen. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir trotz dieses, sagen wir mal Schwachpunktes, etwas Beispielhaftes und Revolutionäres erschaffen können.“  

Das gesamte Interview in Originalsprache findet ihr hier.

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