Das ist ernst

Nintendo: Zwangsarbeit beim Switch-Hersteller? Konzern ermittelt nach Uiguren-Skandal

  • Janik Boeck
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Nintendo hat eine ernstes Problem. 2020 wurde von Uiguren-Zwangsarbeit in chinesischen Fabriken berichtet. Der Konzern untersucht nun seine Zulieferer.

Kyōto, Japan Nintendo hat aktuell ein großes Problem. Im Jahr 2020 wurde ein Bericht veröffentlicht, der indizierte, dass in chinesischen Produktionswerken Uiguren als Zwangsarbeiter:innen beschäftigt sind. Das japanische Unternehmen ist bei weitem nicht der einzige betroffene Konzern. Im Bericht findet sich eine Liste von 83 namhaften Firmen, die ebenfalls auf solche Werke zurückgreifen. Nintendo geht der Sache nun auf den Grund.

Name des KonzernsNintendo K. K.
HauptsitzKyōto, Präfektur Kyōto, Japan
Gründung23. September 1889
GeschäftsführungShuntarō Furukawa
Mitarbeiterzahl6413 (Stand 2020)
Umsatz1,759 Billlionen JPY (13,36 Milliarden Euro, Stand 2021)

Nintendo: Mögliche Zwangsarbeit von Uiguren – Konzern forscht nach

Während Fans verzweifelt auf eine Ankündigung der Switch Pro warten, hat Nintendo ein deutlich ernsteres Problem. Im Frühling 2020 veröffentlichte der BBC einen Bericht, der den Verdacht nahelegte, dass in chinesischen Werken, welche als Zulieferer für diverse große Konzerne dienen, Uiguren als Zwangsarbeiter:innen missbraucht werden. Der BBC bezieht sich in seiner Berichterstattung auf eine Studie des Australian Strategic Policy Institute (ASPI).

Diese Studie berichtet, dass die Uiguren, eine muslimische Minderheit in China, systematisch zur Zwangsarbeit missbraucht werden. Zwischen 2017 und 2019 sollen schätzungsweise mehr als 80.000 Uiguren in Fabriken in ganz China als Zwangsarbeiter:innen eingesetzt worden sein. Einige von ihnen seien direkt aus Erziehungslagern gekommen, heißt es weiter. Unter den Firmen, die auf die besagten Fabriken zugreifen, ist auch Nintendo.

Für den Konzern aus Kyōto, wie auch für alle anderen, birgt dieser Umstand ein besonders großes Problem. Im Bericht des ASPI heißt es: „Firmen, die Uiguren-Zwangsarbeiter:innen in ihrer Zuliefererkette nutzen, laufen Gefahr, Import-Gesetze zu brechen, die es verbieten, Güter einzuführen, welche durch Zwangsarbeit entstanden sind, oder Zwangsarbeit in der Zuliefererkette offenlegen zu müssen.“ Entsprechend hat Nintendo, wie auch einige andere Konzerne, angefangen, eigene Nachforschungen dazu anzustellen.

Nintendo: Mögliche Zwangsarbeit von Uiguren – Viele Konzerne sind betroffen

Unter den betroffenen Konzernen findet sich nicht nur Nintendo. Apple, Sony, Adidas, Nike, BMW, Volkswagen und viele weitere tauchen ebenfalls in der Auflistung des Berichts auf. Laut ASPI habe ein kleiner Teil von Unternehmen seine Zulieferer angewiesen, die entsprechenden Geschäftsbeziehungen zu kappen. Andere, darunter zum Beispiel Adidas, sagten, dass sie keine vertraglichen Geschäftsbeziehungen mit den betreffenden Fabriken hätten. Es sei allerdings keine Marke in der Lage gewesen, kategorisch auszuschließen, dass Uiguren zur Zwangsarbeit in der Lieferkette missbraucht wurden.

Nintendo: Konzern ermittelt wegen möglicher Zwangsarbeit von Uiguren

Kotaku berichtet, dass CEO Shuntarō Furukawa im letzten Meeting der Aktionäre von Nintendo darauf angesprochen worden sei. Er äußerte sich wie folgt dazu: „Wir als Firma sind uns des Berichts bewusst, dass Uiguren möglicherweise als Zwangsarbeiter:innen in Fabriken unserer Zulieferer eingesetzt wurden. Allerdings konnten wir, nach unseren Untersuchungen, nicht bestätigen, dass die genannte Fabrik Geschäfte mit unseren Geschäftspartnern macht.

Die Fabrik, von der Furukawa spricht, findet sich ebenfalls im Bericht des ASPI. Es handelt sich um Dongguan Yidong Electronic Co. Ltd, die Nintendo, neben vielen anderen, auf ihrer Website als Business-Partner listet. Furukawa sagte weiterhin: „Darüber hinaus wurden wir nie davon in Kenntnis gesetzt, das in unserer Lieferkette Zwangsarbeit stattfindet.“ Ein Statement, das kaum dünner sein könnte. Eine Fabrik, die wissentlich Menschenrechte verletzt, wird das wohl kaum unter das Klingelschild an der Tür schreiben.

Der Nintendo-Boss versicherte allerdings, dass man weiter daran arbeiten werde, Klarheit zu schaffen. Nicht zuletzt, weil der Konzern aus Kyōto eigene Richtlinien für soziale Verantwortung hat. Man erwarte von Geschäftspartnern, dass diese sie ebenfalls einhalten. Andernfalls sehe man sich gezwungen, Arbeitsverhältnisse zu beenden.

Rubriklistenbild: © dpa/Kiyoshi Ota

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