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Nintendo: Switch-Hacker werden gejagt – Schock-Taktiken geleakt

  • Jonas Dirkes
    VonJonas Dirkes
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Nintendo führt immer noch einen erbitterten Kampf gegen Hacker. Nun wurden die Schock-Taktiken des Switch-Herstellers geleakt.

  • Nintendo steht im Verdacht ungeliebte Hacker beschattet und ausspioniert zu haben. (Alle Nintendo News)
  • Laut einem Leak auf Twitter soll die Spionageaktion im Jahre 2013 stattgefunden haben.
  • Der belgische Hacker und Homebrewer Neimod soll systematisch von Nintendo beobachtet worden sein.

Belgien – Seit dem 22. Dezember kursieren durch einen Leak auf Twitter Vorwürfe gegen Nintendo. Der italienische Twitter-Account @eclipse_tt behauptet Nintendo habe in 2013 den belgischen Hacker Neimod beschatten lassen. Neimod war eine bekannte Größe in der Homebrew-Szene – ein echter Dorn im Auge von Nintendo. Fortan versuchten die Japaner laut dem Twitter-Account Neimod systematisch zu durchleuchten, um so zu einer Einigung mit dem Hacker zu gelangen.

Name des UnternehmensNintendo Co., Ltd.
GründerYamauchi Fusajiro
Gründung23. September 1889 in Kyoto, Japan
CEOShuntaro Furukawa
FirmensitzKyoto, Japan
Umsatz12 Milliarden Dollar (Fiskaljahr 2019/2020)

Nintendo: Man ließ wohl den Hacker Neimod beschatten

Viele Spieler machen sich Sorgen, dass sie beim zocken von den großen Firmen belauscht werden könnten. Dem belgischen Hacker Neimod soll das in 2013 auch ganz ohne Wanze im Controller passiert sein. Das legen zumindest angeblich geleakte Nintendo-Dokumente auf Twitter nahe, die wohl ursprünglich durch das 4chan/vp/-Board ihren Weg ins Internet gefunden haben.

Nintendo: Leak zeigt Beschattung ungeliebter Hacker – Mario sieht alles

In den Word-Dokumenten wird kleinteilig aufgedröselt, wie mit dem Hacker und Hombrewer Neimod verfahren werden soll. Neimod hatte in 2013 den damals noch neuen 3DS geknackt und stand daher wohl ganz oben auf der Abschussliste von Nintendo. Ziel, der von Nintendo scheinbar als Belgian Waffle getaufte Operation, war es den Homebrew und Hacking-Aktivitäten von Neimod ein Ende zu bereiten – ihn am Ende der Aktion möglicherweise sogar selbst zu beschäftigen.

Dazu wurde Neimod im Vorfeld von Nintendo ausspioniert und beschattet. Sogar ein Tagesablauf des damals 26 Jahre alten Belgiers wurde erstellt. Darin enthalten: Übliche Arbeitszeiten, Abendplanung und zusätzliche Aktivitäten wie ein Besuch in einer Bank. Im Internet dokumentierte man zudem IRC-Chats von Neimod. Mit den gesammelten Informationen wurde daraufhin ein Diagramm erstellt, das aufzeigt, wie man möglichst effektiv mit Neimod verfahren könne. Von einer sogenannten Knock & Talk-Taktik ist hier die Rede. Die lässt sich im Diagramm haarklein nachverfolgen. Je nachdem wie sich Neimod verhält, sollen auch die Angestellten von Nintendo agieren. Alles ist bis ins letzte Detail durchgeplant.

Nintendo: Weitere Hacker standen auf der Beschattungsliste

Angeblich soll Nintendos Strategie für Neimod erfolgreich gewesen sein, was wir allerdings nicht zweifelsfrei bestätigen können. Wenig später löschte Neimod jedenfalls sämtliche Bilder seines Flickr-Accounts auch Twitter kehrte er den Rücken zu. Abgesehen vom Erfolg der Operation Belgian Waffle, scheint das von Nintendo an den Tag gelegte Vorgehen doch mehr als fragwürdig. Auch auf Twitter zeigen sich die User schockiert. Viele berichten, sie hätten das Vertrauen in Nintendo verloren und würden die Firma nun sicherlich nicht mehr mit dem Kauf einer Nintendo Switch unterstützen.

Die geleakten Dokumente legen außerdem nahe, dass Neimod bei weitem nicht der einzige auf Nintendos Beschattungsliste gewesen sein soll. Als nächste Ziele werden die Hacker Yellows8, marcan und geohot genannt. Neimod aus dem Spiel zu nehmen, solle laut den Dateien eine Art Hebelwirkung auslösen und so die Hacker-Community weiter beeinflussen. Ob die Vorwürfe gegenüber Nintendo gerechtfertigt sind, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht zweifelsfrei sagen – stellen sie sich als legitim heraus, wäre das ziemlich gruselig.

Bereits im Sommer gab es einen gewaltigen Nintendo-Leak, der viele Geheimnisse der letzten 30 Jahre Firmengeschichte offenbarte und vor Kurzem wurde ein berüchtigter Nintendo Hacker vom FBI gefasst.

Rubriklistenbild: © Nintendo

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