Nintendo: Warum die Wii U 2014 die beste Next Gen-Konsole war - ingame Jahresrückblick

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Das Jahr geht zu Ende und hinter uns liegen jede Menge guter Spiele, allerlei interessante Konzepte und neue Technologien. Und schon jetzt lässt sich für 2015 Großes erahnen, wenn man beispielsweise auf geplante Branchenprodukte wie Project Morpheus oder Spiele wie The Legend of Zelda U, No Mans Sky oder Halo 5: Guardians blickt. Ja, die Spielindustrie bewegt sich mit rieseigen Schritten voran und wenngleich auch nicht alle Spiele dieses Jahr zu begeistern wussten, so würden wir doch alle sicherlich locker zehn Spiele zusammenbekommen, die uns dieses Jahr vor die Bildschirme gefesselt haben.

Warum die Wii U 2014 die beste Konsole war: Ein Kommentar von Pascal W.

Kennzeichnend für dieses Jahr war natürlich besonders, dass es sich um das erste der Next Gen-Konsolen PS 4 und Xbox One handelte. Ende 2013 kamen die beiden Geräte auf den Markt und dieses Jahr galt es, mit entsprechender Software zu überzeugen. Und auch wenn es sicherlich das ein oder andere Spiel gab, dass zu überzeugen wusste, so kann ich persönlich doch nicht anders als ein wenig ernüchtert zu sein.

Nach fast 7 Jahren feierten die Playstation 4 und die Xbox One im vergangenen Jahr Prämiere. Die Wartezeit war lang und so baute sich über Wochen, Monate und eben Jahre hinweg eine große Erwartungshaltung an die neuen Konsolen auf. Diese Erwartung konnten die Konsolen für mich allerdings nicht einmal ansatzweise erfüllen, zumindest nicht im jetzt zu Ende gehenden ersten Jahr der Lebenszyklen beider Geräte.

Ein inFAMOUS hier, ein Sunset Overdrive da und hoch über allem thronte dieses Jahr ja bekanntlich Bungies Weltraum-Epos Destiny. Das sind alles gute Spiele, keine Frage, aber soll das wirklich alles gewesen sein, was die neue Konsolengeneration uns letztendlich in ihrem Debüt-Jahr gegeben hat? Unterhalten haben die Spiele allemal, doch irgendwie ließ sich das Gefühl nicht abschütteln, immer wieder leicht verbesserte Versionen von bereits bekannten PS 3- oder Xbox 360-Konzepten zu spielen. Liegt es vielleicht einfach daran, dass wir diesbezüglich schon alles Mögliche in der Spiele-Industrie gesehen haben und die kreativen Ressourcen einfach ausgeschöpft sind?

Auch die wirklichen Highlights, für die Sony und Microsoft eigentlich so bekannt sind, vermisste man in diesem Jahr. Mir ist natürlich durchaus bewusst, dass diese Spiele ihre Entwicklungszeit brauchen und dementsprechend erst 2015 oder gar 2016 in den Handel kommen werden, dennoch ändert das nichts an den Tatsachen. Gemeint sind Spiele wie Uncharted 4, ein neues God of War, Halo 5, Gears of War 4 und viele andere. Doch gerade das Fehlen dieser bekannten Spielereihen ließ das erste Spielejahr der neuen Konsolen eben nicht wie den Anfang der PS 4- oder Xbox One-Ära wirken, sondern einfach wie den Beginn der Next Gen-Ära. Es fehlte das charakteristische, es fehlte das wofür ich und wir die PS 3 und die Xbox 360 geliebt haben. Bei der Wii U hatten sich damals noch alle noch aufgeregt, als das erste Jahr über nur wenige Spiele erschienen.

Bombast vor Spielspaß: Die Zukunft der Videospiele?

Nicht zuletzt deshalb wirkte es für mich immer so, als seien die beiden Next gen-Konsolen viel zu früh auf den Markt geworfen worden. Für diese Theorie spricht auch die Tatsache, dass die Entwickler noch zu unerfahren mit der neuen Hardware sind oder ihre Spiele jetzt aus Zeitdruck verfrüht auf den Markt bringen müssen, was eine Welle an unfertigen und Bug-lastigen Spielen zu Folge hat. Warum litt Assassins Creed Unity denn unter so vielen Spielefehlern? Warum fanden sich in der Halo: The Master Chief Collection haufenweise Bugs, die sich teilweise nicht einmal mehr beheben ließen? Und warum gibt es selbst bei Remastered-Editionen wie The Last of Us für PS 4 diese nervigen Glitch-Probleme? 60 Euro für ein unfertiges Spiel? Nein, Danke!

All das sind die Gründe, warum ich mir bis jetzt weder eine PS 4, noch eine Xbox One geholt habe. Natürlich kann man mich jetzt dahingehend kritisieren, dass ich mir anmaße, Produkte zu kritisieren, die ich selbst nicht einmal besitze. Zugegeben, meine bisherigen Next Gen-Erfahrungen belaufen sich auf kleine Spielrunden bei Freunden und Tests hier bei der Arbeit. Doch diese Erfahrungen reichen aus um zu wissen, dass PS 4 und Xbox One mir momentan noch nicht attraktiv genug erscheinen, um 400 Euro oder mehr für eine der beiden Konsolen auszugeben. Zu kritisch sehe ich die künftige Entwicklung der beiden Konsolen in Bezug auf unfertige Spiele und DLC-Politik, zu wenig Spaß bieten mir die nur leicht variablen Konzepte der neuen Spiele und so richtig finde ich auch keinen Titel, der für mich den Kauf rechtfertigen würde. Selbst das bisherige Portfolio der beiden Konsolen zusammen reicht mir dafür nicht aus. Denn das Spieleerlebnis das man momentan auf der PS 4 und der Xbox One hat, kann man mit Ausnahme von Destiny auch auf den Vorgänger-Plattformen haben.

Wer jetzt mit einer verbesserten Technik und hübscherer Optik argumentiert , sollte berücksichtigen, dass beides nur wenig wert ist, wenn man seine Festplatte mit mehreren Gigabyte großen Day-One-Patches zumüllen muss und die Spiele teilweise trotzdem noch wirken wie halbfertiger Datenmüll. Auch der optische Schritt der Next Gen-Konsolen ist im Vergleich zu den Vorgängern der wohl kleinste grafische Schritt, den es in der Geschichte der Videospiele je zwischen zwei Generationen gab. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich unheimlich auf No Mans Sky oder Silent Hills, aber bis diese Spiele wirklich im Regal stehen, bleibe ich lieber weiter bei der PS 3, denn da gibt es noch jede Menge nachzuholen.

Eine Next Gen-Konsole hat mich dieses Jahr aber dennoch beeindruckt, obwohl sie von vielen unberechtigterweise gar nicht als Next Gen-Konsole im eigentlichen Sinne angesehen wird. Die Rede ist von der Wii U. Jetzt fragen sich sicher viele wie ich es wagen kann, PS 4 und Xbox One zu kritisieren und im gleichen Atemzug die Wii U zu loben. Antworten will ich euch mit diesem Artikel und den folgenden Erklärungen, warum die Wii U nicht nur die momentan beste der drei Next Gen-Konsolen ist, sondern warum auch Nintendo selbst 2014 vieles richtig gemacht hat und die Konkurrenten Sony und Microsoft stellenweise sogar wie Deppen hat aussehen lassen.

Die Wii U als Nintendos Spaßbringer

Beginnen wollen wir ganz von vorne. Letztes Jahr zur Weihnachtszeit beschloss ich, mir trotz einiger Skepsis eine Wii U zuzulegen. Die Konsole war zu diesem Zeitpunkt bereits ein gutes Jahr alt, das war mir aber egal. Im Gegenteil, dank der einjährigen Wartezeit hatten sich bereits einige gute und interessante Titel angesammelt, die nur darauf warteten, durchgespielt zu werden. Ich hätte mir zu diesem Zeitpunkt theoretisch auch eine brandneue PS 4 oder Xbox One holen können. Der Grund warum ich das nicht getan habe, ist eigentlich ganz einfach: Das Launch-Line-Up beider Konsolen war für mich so himmelschreiend uninteressant, dass mir im Gegensatz dazu sogar New Super Mario Bros. U originell erschien. Traurig, aber wahr.

Als ich meine Wii U dann endlich in den Händen hielt und damit begann, sie an den Fernseher anzuschließen, schwebte stets ein Hauch von Zweifel über mir. Die Wii hatte mit ihrer geradezu mickrigen Bibliothek an guten Spielen tiefe Wunden hinterlassen. Natürlich hatte ich Spaß mit Super Mario Galaxy und auch Zelda wusste zu begeistern, trotzdem fanden diverse Nintendo-Franchises nicht einmal den Weg auf die Wii (Star Fox, Pikmin, F-Zero) oder bekamen nur schlechte Umsetzungen spendiert (Kirby). Ohnehin war meine Beziehung zu Nintendo schon seit der Anfangszeit des Gamecubes nicht mehr die beste. Doch das sollte sich nun endlich ändern.

Schon Super Mario Bros. U samt Luigi-Update wusste mich zu begeistern und das obwohl ich es eigentlich hätte langweilig finden müssen, kannte ich das Spielprinzip doch bereits von den unzähligen DS- und Wii-Vorgängern. Doch dann fiel mir nach langer Zeit etwas auf, was ich in meinen 18 Jahren als passionierter Videospieler (Ich habe mit 3 Jahren angefangen) zwar immer schon geahnt, aber nie so richtig bestätigt bekommen hatte: Nintendo-Spiele besitzen die Eigenschaft trotz des oft ewig gleichen Prinzips (was vielen Spielen von Nintendo auch zu Recht vorgeworfen wird) Spaß zu machen. Obwohl man die Formel kennt, begeistern die Spiele immer und immer wieder.

Ein Erlebnis, das ich bei anderen Entwicklern oder auf einer anderen Hardware bisher nur selten bis gar nicht hatte. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass Nintendo sich in erster Linie immer auf den Spielspaß fokussiert oder daran, dass Nintendo aufgrund der Entwicklungsgeschichte bereits mit dem Ur-Gamer zu tun hatte und deshalb weiß wie dieser tickt, für mich steht aber fest, dass der Spielspaß bei Nintendo-Spielen nach wie vor am höchsten ist. Sicher, mich erwarten dort keine kinoreifen Abenteuer, Action-Feuerwerke oder tiefschichtigen Charaktere, aber genau diesen Dingen bin ich den letzten Jahren so überdrüssig geworden. Ich will kein Action-Kino, ich will keine epischen Abenteuer, sondern, um es mit den Worten von Markus Mörl zu sagen: Ich will Spaß!

Nintendo ist längst kein Casual-Entwickler mehr

Ich glaube das auch genau das das Problem darstellte, warum die Wii U trotz einiger echter Spielspaß-Highlights in den letzten Monaten mit geradezu mickrigen Verkaufszahlen zu kämpfen hatte. Viele haben vergessen, worum es beim Spielen eigentlich geht, was der Grund dafür ist warum wir dieses Hobby lieben und stellenweise sogar leben. Wir lassen uns von großen Budgets und hollywoodreifer Inszenierung blenden und übersehen dabei oft, dass hinter all dem Glitzer meist nur wenig Spielspaß steckt. Sollte man solche Blockbuster-Spiele deshalb nicht mehr spielen? Doch, natürlich. Es ist ja nichts Verwerfliches daran, wenn ein Spiel mit ein bisschen mehr Bombast versucht, schwächelndes oder eintöniges Gameplay auszugleichen. All die Call of Dutys, all die Assassins Creeds und all die Halos haben natürlich ihre Berechtigung, sollten gespielt werden und machen alle auf ihre Weise Spaß, man sollte aber darauf aufpassen – und genau das ist das zentrale Problem – sich nicht von der Inszenierung der Spiele so sehr blenden zu lassen, dass man diesen Bombast künftig auch von allen anderen Spielen erwartet und sofort alles, was nicht nach Action-Kino aussieht, als lahmes oder gar schlechtes Spiel abtut.

Ich erlebe dieses Phänomen immer wieder besonders bei den jüngeren Generationen. Kontakt habe ich zu dieser hauptsächlich durch ein Familienmitglied, das momentan in die siebte Klasse geht. Sie ist selbst Besitzerin einer Wii U wird dafür aber oft von ihren Mitschülern auf den Arm genommen. Da fallen dann Sätze wie: „Ey Nintendo? Call of Duty is bestes Spiel, musst dir ne PS 4 kaufen“ oder „Nintendo is doch voll der Babykram. Alles Knudddelspiele. Gewalt und Explosionen gibt’s nur auf Xbox One und PS 4.“

Ohne jetzt die Debatte über Halbwüchsige und „Killerspiele“ wieder aufkommen zu lassen, aber ich finde diese Entwicklung äußerst bedenklich. Menschlich und sozial sowieso, aber auch in Bezug auf die Zukunft der Spiele. Unter diesem Gesichtspunkt ist es eigentlich umso mutiger, was Nintendo mit der hauseigenen Firmenpolitik macht. Sie schwimmen bewusst gegen den aktuellen Trend, auch auf die Gefahr hin, finanzielle Verluste zu machen, auch auf die Gefahr hin, von den Fans als Casual-Entwickler abgestempelt zu werden. Dabei ist es eigentlich das Unternehmen Nintendo, das eben nicht auf der Casual-Welle von Action, Bombast und Kino mitschwimmt. Die Seiten haben gewechselt. Welche Spiele sind es denn momentan, die sich in astronomischer Höhe verkaufen? Es sind doch Spiele wie GTA 5, Call of Duty und Assassins Creed die momentan am meisten von Casual-Spielern gespielt werden.

Das alles soll jetzt nicht als Hass gegen Sony und Microsoft verstanden werden. Ich bin nach wie vor Fan der beiden Unternehmen und werde künftig irgendwann auch auf PS 4 und Xbox One spielen. Es ist nur die Tatsache, dass viele Menschen da draußen - nicht nur junge, sondern auch ältere – der Wii U nicht mal mehr eine Chance geben. Zu tief sitzt bei vielen der Groll aus Wii-Zeiten. Aber ist es nicht an der Zeit zu vergessen? Um es einmal direkt zu sagen: Wollt ihr wirklich eure Haltung unnachgiebig beibehalten und euch so um ein mögliches, tolles Spielerlebnis bringen, nur weil ihr wie ein beleidigtes Kind schmollt?

Die Wii U ist preiswert und hat jede Mnege fantastischer Spiele

Die Wii U mag am Ende ihrer Lebenszeit sicherlich nicht über eine so große Spielebibliothek wie die PS 4 oder die Xbox One am Ende ihrer Zyklen verfügen, aber genug Highlights um den Kauf der Hardware zu rechtfertigen, besitzt sie allemal. Schon jetzt gibt es eine Handvoll Wii U-Spiele, die ich nicht mehr missen möchte und bei denen ich mich wirklich geärgert hätte, wenn ich sie nicht gespielt hätte. Ein paar davon werde ich gleich noch kurz vorstellen. Preislich kann sich ohnehin eigentlich keiner mehr beschweren. Erst vor einigen Tagen verkaufte ein renommierter Elektronik-Markt die Wii U zum Sonderpreis für nur 249 Euro im Paket mit dem Skylanders Trap Team Set (Einzelpreis 70 Euro) und einem weiteren Vollpreisspiel (60 Euro). Somit bezahlte man für die Konsole selbst nur etwa 100 Euro!

Doch welche Titel lohnen sich denn nun auf der Wii U? Eines meiner ersten Spiele nach Super Mario Bros. U war Rayman Legends. Eigentlich handelt es sich dabei nicht um einen Exklusivtitel, allerdings besitzt die Wii U nun mal die beste Umsetzung, denn dank Touchpad-Steuerung kann auch ein nicht so geübter Spieler ebenfalls am Spiel teilnehmen. Der steuert auf dem Pad nämlich den kleinen Murphy, der Fallen entschärfen, Collectibles sammeln und Gegner lähmen muss. Auch das ist der Grund warum Nintendo-Spiele so viel Spaß machen. Kein Spieler wird ausgeschlossen, niemand soll aus irgendeinem Grund vom Erlebnis ausgeschlossen werden.

Besonders begeistert hat mich Pikmin 3. Den ersten Ableger der Reihe habe ich damals bereits nach wenigen Minuten weggelegt, den zweiten nur ganz kurz angespielt. Doch Pikmin 3 hat mich von Beginn an so sehr gefesselt, dass ich schon nach der ersten Stunde wusste: Dieses Spiel spielst du auf 100% durch. Dank Rückspulfeature fällt der Zeitdruck der vorherigen Ableger komplett weg. Wer ihn dennoch haben will, nutzt die Funktion einfach nicht. Nintendos Spiele bieten einen unglaublichen Komfort für den Spieler. Und mit Pikmin 3 hatte ich in diesem Jahr wirklich mit am meisten Spaß, wenngleich es ein Spiel aus 2013 ist. Normalerweise bin ich ein Strategie-Hasser, aber dieses Spiel hat mich mit seiner Präsentation, den interessanten Welten, dem spaßigen Gameplay, den tollen Rätseln und dem einzigartigen Spielspaß so sehr eingenommen, dass ich für Monate meine PS 3, auf der sich immer noch einige Spiele stauen, für Monate hab liegen lassen.

Ich könnte jetzt noch weitere fantastische Spiele wie beispielsweise Super Mario 3D World nennen, das für mich zu den besten Jump and Runs der Mario-Serie zählt oder The Legend of Zelda: Wind Waker HD, dass mich zu begeistern wusste, obwohl ich das Original bereits in und auswendig kenne, doch belassen wir es dabei, dass die Wii U nach zwei Jahren genug Spiele für Jedermann besitzt und man sich mit dem typischen Preisargument längst nicht mehr aus der Affäre ziehen kann. Neben den bereits erwähnten Spielen Super Mario Bros. U, Rayman Legends, Pikmin 3, Super Mario 3D World und The Legend of Zelda Wind Waker HD sind auch Spiele wie Donkey Kong Country Tropical Freeze, Game & Wario, Monster Hunter 3 Ultimate, Scribblenauts Unlimited, Sonic: Lost Worlds, Zombie U, Hyrule Warriors und The Wonderfull 101 zu empfehlen. Wer gerne mit der Familie spielt kann darüber hinaus auch bei Nintendoland und Wii Party U zugreifen. Und die Higlights aus dem aktuellen Jahr sind damit noch nicht einmal genannt.

Die Wii U in 2014: Aufschwung mit Erfolg

Doch obwohl all die oben genannten Titel gute bis hervorragende Spiele sind, die mit spaßigem Gameplay zu fesseln wissen, wollte sich der Erfolg aus den bereits genannten Gründen nicht so richtig entwickeln. Es kam sogar viel schlimmer. Nintendo macht nach eigener Aussage ohnehin schon mit jeder verkauften Konsole einen Verlust, doch dann kam auch noch die fehlende Popularität und die daraus resultierenden schlechten Absatzzahlen hinzu, was letztlich dazu führte, dass Nintendo Anfang des Jahres rote Zahlen schrieb und die Firma somit einen enormen wirtschaftlichen Verlust zu verzeichnen hatte. Die Wii U galt damit für viele nach dem ohnehin schon schwachen Absatzjahr 2013 als gescheitert. Nicht zuletzt die Analysten prophezeiten Nintendo sogar den baldigen Bankrott. Danach sah es auch fast aus, bis Mitte des Jahres.

Denn im Mai 2014 erschien mit Mario Kart 8 der erste richtige Systemseller für die Wii U. Um satte 666% steigerte das Spiel die Absatzzahlen, über die Hälfte aller momentanen Wii U-Besitzer nennen auch eine Version von Mario Kart 8 ihr Eigen. Mario Kart 8 war endlich ein Lichtblick für Nintendo und wahrscheinlich den Ansporn, den man gebraucht hatte. Das Spiel gilt berechtigt als eines der besten des Jahres 2014, denn trotz dürftigem Battle-Modus stimmt der komplette Rest von vorne bis hinten. Es gibt 32 spaßige Strecken, ein visuell innovatives Feature (an Wänden entlang fahren), einen fast fehlerfreien Online-Modus und, und, und. Das Spiel sorgte ein paar Monate später dafür, dass Big N endlich wieder schwarze Zahlen schrieb.

Den zweiten Streich wollten die Entwickler anschließend mit Bayonetta 2 setzen. Der Titel bekam überall Top-Wertungen verpasst, wurde von den Kritikern in den Himmel gelobt und…verkaufte sich leider wie schon der Vorgänger so gut wie gar nicht. Die ganzen angeblichen Hardcore-Spieler hatten sich doch so sehr ein „erwachsenes“ Wii U-Spiel gewünscht, dass für sie endlich den Kauf der Wii U rechtfertigen würde. Nintendo erfüllt genau diesen Wunsch, aber das scheint auch nicht richtig zu sein, denn egal was Nintendo macht, die Generation CoD ist und bleibt am Meckern. Für Nintendo und vor allem für Entwickler Platinum Games tut einem das natürlich Leid, als Fan , der Bayonetta 2 gespielt hat, kann ich aber sagen, dass alle die es nicht gespielt haben, einen echten Hammer-Titel verpasst haben. Naja, selber schuld.

Mario Kart 8 mit überragendem DLC und Super Smash Bros. als Systemseller

Doch der Systemseller schlechthin sollte erst noch kommen und zwar gegen Ende des Jahres. Mit Super Smash Bros Wii U wollte Nintendo zum Jahresende noch einmal so richtig zulegen. Bevor wir jedoch über das wohl prominenteste Wii U-Spiel 2014 reden, wollen wir uns noch einer anderen kleinen Sache widmen, nämlich dem Mario Kart 8-DLC. Wer es nicht mitbekommen hat, Nintendo ist jetzt auch auf die DLC-Welle aufgestiegen und spendiert neuerdings Titeln wie Mario Kart 8 oder Hyrule Warriors zusätzlichen Content. Was anfangs für bedenkliche Gesichter sorgte, kannte man doch die DLC-Politik von Firmen wie EA, Ubisoft und Co., entpuppte sich letztlich als wahrer Segen, denn der erste Downloadcontent zu Mario Kart 8 hat endlich gezeigt wie es richtig geht und Lust auf mehr gemacht.

3 neue Fahrer, 4 neue Fahrzeuge und 8 neue Strecken unterteil in zwei Cups, das ganze gespickt mit Gastauftritten von The Legend of Zelda und F-Zero für nur 6 Euro, wenn man das DLC im Paket mit dem kommenden zweiten bestellt hat. Obendrauf noch eine Landung farbiger Yoshis oder Shy Guys, für die manch anderer Entwickler nochmal 99 Cent das Stück verlangt hätte, und perfekt ist das Zusatzerlebnis von Mario Kart 8. Man hat hier wirklich das Gefühl, die Entwickler wollten eine zusätzliche Erfahrung schaffen, um das Spiel zu bereichern und man spürt, dass die Entwickler genauso viel Herzblut ins DLC gelegt haben wie in das Hauptspiel selbst. Das sahen wohl auch die Fans so, denn zahlreiche Fans kauften das Paket und bereuten keinen einzigen Cent, den sie dafür ausgegeben hatten. Mit dieser Art der DLC-Politik stellt Nintendo andere Entwickler fast schon bloß und zeigt, dass es eben doch  die Firma Big N ist, die sich für die Spieler und nicht nur für den Profit interessiert.

Doch dann war es endlich soweit, das Highlight auf das alle gewartet haben kam Ende November endlich in die Läden: Super Smash Bros. Wii U. An dieser Stelle verweisen wir einfach Mal auf unseren Test zum Spiel, der erklären sollte, warum niemand um dieses Meisterwerk herumkommt. So viel Content, Spaß und taktische Tiefe in einem einzigen Spiel verdient einfach unsere höchste Anerkennung. Endgültige Verkaufszahlen zu dem Titel gibt es zwar noch nicht, da der Titel aber schon in den ersten Tagen einschlug wie eine Bombe, einige Länder sogar keine Fassungen mehr zum Verschicken vor Ort hatten und das Spiel Fans wie Kritiker gleichermaßen überzeugte, kann man von dem nächsten großen Schlag Nintendos gegen die Konkurrenz ausgehen. Gerade jetzt zum Weihnachtsgeschäft hat Big N gute Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg: Pokemon auf dem 3DS, Super Smash Bros. Wii U auf der Wii U und natürlich die kürzlich erschienenen Amiibos. Nicht umsonst belegte Nintendo vor einigen Tagen ganz allein die komplette Top 5 der Amazon-Vorbestellercharts.

Auch in den Medien räumte das Unternehmen kürzlich ordentlich ab. Nicht nur das Mario Kart 8 und Super Mario 3D World im Bereich der Familienspiele gekürt wurden, auch bei den The Game Awards gewann das Unternehmen den Preis als bester Entwickler, Super Smash Bros. wurde als bestes Prügelspiel ausgezeichnet und Mario Kart 8 räumte sogar gleich doppelt ab, als bestes Familienspiel und als bestes Rennspiel. Auch eröffnete Big N die Show mit einer eigenen Präsentation des Mario Makers und beendete sie mit einer Demonstration von The Legend of Zelda Wii U. Schon bezeichnend, wenn der gleiche Entwickler sowohl für die Eröffnung als auch für den Abschluss verantwortlich ist.

Was bringt 2015?

Ohnehin scheint sich der Knoten jetzt langsam zu lösen. Immer mehr Spieler öffnen sich der Wii U gegenüber und begraben ihren Nintendo-Groll. Und das wird auch Zeit, denn die Zukunft der Wii U sieht mehr als rosig aus, was die Spiele angeht. Ob der wirtschaftliche Erfolg damit einhergehen wird, bleibt fraglich, verdient hätte es Big N aber allemal. Schon den 3DS hat man als Flop abgetan, bevor er so richtig in Fahrt kam und die Verkäufe ins Unermessliche anstiegen. Sogar die Wii hat man müde belächelt und auch wenn viele nicht mehr darauf spielen, hat doch fast jedes Familienmitglied so ein Ding zu Hause. Könnte die Wii U also auch noch durchstarten? Wir wollen abschließend einen Blick darauf werfen, warum wir es durchaus für möglich halten, dass Nintendo 2015 mit der Wii U auf Erfolgskurs geht.

Da wäre zuerst einmal die gute Vorarbeit, die Nintendo 2014 geleistet hat. Dank Mario Kart 8 und Super Smash Bros. Wii U besitzen nun viel mehr Spieler eine Wii U, wodurch für Nintendo der Druck wegfällt, für eben diese Zielgruppe einen Systemseller zu entwickeln. Wenn ich zu Hause ohnehin eine Wii U stehen habe, kaufe ich mir eher ein neues Star Fox, als wenn ich mir dafür erst noch die "teure" Konsole anschaffen müsste. Dadurch sind größere Absätze guter und auch einiger mittelmäßiger Titel im kommenden Jahr garantiert.

Aber ohnehin hat man für 2015 vorgesorgt. Satte 14 Exklusivtitel für Wii U sollen im kommenden Jahr das Licht der Welt erblicken, darunter Yoshis Wooly World, Kirby: The Rainbow Paintbrush, Star Fox Wii U, Splatoon, Mario Party 10, Mario Maker, Xenoblade Chronicles X, Mario vs. Donkey Kong, The Legend of Zelda Wii U und Captain Toad: Treasure Tracker. Letzteres lässt sogar nur noch wenige Tage auf sich warten. Mit Devils Third gibt es darüber hinaus einen exklusiven Hardcore-Happen von den Ninja Gaiden-Machern. Wir sind gespannt und freuen uns jetzt schon darauf, welche Spiele sich zu diesem ohnehin schon grandiosen Line-Up noch dazugesellen werden.

Der dritte und letzte zu nennende Punkt wären die Amiibos. Nintendo kopiert mit diesen das Erfolgsprinzip der Skylanders, die sich fast schon absurd gut verkaufen und jede Menge Geld in die Kassen spülen. Zugegeben, man kann geteilter Meinung über dem kostenpflichtigen Figürchen sein, aber für Nintendo sind sie eine gute Möglichkeit, weitere potentielle Kunden zu anzulocken. Und auch hier versucht Nintendo wieder keinen zu vergraulen. Da man sich bewusst ist, dass nicht jeder das Geld für die Figuren hat oder ausgeben will, hat Big N bereits versprochen, die Amiibos nicht wie die Skylanders zu einem Must-Have werden zu lassen. Ohnehin finden wir, dass 15 Euro für die durchaus gut verarbeiteten Figuren nicht zu teuer sind.

Die Amiibos und ihre Möglichkeiten

Letztendlich könnte das Prinzip am Ende sogar durchaus günstiger werden als bei den Skylanders. Anstatt mit jedem Spiel neue Figuren kaufen zu müssen, kauft man sich den Amiibo einmal und kann ihn dann in diversen kommenden Spielen nutzen, um DLC freizuschalten, ihn hochzuleveln und mehr. Das mag jetzt wo nur 3 Spiele die Amiibos unterstützen noch nicht lukrativ erscheinen (ergibt somit quasi 5 Euro pro „DLC), wenn aber in Zukunft beispielsweise dreißig Spiele Amiibo-Support bieten, dann bekommt der Käufer mit einer einzigen Figur jede Menge Content.

Der lässt bisher aber noch ein wenig zu wünschen übrig. Zusätzliche Kostüme und Waffen sind nett, aber wir wollen mehr. Wie wäre es zum Beispiel mit neuen Leveln in Captain Toad? Für jede Figur bekommt man ein eigens designtes Rätsellevel im Stile des jeweiligen Franchises des Amiibos. In Mario Party fänden wir hingegen Fox, Kirby und den Bewohner als alternative Spielcharaktere interessant. Und in Yoshis Wooly World…da will uns noch nicht so richtig etwas einfallen, aber Nintendo hat die eigene Kreativität in der Vergangenheit ja oft genug unter Beweis gestellt.

Wichtig ist nur, dass Nintendo jetzt nicht auf die Idee kommt, für jeden Gumba und jeden Mini-Charakter einen eigenen Amiibo herauszubringen. Das wäre aber ohnehin gegen Nintendos bisher präsente Philosophie, von daher machen wir uns wenig Sorgen. Mit dem richtigen Marketing und dem richtigen Support in kommenden Spielen könnten die Amiibos 2015 zum echten Erfolg für Nintendo werden.

Fakt ist aber auch, dass die Konkurrenz nicht schlafen wird. Wie es wirklich mit Nintendo und der gesamten Branche weitergehen wird, wissen wir wohl erst in 365 Tagen. Schlussendlich ist die Wii U aber mittlerweile eine Konsole geworden, die jeder, der sich ernsthaft Gamer nennen will, zu Hause stehen haben sollte. Das wird man sicher bald auch über die PS 4 und die Xbox One sagen können, aber bevor ihr euch beide Systeme von Sony und Microsoft ins Haus holt, solltet ihr doch zur Wii U greifen. Dank der zahlreichen Exklusivtitel ist die nämlich die perfekte Zweitkonsole zum Schnäppchenpreis. Alle drei Konsolen werden auf Dauer ihren Reiz haben, momentan ist dieser aber bei der Wii U ausgeprägter.

Wir freuen 2015 sowohl auf neue PS 4-, als auch auf neue Xbox One- und Wii U-Spiele. Und so wünschen wir auch Sony, Microsoft und Nintendo viel Erfolg für das Jahr 2015 und hoffen besonders für Nintendo, dass die Verkaufszahlen wieder ordentlich in die Höhe steigen. In diesem Sinne: Guten Rutsch und frohes Neues.

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