Oculus VR: Kontroverse und Controller

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Die Diskussionen um Oculus VR nehmen keine Ende. Was als eine kleines Technikprojekt auf Kickstarter begann ist mittlerweile ein Milliarden Projekt geworden. In Verbindung mit den aktuellen Neuigkeiten und Entwicklungen gibt es von uns an dieser Stelle eine kleine Zusammenfassung zur Virtual Reality-Brille Oculus Rift.

Seitdem Facebook sich vor drei Monaten das Unternehmen Oculus VR einverleibt hat, stehen Gamer weltweit dem Virtual Reality-Headset Oculus Rift eher skeptisch gegenüber. Mancher der als Teil des Schwarms die VR-Brille mit seinem hart verdienten Geld enthusiastisch aus der Taufe gehoben hat, haut nun gramvolle Kommentare in die Tasten. Neben einigen wenigen optimistischen Stimmen beherrscht vor allem das Wort Enttäuschung immer noch den Kommentarbereich der Kickstartseite. Enttäuscht und hintergangen fühlt sich die Mehrheit der zahlungskräftigen Unterstützer - hintergangen vom Opensource-Gedanken und enttäuscht von dem Versprechen des Eskapismus, das nun mit Facebook unhaltbar erscheint. Die Furcht, dass wenn erstmal die Brille die Verkaufsregale füllt, der Stempel des Sozialen Netzwerks nicht mehr weggewischt werden kann, ist groß. Nicht nur die zu erwartende Penetranz des Like-Buttons wird befürchtet, sondern auch der Einbruch in die Privatsphäre des Gamers. Denn wenn Big Brother-Facebook für eins bekannt ist, dann dass es nicht viel auf die Rechte der User gibt und mit deren Privaten Daten auch ohne einvernehmliches Einverständnis hausieren geht. Wer gibt die Garantie, dass das von seinen Aktionären angetriebene Unternehmen beim Oculus Rift einen anderen Weg einschlagen wird? Schließlich müssen sich die investierten 2,3 Milliarden ja auch wieder rentieren, und das dies bloß über verkaufte VR-Brillen passiert, ist mehr als nur fraglich.

Hätten wir damals bei der Kickstater-Aktion mitgemacht, wären wir jetzt, um mal Tacheles zu reden, ziemlich angepisst. Nicht nur weil es Facebook ist, der da im Gamer-Gebiet wildert, sonder auch einfach aus Prinzip. Da gibt man sein Geld einem Unternehmen in die Hand, weil man daran glaubt, das es das richtige ist, um das Zeitalter der Virtuellen Realität einzuleiten und dann grabscht sich das Unternehmen das Geld, um damit hinterrücks zum Großkonzern zu laufen und sich von diesen Schlucken zu lassen. Klar, es ist in der heutigen Zeit ein wenig naiv zu erwarten, dass eine Frima mehrere Milliarden ausschlägt, um sein eigenes Ding durchzuziehen, doch bleibt tortzdessen ein äußerst fader Nachgeschmack.

Doch nicht nur auf Seiten des einfachen Fußvolks hat sich Oculus VR den einen oder anderen Feind gemacht. Die Firma ZeniMax, die den Erfinder des Oculus Rift, Palmer Lucky, kräftig unter die Arme gegriffen haben soll, zog vor Gericht. Seitdem Ex-ZeniMax-Angestellter und Doom-Vater John Carmick zum VR Riesen übergelaufen ist, soll Oculus VR geistiges Eigentum und  Fachwissen von ZeniMaxs genutzt haben um Oculus Rift zu entwickeln. Dies streitet Oculus VR natürlich ab und setzte dazu eine Stellungnahme auf: "(...) ZeniMaxs Beschwerde beansprucht, in einem offensichtlichen Versuch aus dem Verkauf von Oculus VR an Faceboook sich einen Vorteil zu verschaffen, fälschlicherweise Besitz an der Oculus VR Technologie. Durch die mutwillige falsche Angeben einiger Tatsachen und das Auslassen anderer, macht ZeniMax die unglaublich Behauptung, dass er, ein Videospiel-Software-Verlag für PCs und Konsolen, wie Sonys Playstation, ein Software-System für virtuelle Realität erfunden und entwickelt hat, " so Oculus VR in seinem Statement, um dann damit fortzufahren, dass "(...)die Wahrheit ganz anders ist. Es gibt nicht eine einzige Programmzeile von ZeniMax oder jedwede andere ihrer Technologien in irgendeinen Oculus VR Produkt. Bis zum Facebook-Deal und der Möglichkeit der Wahrnehmung einer schnelle Zahlung, hat ZeniMax niemals einen Einspruch gegen Oculus VR erhoben, zweifellos weil ZeniMax nie irgendein geistiges Eigentum oder Technologie Oculus VR beigesteuert hat." Mit dieser Aussage widerspricht Oculus VR der Tatsache, dass ZeniMax nach dem Verlassen von John Carmick um eine Entschädigung gebeten hat, woraufhin die Videospiel-Koryphäe Carmick verlauten lassen hat, dass "keine meiner Arbeiten  patentiert (wurde). ZeniMax Besitzt zwar den Code, den ich geschrieben habe, aber nicht VR." Welche der beiden Parteien am Ende Recht behalten wird, wird wohl nur ein sich lang hinziehendes Gerichtsverfahren klären, das jüngst  um eine neue Klage reicher geworden ist, da nun Oculus VR seinerseits gerichtlich gegen ZeniMax vorgeht.

Abseits der Gerichtssäle und Anwaltskanzleien macht das milliardenschwere Unternehmen fleißig weiter. Aus allen Ecken der Videospielindustrie werden Entwickler angeheuert, um an dem Oculus Rift weiterzuschrauben und den zeitlichen Vorsprung gegenüber Sonys Project Morpheus und Steams VR-Brille weiter auszubauen. Von letzterem wurden Atman Binstock und Jason Holtman vor Kurzem angeworben. Die Herren machen aber nur ein kleinen Bruchteil der Leute aus, die neben der Brille selbst an dessen Betriebssystem feilen. Neben Software wird auch auf Seiten von zusätzlicher Hardware im Firmensitz des kalifornischen Unternehmen geschraubt. Vor kurzem kündigte Oculus VR an, dass man die Firma Carbon Design übernommen habe. Diese hat unter anderem schon für Microsoft gearbeitet und ist für das überarbeitete Steuerkreuz des Xbox 360 Controller verantwortlich. Das wirft unweigerlich die Frage auf, ob sich Oculus VR von dem PC Lösen möchten, über den in der Vergangenheit alle Spielvorstellungen der VR-Brille liefen. Möglicherweise plant Facebook das Oculus Rift mitsamt einer eigenständigen Konsole rauszubringen. Mit den anstehenden Variationen der Steam Machine wäre Oculus VR dann schon der zweite Neuling, der auf den ohnehin schon engen Konsolenmarkt drängt.

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