Das Phänomen Candy Crush Saga

  • Roberto Quentin
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Von Hardcore-Gamern verpönt, von der Masse geliebt. So ungefähr könnte Candy Crush Saga in wenigen Worten umschrieben werden. Im Gegensatz zum geringen Status, den das Spiel bzw. das Genre „Tile-Matching Games“ bei eingefleischten Zockern genießt, lässt sich der phänomenale Erfolg des Entwicklers nicht unter den Teppich kehren. Daher haben wir in diesem Artikel einige Fakten über die Facebook-Sensation für euch zusammengestellt.

Die Candy Crush Saga ist ein „match-three puzzle video game“, in dem es darum geht drei zusammen passende Stücke - in diesem Fall verschiedene Süßigkeiten („Candys“) - aneinander zu reihen. Logik und Mustererkennung führen hierbei zum Erfolg. Ähnlich wie bei dem Klassiker Tetris verändert sich das Spielfeld nach Auflösung eines Musters, sodass immer neue Muster vom Spieler erkannt und möglichst schnell verarbeitet werden müssen, um schlussendlich ein Level zu meistern. Dabei hilft „Tiffi“ – die Hauptfigur des Spiels – verschiedene Probleme der Bewohner vom „Candy Kingdom“ zu lösen. Dieser integrierte Plot animiert den Spieler, sich nach und nach in den Levels weiter hochzuspielen. Die Simplizität gepaart mit bunter Animation verleihen dem Spiel Breitensport-Charakter und hat sicherlich zu dem kometenartigen Aufstieg beigetragen.

Zahlen & Fakten

Nachdem Candy Crush Saga 2012 für Facebook auf den Markt gebracht wurde, entwickelten sich aus anfänglichen 15 Levels, letztlich  815 reguläre Spielwelten plus 500 weitere aus dem Addon „Dreamworld“, das im Jahre 2013 auf Grund der riesigen Nachfrage nachgelegt wurde. Aktuell werden darüber hinaus alle zwei Wochen neue Levels veröffentlicht, um die Spieler vor neue, kniffelige Aufgaben zu stellen. Der massive Erfolg des Games katapultierte den Entwickler Mitte 2013 auf den Thron der „Social Games“ Industrie. Mit satten 66 Millionen täglichen Usern wurde der damalige Marktführer Zynga auf Platz zwei verwiesen.

Wird ein weiterer Blick auf anlehnende Statistiken geworfen, so lesen sich diese ähnlich imposant: in den ersten 6 Monaten des Jahres 2014 investierten Candy Crush Saga Spieler sage und schreibe 790 Millionen Dollar in das Facebook Spiel. Solche immensen Umsätze generiert das Game ausschließlich durch In-App Käufe, die sowohl über Kreditkarten, als auch über Facebook- und Google Play Credits getätigt werden können und die riesige Popularität unterstreichen. Neben Facebook ist die Candy Crush Saga seit Ende 2012 auch als Smartphone-App erhältlich und weit verbreitet. Obendrein wurde kürzlich die lang erwartete Version für das Windows Phone zusätzlich auf den Markt gebracht. Die technologieübergreifende Anwendbarkeit von Candy Crush erinnert an ähnliche Erfolgstories des mobile-Gaming Segments, wie beispielsweise die Einführung von App-basierten Mobile Poker Clients. Auch das beliebteste Kartenspiel der Welt wird von Logik und Spannung dominiert, sodass dort entsprechende Parallelen zum Facebook-Hit gezogen werden können.

Ungeachtet der geringen Akzeptanz unter ernsthaften Gamern gegenüber Erscheinungen aus dem „Tile-Matching“ Genre, hat Candy Crush die Messlatte für Nachfolger weit nach oben geschraubt. Vergleicht man das Spiele-Erlebnis mit älteren, durchaus erfolgreichen Klassikern wie Tetris oder Minesweeper, bietet der Spiele-Hit ein ganz neues und innovatives Zock-Erlebnis. Außerdem baut Candy Crush auf Interaktivität; Spieler können mit ihren Freunden auf Facebook in einen Wettbewerb eintreten, indem High-Scores in Listen festgehalten und jederzeit mit anderen Spielergebnissen abgeglichen werden können. Je schneller man die richtigen Muster erkennt und zusammenfügt, desto mehr Punkte werden auf dem Konto verbucht.

Abschließend lässt sich sagen, dass -  wie auch immer das Spiel selbst oder andere Spiele des gleichen Genres wahrgenommen werden – der riesige Erfolg den Entwicklern Recht gibt. Kaum ein Spiel hat es bis Dato geschafft, eine so breite Masse an Spielern anzusprechen und zusammen zu bringen. Und seien wir doch einmal ehrlich: Selbst der engagierteste Gamer hat mal Candy Crush ausprobiert oder zockt gelegentlich eine Runde zwischendurch. In diesem Sinne viel Spaß im „Candy Kingdom“!

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