Fail Guys.

Philipp Amthor: Twitch Gaming-Event geht nach hinten los – „peinliche Propaganda“

  • Joost Rademacher
    VonJoost Rademacher
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Philipp Amthor wollte zusammen mit der Jungen Union Gamer auf Twitch begeistern. Doch der Versuch ging nach hinten los und wurde zur „peinlichen Propaganda“.

Hamburg – Im Wahlkampf ist manchen Leuten jedes Mittel recht. Die CDU wagt sich sogar in das von ihr selbst betitelte Neuland des Internets, um dort Wählerstimmen für die anstehende Bundestagswahl einzuheimsen. Allen voran steht dabei Bundestagsabgeordneter und wandelndes Meme Philipp Amthor. Letzterer wollte zusammen mit der Jungen Union einen Livestream veranstalten und auf Twitch Fall Guys zocken. Am Mittwochabend fand der Stream statt , aber die Rückmeldung wird wohl nicht das gewesen sein, was Amthor sich erhofft hat.

Mitglied des Deutschen BundestagesPhilipp Amthor
Geboren10. November 1992 (Alter 28 Jahre), Ueckermünde
ParteiChristlich Demokratische Union Deutschlands
AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2017
AusbildungUniversität Greifswald (2012–2017), Greifen-Gymnasium Ueckermünde (2011), Universität Greifswald
BücherEine Politik für morgen: Die junge Generation fordert ihr politisches Recht

CDU Gaming-Kampagne: Philipp Amthor treibt Schabernack auf Twitch – Chat verhält sich toxisch

Im Vorfeld zum vergangenen Livestream bei Twitch hatte Philipp Amthor schon mit der bloßen Ankündigung des Streams ordentlich Welle gemacht. Das klingt aber positiver als es war, tatsächlich hat Philipp Amthor sich ordentlich zur Lachnummer gemacht. Der Post, mit dem der Abgeordnete der CDU sein Auftreten bei der „Multiplayer-Night“ der Jungen Union ankündigte, wurde auf Twitter binnen Minuten in zahlreichen Memes verwurstet. Kein gutes Zeichen für den eigentlichen Livestream, der am 21. Juli folgte und im Shitstorm endete.

Die Misere begann schon damit, dass der Stream mehr als eine satte halbe Stunde brauchte, um wirklich zu beginnen. Bis dahin mussten Zuschauer:innen auf einen blanken „Stream beginnt“-Bildschirm starren. Viele nahmen sich das zum Anlass, schon mal einen – milde gesagt – konfrontativen Ton im Chat gegen die CDU und Philipp Amthor anzuschlagen. Nachdem Amthor und Tilman Kuban, ebenfalls von der CDU, schließlich mit mehr als 35 Minuten Verspätung loslegten, sollte sich diese Stimmung nicht unbedingt bessern.

Im Livestream sollten Philipp Amthor und Tilman Kuban zwischen und während der Fall Guys-Runden konstruktiv mit den Zuschauer:innen diskutieren und aktuelle Fragen beantworten. Der Chat interessierte sich aber weniger für das Wahlprogramm der CDU und mehr für die letzten Skandale rund um Amthor. Im letzten Jahr zum Beispiel war der junge Bundestagsabgeordnete in einen Lobbyskandal rund um das IT-Unternehmen Augustus Intelligence verwickelt. Die Affäre geriet am Mittwochabend besonders ins Visier des Twitch-Chats. Die Partei selbst ist währenddessen auch in der Kritik. Die CDU hat in Thüringen eine Abstimmung gegen Höcke boykottiert*.

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Lobbygelder und Augustus Intelligence waren für den Rest des Abends die Stichworte schlechthin im Twitch-Chat. Regelmäßig stichelten die Zuschauer:innen wegen der Korruptionsvorwürfe gegen die CDU und stellten Fragen, die auf die Lobbyaffäre anspielten, wie ob das Event von Augustus Intelligence gesponsort sei. Eingegangen wurde auf den Chat praktisch zu keiner Zeit, wahrscheinlich weil hinter den Kulissen Mitarbeiter:innen die ‚angebrachten‘ Fragen filterten. Deshalb kamen Fragen, ob Philipp Amthor sich auch mit Holocaust-Leugnern solidarisiere, nicht zur Sprache. Vor wenigen Tagen war ein Bild aufgetaucht, auf dem Amthor mit Neonazis posierte*.

Nach einer knappen Stunde war der Stream dann wieder vorbei. Begründung: Der Router sei sehr heiß gelaufen. Auf Twitter schoss die Community schließlich noch einmal hart gegen CDU-Politiker Amthor und die Junge Union. Mehrere Zuschauer:innen warfen den Verantwortlichen vor, nicht einmal auf kritische Fragen eingegangen zu sein und nannten den Livestream „den peinlichsten Propagandascheiß“. Da haben Amthor und Co sich keinen Gefallen getan. Twitch selbst hat im Moment auch große Probleme, Ludwig sieht einen potenziell tödlichen Trend für die Plattform, der gerade Überhand nimmt. *Merkur und Frankfurter Rundschau sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO/BildFunkMV/MediaTonic/Twitch (Montage)

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