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Pokémon GO: Niantic stellt sich bei Account-Hack quer – 700 Euro einfach futsch

  • Adrienne Murawski
    VonAdrienne Murawski
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Mancher Fan investiert viel Geld in seine Leidenschaft, so auch eine Pokémon GO-Spielerin. Nun wurde ihr Account gehackt, doch Entwickler Niantic will nicht helfen.

San Francisco – Pokémon GO hat eine treue Fanbase, die das Spiel auch fünf Jahre nach Release noch regelmäßig zocken und auf Pokémon-Jagd gehen. Dabei geben einige Spieler:innen auch viel Geld aus, schließlich gibt es immer wieder Spezialforschungen, Bälle müssen nachgefüllt und der Beutel will erweitert werden. Eine Spielerin hat über ihre gesamte Spielzeit mehr als 700 Euro im Spiel ausgegeben. Die sind nach einem Hacking-Angriff futsch und werden es wohl auch bleiben. Entwickler Niantic will ihr nämlich nicht helfen.

Name des SpielsPokémon GO
Release (Datum der Erstveröffentlichung)06. Juli 2016
Publisher (Herausgeber)Niantic
SeriePokémon
PlattformenAndroid, iOS
EntwicklerNiantic
GenreAugmented Reality, Mobile

Pokémon GO: Spielerin wird gehackt – Verliert über 700 Euro

Was ist passiert? Auf Twitter hat sich eine Pokémon GO-Spielerin Hilfe suchend an die Twitter-Community gewandt. Urplötzlich konnte sie nicht mehr auf ihren Pokémon GO-Account zugreifen und wendete sich als erstes natürlich an den Gamesupport von Entwickler Niantic. Dieser erklärte ihr, dass sie wohl die falsche E-Mail zum Login benutzt hatte. Problem dabei: Die vom Support genannte E-Mail ist gar nicht die der Spielerin.

Allem Anschein nach wurde die Spielerin gehackt. Der:die Hacker:in verschaffte sich Zugang zu ihrem Account und sperrte die Spielerin dann daraus aus, indem er:sie sofort die E-Mail-Adresse änderte. In einem E-Mail-Austausch mit dem Entwickler aus San Francisco schilderte die Spielerin dieses Problem auch und bat Niantic um Hilfe:

Hallo Support, das ist nicht meine E-Mail, meine E-Mail lautet [...]. Jemand hat meine E-Mail geändert. Ich bitte um weitere Hilfe. Wenn gewollt, kann ich alles nachweisen an Ausgaben in Pokémon GO, allgemeine Screenshots, Bilder von meinen letzten Shinys [...] bitte helfen Sie mir.

Kuraikox via Twitter

Doch der Support von Niantic stellt sich quer und möchte der Spielerin nicht helfen, ihren gehackten Account zurückzubekommen.

Pokémon GO: Spielerin wird gehackt und verliert über 700 Euro – Niantic ist keine Hilfe

Wieso will Niantic nicht helfen? Laut dem Entwickler aus San Francisco könne der Support bei einem gehackten Pokémon GO-Account nur helfen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt werden:

  • Das Konto wurde vor weniger als 72 Stunden kompromittiert.
  • Das Konto hat keine früheren oder bestehenden Strafen wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen von Pokémon GO.
  • Der:die Eigentümer:in des Accounts kann einen Eigentumsnachweis vorlegen.

Angeblich liegen gegen die Spielerin frühere Strafen wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen vor, daher könne der Support ihr nicht bei der Wiederherstellung des Accounts helfen. Laut eigener Aussage habe die gehackte Spielerin jedoch nie eine Strafe bekommen, daher bat sie den Support um eine genaue Auflistung der angeblichen Strafen. Doch auch hier stellt sich Niantic quer: „Wir können die vollständigen Details der Strafe, die auf diesem Konto implementiert wurden, nicht angeben.

Einen genauen Grund, warum die Strafen nicht genannt werden können, gibt der Support des Entwicklers nicht an. Als Alternative bietet Niantic der Spielerin lediglich an, dass sie sich einen neuen Account in Pokémon GO erstellen könne. Damit verliert die Pokémon GO-Spielerin nach eigenen Angaben nun mehr als 700 Euro, die sie über fünf Jahre Spielzeit im Game ausgegeben hat.

Das ist das Problem bei gehackten Pokémon GO-Accounts: Hacking ist in der digitalen Welt ein großes Problem, doch Pokémon GO-Spieler:innen trifft es besonders hart. Im Spiel kann man kein Backup anlegen, sodass man bei einem Hacker-Angriff seine alten Daten wiederherstellen oder auf einen neuen Account transferieren könnte.

Pokémon GO: Niantic will gehackten Account nicht wiederherstellen – Spielerin verliert 700 Euro

Außerdem können die Hacker:innen Punkt 2 der Bedingungen ausnutzen und gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, während sie sich im Account befinden. Dadurch wird sichergestellt, dass der Niantic Support nicht bei der Wiederherstellung hilft. Der beste Schutz vor Hacker:innen ist daher ein starkes Passwort, das nur ihr kennt. Andere Möglichkeiten sich zu schützen, haben Spieler:innen bisher leider nicht.

Wir hoffen, dass ihr dieses Problem nicht bekommt. Schließlich ist im Januar 2022 viel los im Spiel. Am Sonntag, dem 16. Januar, findet in Pokémon GO der Community Day mit Seemops statt und am Wochenende darauf können Spieler:innen beim Community Day Classic mit Bisasam teilnehmen.

Quelle: Twitter

Rubriklistenbild: © Panthermedia/IMAGO/Niantic (Montage)

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