Das Ende einer kompletten Reihe

Das Ende von Pro Evolution Soccer: Der chronologische Niedergang von Konamis Reihe

Pro Evolution Soccer gehört der Vergangenheit an. Mit eFootball kündigte Konami den geistigen Nachfolger an. Wir zeigen den beeindruckenden Niedergang von PES.

Tokio - Pro Evolution Soccer ist tot. Lang lebe eFootball. Konami machte mit der Beendung von PES einen radikalen Schritt, um wieder Konkurrenzfähig auf dem Markt der Fußballsimulationen zu sein. Es ist kein Geheimnis, dass FIFA über die vergangenen Jahre immer mehr an Fahrt gewann und Pro Evolution Soccer hinter sich ließ. Mit einem Free-to-play-Konzept möchte Konami nun wieder auf Augenhöhe mit EA gelangen. Wir blicken zurück und zeigen, wie es überhaupt zum Ende vom einst gefeierten PES kommen konnte.

NameeFootball
ReleaseHerbst 2021
EntwicklerKonami
SeriePro Evolution Soccer
PlattformPS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X, IOS, Android
GenreFußballsimulation

eFootball: Pro Evolution Soccer – Fußballsimulationsreihe aus Japan findet Anklang in Europa

Pro Evolution Soccer hat eine lange Geschichte hinter sich. Der größte Konkurrent von EA‘s FIFA-Reihe hatte jedoch nicht immer den Namen PES. 1995 erschien das Spiel International Superstar Soccer für den SNES. Für die damalige Zeit konnte man grafisch mit dem Spiel neue Maßstäbe setzten. Auch die Nachfolger von ISS, wovon es fünf an der Zahl gibt, waren grafisch auf einem Top-Level. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Reihe war es die TV-Perspektive ins Spiel einzuführen. Vertikal statt horizontal. Mit diesem scheinbar simplen Kniff konnte Konami viele Spieler für sich begeistern.

Im Jahre 2001 war es dann soweit. ISS bekam einen Nachfolger unter dem Namen Pro Evolution Soccer wollte Konami nun den europäischen Markt erobern. Die Wahl des Namens ist dabei äußerst interessant. Der Begriff Soccer ist als englische Übersetzung für den Fußball in Europa nämlich nicht weit verbreitet. Die Entscheidung könnte auf die nationalen Begebenheiten von Konamis Heimatland Japan zurückzuführen sein. Im Japanischen wird Fußball nämlich Soccer genannt. Kurioserweise hieß sowohl ISS als auch Pro Evolution Soccer über dessen gesamte Laufzeit stets Winning Eleven in Japan.

eFootball: Pro Evolution Soccer verliert das Rennen gegen FIFA – Fehlende Lizenzen und Next-Gen als Gründe

Die Popularität von Pro Evolution Soccer steigt Anfang der 2000er im Westen. Weiterhin hat Konami die Nase vorn in puncto Grafik. In Hinblick auf die Lizenzen muss das japanische Unternehmen jedoch den Kürzeren ziehen. Anstatt die größten Fußballklubs Europas originalgetreu abzubilden, weicht Konami auf ein anderes Model aus. Spielernamen werden in PES verändert und auch die Vereine werden nur nach ihren Städten benannt. EA auf der anderen Seite schnappt sich eine Profiliga nach der anderen und kann sein Portfolio an Lizenzen weiter auszubauen.

Im Jahre 2006 kam es dann zum wohl größten Wendepunkt in der Geschichte von Pro Evolution Soccer. Konami entschied sich nämlich dafür ein Jahr lang zu pausieren, um eine würdige Version für die damaligen Next-Gen-Konsolen Xbox 360 und PS3 zu veröffentlichten. Während sich Konami also Zeit nahm, war EA perfekt vorbereitet.

Das Ende von Pro Evolution Soccer: Der chronologische Niedergang von Konamis Reihe

PES verpasste den Sprung auf die Next-Gen-Konsolen und konnte sowohl mit PES 2008 als auch mit dem darauffolgenden Titel keine guten Kritiken ernten. Die fehlende Innovation die Konami fehlte war anscheinend bei EA gelandet. Dort startete man mit dem berühmten Sammelkarten-Modus Ultimate Team durch. Innerhalb kürzester Zeit lief FIFA dank dieses Modus und der Lizenzen PES den Rank ab. Seitdem konnte nur noch entfernt von einem Konkurrenzkampf gesprochen werden.

Zurück in der Gegenwart hat sich Konami zu einem radikalen Schritt entschieden. Die Pro Evolution Soccer-Reihe gehört der Vergangenheit an. Ab sofort heißt die Fußballauskopplung von Konami eFootball. Dies war bereits in den vergangenen zwei Jahren der Beiname von PES. eFootball wird komplett Free-to-Play sein und wiederkehrende Updates, statt jährlichen Veröffentlichung nachgehen. Ein Modell, welches äußerst vielversprechend klingt und Konami vielleicht wieder zurück ins Rennen mit EA befördern könnte. Tatsächlich plant EA laut Leaks genau dasselbe Modell für das bevorstehende FIFA 23.

Rubriklistenbild: © Konami

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