Diese verdammten Studiokäufe.

PS5: Schwarze Zukunft für Spieleentwickler – Ex-Sony-Boss äußert sich

  • Joost Rademacher
    VonJoost Rademacher
    schließen

Mit der PS5 hat Sony ihr nächste Konsolengeneration auf den Weg gebracht. Doch laut eines Ex-Sony-Bosses steht es schlecht für Spieleentwickler.

San Mateo, Kalifornien – Im Moment scheint wieder eine Art von Wettrüsten zwischen Sony und Microsoft stattzufinden. Die Unternehmen hinter den Konsolen PS5 und Xbox Series X sind seit einem knappen Jahr dabei, im Dauerlauf neue Studios aufzukaufen. Die eigenen Konsolen wollen ja nun einmal mit ordentlichen Exklusivtiteln bestückt werden. Allerdings kommt dieser Kaufrausch nicht überall gut an. Kritische Worte zu den Akquisitionenen hat zuletzt auch Shawn Layden gefunden. Der Ex-PlayStation-Boss hat in einem Interview eine finstere Prognose für die PS5 und Xbox Series X abgegeben.

Name der KonsolePlayStation 5 (PS5)
HerstellerSony Interactive Entertainment (SIE)
TypStationäre Spielkonsole
Generation09. Konsolengeneration
SpeichermediumBlu-Ray
Release19. November 2020

PS5: Ex-Boss Shawn Layden im Interview – Kritik für Käufe weiterer Studios

So richtig hat der Kaufrausch bei Sony und Microsoft im letzten Jahr begonnen, als das Xbox-Unternehmen im September 2020 ZeniMax und damit Bethesda sowie seine Entwicklerstudios für satte 7,5 Milliarden Dollar aufkaufte. Seitdem macht Sony ebenfalls wieder Geld locker, um seine eigene Riege von AAA-Studios zu erweitern, so zuletzt zum Beispiel bei Housemarque, das Returnal für die PS5 entwickelt hat. Shawn Layden, der Vorgänger von Sony-Chef Jim Ryan, hat sich im Interview mit Gamesindustry.biz über diese jüngste Entwicklung unterhalten.

Gegenüber dem Online-Magazin erklärt Layden, dass die Gesamtmenge von Konsolenbesitzer:innen eigentlich die gleiche ist, wie noch in den 90ern. Währenddessen steige aber der Kostenpunkt in der Entwicklung neuer Spiele immer weiter, bei der PS5 in Zukunft auf über 200 Millionen Dollar. Das mache es für kleinere Entwicklerstudios immer schwieriger, sich über Wasser zu halten, weshalb es so viele Käufe und Zusammenschlüsse geben würde. Diese Zusammenschlüsse beäugt Shawn Layden aber eher kritisch.

PS5: Unter Zusammenschlüssen leidet die Vielfalt, findet der ehemalige PlayStation-Chef

Der ehemalige Chef von Sony Interactive Entertainment führt im Interview weiter aus: „Zusammenschlüsse sind in gewisser Weise der Feind von Vielfalt.“ Viele Spielfiguren würden vom Tisch genommen, um große Multikonzerne zu bilden. Das wiederum würde künstlerische Freiheit einschränken, weil die Industrie sich selbst in Genres, Sequels und gewisse Spieltypen zwängen würde, findet Layden. Viele werden bei dem Gedanken schnell zu den „Ubisoft-Spielen“ springen, die immer mit Open World, Questmarkern und Aussichtstürmen daherkommen. Selbst Spiele für die PS4 und PS5, die nicht von Ubisoft kommen, haben sich immer mehr an diesen Trend angelehnt.

PS5: Ex-Boss von PlayStation schockt mit düsterer Prognose für zukünftige Spiele

Persönliche Favoriten von Shawn Layden, wie die Rhythmusspiele Parappa The Rapper und Vib-Ribbon von der PS1, hätten heute, in Zeiten der PS5, gar keine Chance mehr, eine wirkliche Bühne zu finden. So eine Ausdünnung von thematischer Vielfalt wäre weder für die Industrie noch für die Fans gut, meint der Branchenveteran. Er geht aber noch weiter und stellt eine gewagte Behauptung auf: Über Zeit würde die Industrie zerbröckeln, wenn immer nur die gleichen Leute reden und die gleichen Geschichten erzählen.

So findet Shawn Layden, dass die Gaming-Industrie reif für ein paar Erschütterungen wäre, ansonsten könnte sie erstmals seit fast 30 Jahren wieder schrumpfen. Ein großes Problem der Zukunft des Gaming liegt also weniger in Konsolen oder Leistung, sondern in den Spielen, mit denen sie gefüttert werden. Die PS5 selbst ist im Moment noch in aller Munde und gilt als sehr gute Konsole. Selbst der Xbox-Chef lobt den DualSense-Controller der PS5 und will wohl in Zukunft Inspiration von dem Controller nehmen.

Rubriklistenbild: © Sony/Michael Nelson/dpa (Montage)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare