Die nächste Sensation ist perfekt

Sony kauft Bungie für 3,6 Milliarden – Nächster Mega-Deal in der Gaming-Branche

  • VonSven Galitzki
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Nach Microsoft lässt nun auch Sony eine dicke Bombe platzen: Der Konzern kauft in einem Milliarden-Deal die Spieleschmiede Bungie – das Studio hinter Destiny.

Seattle, Washington – Der gewaltige und recht überraschende Deal zwischen Microsoft und Activision liegt gerade mal etwas mehr als eine Woche zurück, doch schon gibt es die nächste Sensationsmeldung. Diesmal ließ Sony die Bombe platzen und vermeldet den Kauf des bekannten Entwickler-Studios Bungie.

Name des UnternehmensBungie
Gründung1991
HauptsitzBellevue, Washington
CEOPete Parsons
Jahresumsatz100-500 Millionen US-Dollar
GründerAlex Seropian und Jason Jones

Nächster Mega-Deal in der Gaming-Branche: Sony kauft Bungie

Das ist der Deal: Um kurz vor 19:00 Uhr deutscher Zeit machte heute, am 31. Januar 2022, in den sozialen Medien das Gerücht die Runde, Sony stünde vor einer großen Ankündigung. Alle waren am Rätseln, um was es sich dabei handeln könnte. Lange warten musste man aber nicht. Nur wenige Minuten später war die Katze bereits aus dem Sack und der nächste Mega-Deal der Gaming-Branche wurde bekannt.

Nachdem vor Kurzem Microsoft den Publisher-Riesen Activision für knapp 70 Milliarden Dollar schluckte, legte Sony nun nach – wenn auch nicht ganz so großspurig. Sony Interactive Entertainment (SIE) vermeldete den Kauf des weltbekannten Entwickler-Studios Bungie, den Machern des Destiny-Franchise, für 3,6 Milliarden Dollar. Der SIE-CEO Jim Ryan hieß Bungie bereits offiziell in der PlayStation-Familie willkommen. Der bisherige Bungie-CEO Pete Parsons sowie das Management sollen das Unternehmen aus Seattle übrigens auch weiterhin leiten.

Und auch wenn das aktuell viele so sehen dürften: Der Deal soll Sony zufolge keine Reaktion auf Microsofts Kauf von Activision Blizzard sein, sondern war bereits seit knapp einem halben Jahr so geplant gewesen.

Destiny 2: Bungies Hüter-Abenteuer fesseln schon seit Jahren massenweise Spieler

Das ist Bungie: Die heute knapp 600 Mitarbeiter umfassende und weltbekannte Spieleschmiede mit Sitz in Bellevue (Großraum Seattle, USA) wurde ursprünglich im Jahr 1991 von zwei Studenten gegründet. Zu den größten Veröffentlichungen gehören beispielsweise die Videospiel-Serien Myth, Marathon, Halo (mittlerweile bei Microsoft) und Destiny. 

Bungie entwickelte dabei zu Beginn ausschließlich Spiele für Apples Macintosh, erst Ende 1995 erschien ihr erstes Spiel (parallel) für den PC, mit der Halo-Reihe kam dann in den 2000-ern auch der große finanzielle Durchbruch. Nach Partnerschaften mit Branchen-Giganten wie Microsoft oder Activision steht das Unternehmen mittlerweile komplett auf eigenen Füßen und nimmt das eigene Schicksal selbst in die Hand. So betreibt und vertreibt Bungie beispielsweise das Action-MMO Destiny 2 gänzlich in Eigenregie.

Mit dem Kauf durch Sony dürfte nun das nächste große Kapitel in der Geschichte des Unternehmens anbrechen.

Bungie: Nach Kauf durch Sony – Wie geht es jetzt weiter?

Was bedeutet der Deal für Bungie und Sony? Bungie steigt durch den Deal zu einer globalen Multimedia Entertainment-Größe auf – mit ganz neuen Möglichkeiten. Sony erhofft sich im Gegenzug, die Reichweite von PlayStation zu erhöhen.

Wie Sony und Bungie betonen, soll das Studio dabei aber auch weiterhin unabhängig agieren können (entwickeln und publishen). Hand in Hand mit Sony will man dabei gemeinsame Visionen verwirklichen und ikonische Franchises auf die Beine stellen, die von Freunden, Familien und ganzen Generationen weltweit gespielt werden und sie alle miteinander verbinden – über verschiedene Plattformen und Medien hinweg.

Destiny 2 wird auch nach dem Kauf durch Sony Multi-Plattform bleiben – genau wie zukünftige Projekte von Bungie

Die wichtigste Info für Gamer: Destiny 2 und zukünftige Spiele sind und werden dabei Mutli-Plattform bleiben, der Deal soll keine Auswirkungen auf die Erfahrungen auf anderen Plattformen haben.

Es soll auch weiterhin eine gemeinsame Bungie-Community geben, Spiele sollen auch in Zukunft dort gespielt werden können, wo man sie am liebsten spielt. Ob nun bestehende, aktuelle Titel (Destiny 2), oder zukünftige Franchises – die Zukunft von Bungie-Games ist also auch auf Plattformen wie der Xbox oder Google Stadia gesichert.

Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Artikel: Destiny 2: Nach Bungie-Kauf durch Sony – Das ist die wichtigste Info für Spieler

Was bedeutet der Deal für Destiny 2? Als Teil der PlayStation-Familie stehen Bungie ganz andere Möglichkeiten offen – vor allem finanziell. Wo Spieler es Bungie zufolge unmittelbar merken werden: Das Studio will sein Personal rund um Destiny ausbauen, stellt dafür in allen Bereichen des Spiels neue Talente und Mitarbeiter ein – auch für Welten, die danach folgen.

Zudem dürften nach der Trennung von Activision so nun auch endlich wieder Erweiterungen vom Kaliber „Forsaken“ möglich werden, wobei Bungie nun aber kein Publisher und kein strenger Release-Plan mehr im Nacken sitzen dürften, wie das bei der Partnerschaft mit Activision offenbar der Fall war. Die kreative Freiheit des Studios soll durch Sony gewahrt und respektiert werden.

Kurzum: Destiny 2 könnte durch den Deal richtig profitieren und in Zukunft generell mehr oder umfangreichere Inhalte bekommen.

Rubriklistenbild: © Bungie

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