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Was sind Core-Gamer?

Core-Gamer vs. Casual-Gamer

Special: Was ist ein Core-Game?

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Wann spielt man ein Videospiel "richtig"? Wann ist man Core-Gamer und Wann Casual-Gamer und worin liegt der Unterschied. Wir werfen in diesem Artikel etwas Licht in das Dunkel zu diesem Thema.

Echte Zocker spielen keine Casual-Games. Echte Zocker spielen Core-Games. Was aber ist eigentlich ein Core-Game?

Als die Wii erschien, wurde erstmals der Begriff des Casual-Games geprägt. Gemeint sind damit simple Spiele, die auch Nicht-Zocker für kurze Zeit unterhalten sollen. Eingefleischte Spieler können darüber nur mit der Nase rümpfen. Nun stehen Kinect und Move in den Startlöchern, und uns droht auch auf den ehemaligen Core-Konsolen eine Welle von simplen Casual-Games.

Höchste Zeit also sich einmal Gedanken zu machen, was eigentlich ein sogenanntes Core-Spiel ausmacht.

Am einfachsten wäre natürlich zu sagen: „Core ist, was nicht Casual ist.“ Sehen wir uns also zunächst einmal an, was ein Casual-Game eigentlich ist.

Das ergibt sich zum Teil schon aus dem Namen. „Casual“ bedeutet: gelegentlich, locker, zwanglos. Gerade die erste Übersetzung „gelegentlich“, beschreibt ziemlich genau, was ein Casual-Spiel ausmacht: ein Spiel, das man gelegentlich mal in die Konsole legt und ein bisschen daddelt.

Die Casual-Zielgruppe sind in der Regel Leute, die mit klassischen Videospielen bisher wenig am Hut hatten. Beispielsweise ältere Semester, weibliche Videospiel-Verweigerer oder gesellige Real-Life-Fans.

Daher muss die Bedienung natürlich simpel und schnell zu erlernen sein. Das Patent-Rezept hierfür waren in der letzten Zeit meist mehr oder weniger sinnvolle Bewegungssteuerung oder im Falle des Nintendo DS und iPad, Eingaben über einen Touch-Screen.

Was ist ein Gelegenheitsspieler eigentlicht?

Sind normale Controller also zu kompliziert für die Gelegenheits-Spieler? Ist das vielleicht ein erster Ansatz, wie man ein Core-Game definieren kann: ein Spiel, das mit einem traditionellen Controller gesteuert wird?

Doch zurück zu den Casual-Games. Neben einer einfachen Steuerung sollten sie selbst natürlich nicht zu kompliziert sein. Die Regeln und Aufgaben sind daher meist simpel. Auch sollten schnell Erfolge gefeiert werden können, der Schwierigkeitsgrad also nicht zu hoch ausfallen.

Oft lässt sich ziemlich leicht sagen, ob ein Spiel ein Casual-Game ist. Die Definition über das Gegenteil, also: „Core ist, was nicht Casual ist", kann natürlich nicht ausreichend sein. Wir müssen schon ein wenig tiefer in die Materie einsteigen. Jedoch können uns unsere bisherigen Überlegungen helfen, Kriterien zu finden, nach denen man ein Spiel als Core-Game definieren kann.

Komplexität

Hiermit ist zunächst die Bedienung gemeint. Ein Core-Game erfordert mehr als simples Knöpfchen-Drücken zur richtigen Zeit. Die Steuerung erlaubt es, das Spiel jederzeit im Griff zu haben und auf komplexe Weise mit der Spielwelt zu interagieren. Außerdem ist auch der Anspruch des Spieles gemeint. Ein Core-Spiel erfordert einen gewissen Grad an Können. Nicht zuletzt kann sich auch ein intellektueller Anspruch aus Story und Spielwelt entwickeln.

Es gibt jedoch auch Spiele, bei denen diese Kriterien nicht so ganz greifen. Guitar Hero beispielsweise hat eine einfache Steuerung und ein simples Spielprinzip, wird aber, gerade in den hohen Schwierigkeitsgraden, durchaus anspruchsvoll, wenn man sich richtig damit beschäftigen will. Ist Gutitar Hero nun ein Core- oder Casual-Game? Über diese Frage wurde schon viel gestritten.

Dauer

In der Regel ist ein Casual-Game nach kurzer Zeit zu Ende. Nach ein paar Stunden hat man alles gesehen, und man legt das Spiel höchstens noch für den Multiplayer-Modus in die Konsole. Ein Core-Game hingegen bietet mehr Spielzeit für's Geld. Im besten Fall sowohl Langzeit-Motivation für Solo-Spieler als auch Multiplayer-Spaß.

Wieder ist die Definition problematisch. In den letzten Jahren sind viele Titel erschienen, deren Spielzeit deutlich unter zehn Stunden liegt. Modern Warfare 2 lässt sich in fünf bis sechs Stunden durchspielen, dennoch würde es wohl niemand als Casual-Game bezeichnen.

Jedoch kann diese Dauer auch gefährlich sein, gerade für junge Spieler. Erst kürzlich starb ein 17 jähriger Gamer nach exzessiven Zocken. 

Professionalität

Casual-Games sind in der Regel darauf ausgerichtet, mit minimalem Aufwand möglichst viel Geld zu machen. Deshalb werden sie von kleinen Teams in kurzer Entwicklungszeit zusammengeschustert.

Core-Games hingegen bieten meist deutlich hochwertigere Technik. Das drückt sich nicht nur in einer besseren Grafik aus, sondern auch in qualitativem Sound. Mitunter werden dafür extra Musikstücke komponiert und professionelle Synchron-Sprecher verpflichtet.

Profi-Spieler auf der Gamescom

Was aber ist mit all den Independent-Titeln, die von wenigen Leuten mit bescheidenen Mitteln entwickelt werden? Braid zum Beispiel ist grafisch und soundtechnisch eher mau. Ist es deshalb kein Core-Game mehr? Demgegenüber ist Mario und Sonic bei den Olympischen Winterspielen durchaus mit großem Aufwand entwickelt. Würde man es aber deswegen zu den Core-Spielen zählen?

Frequenz

Dem Namen nach ist ein Casual-Game ein Spiel, das man nur gelegentlich spielt. Ein Core-Game befindet sich hingegen meist solange in der Konsole, bis der Abspann über den Bildschirm rollt.

Dieses Kriterium ist allerdings höchst subjektiv, da es stark vom jeweiligen Spieler und dessen Spielverhalten abhängt. Es gibt sicher auch Leute, die GTA 4 von Rockstar Games oder Fallout 3 nur einmal pro Woche spielen.

Die Definition eines Core-Games scheint also schwerer zu sein als erwartet. Für sich genommen genügt keines der vorgestellten Kriterien. Auch Überlegungen nach dem Muster: wenn ein Spiel alle, oder ein paar bestimmte Kriterien erfüllt, dann ist es ein Core-Game oder dass ein Spiel, das gar kein Kriterium erfüllt, automatisch ein Casual-Game ist, lässt sich nicht ohne Probleme sagen. Ein Spiel ist schließlich mehr als die Summe seiner Teile.

Interessant ist auch, dass die Bezeichnungen Core-Game und Casual-Game erst in den letzten Jahren aufkamen. Gelegenheitsspiele gibt es schließlich nicht erst seit kurzem. Die Spiele, die zu Beginn der Videospielzeit erschienen, würde man heute auch als Casual-Games bezeichnen. So ist zum Beispiel Videospiel-Großvater Pong definitiv ein Spiel, das heute niemand mehr als Core-Game einstufen würde. Ebenso das Ur-Mario Bros., das man heute bestenfalls als Gratis-Beilage in anderen Spielen akzeptiert.

Eine wichtige Frage, die in diesem Artikel gar nicht angerissen wurde, ist auch: ist ein Casual-Game automatisch ein schlechtes Spiel? Es gibt schließlich durchaus ein paar, die Spaß machen. Ebenso gibt es zahlreiche misslungene Core-Titel. Kurzer, simpler Spielspaß ist doch immer noch besser, als gar kein Spielspaß, oder nicht?

Auch wenn es da draußen sicherlich viele Machwerke gibt, die die Bezeichnung „Spiel“ heutzutage gar nicht mehr verdienen, liegt die Entscheidung, was Core und was Casual ist, letztendlich immer im Auge des Betrachters. Für den Einen mag ein Spiel nur eine simple Beschäftigung für kurze Zeit sein, für den Anderen ist dasselbe Spiel eine Lebensaufgabe, der er sich mit Leidenschaft widmet.

Bleibt also festzuhalten: Core ist, was DU gern und viel spielst.

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