HaiderAid

Mit Hass gegen HateAid: Hilfsorganisation weist Vorwürfe von Drachenlord zurück

  • Josh Großmann
    VonJosh Großmann
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Wegen Unmengen an Hass hat sich der Youtuber Drachenlord an die Organisation HateAid gewandt. Doch diese lehnen die Hilfe ab und das hat Gründe.

Update vom 19.04.2022: HateAid hat auf unsere Anfrage reagiert. Entgegen der Behauptung Herrn Winklers habe die Hilfsorganisation auf die Anfragen reagiert. Einer der wichtigsten Grundsätze von HateAid sei es jedoch, Menschen, die selbst digitale Gewalt ausüben, nicht zu beraten. HateAid habe genau das bei Hernn Winkler feststellen müssen.

Vollständiger NameRainer Winkler
Bekannt alsDrachenlord
GeburtsortNeustadt an der Aisch
Geburtstag02. August 1989
Follower auf YouTube218.000 (April 2022)
Follower auf TikTok148.100 (April 2022)

Drachenlord gegen HateAid: Hilfsorganisation bemüht sich um Beratung

Da der Fall Drachenlord aber aufgrund seiner Komplexität nicht pauschal zu bewerten sei, sei man dennoch in den Dialog mit Herrn Winklers Bewährungshelfer getreten. HateAid sei bemüht, einen Teil dazu beizutragen, dass Herr Winkler an anderer Stelle fachgerecht beraten werden kann. Der Vorwurf, dass HateAid den Fall Drachenlord und die Anfragen Herrn Winklers ignoriert habe, sei falsch.

Darüber hinaus konzentriere sich HateAid auf digitale Gewalt. Analoge Fälle von körperlicher Gewalt oder des Stalkings seien kein Teil des satzungsmäßigen Beratungsgegenstandes. Man bedauere, dass Herr Winkler sich entschieden habe, die Hilforganisation verbal anzugreifen, statt den Dialog zu suchen, sei aber weiterhin bemüht, geeignete Unterstützung zu finden.

Drachenlord gegen HateAid: YouTuber erhebt schwere Vorwürfe gegen Hilfsorganisation

Erstmeldung vom 14.04.2022: Hamburg – Viele blicken derzeit auf das Schicksal von Rainer Winkler. Auf YouTube wurde er als Drachenlord bekannt und hat mit seiner exzentrischen Art den Hass vieler Zuschauer*innen auf sich gezogen. Auf der Suche nach Hilfe stieß Drachenlord auf eine Organisation, die auf Hass im Internet spezialisiert ist – doch seine Mühen sich helfen zu lassen, stießen wohl auf Untätigkeit.

Was ist passiert? Wem die Situation rund um den 33-jährigen YouTuber Drachenlord nicht fremd ist, wird wissen, warum er sich bei einer Organisation meldete, die explizit gegen Hass und Mobbing im Internet vorgeht – HateAid. Auch trotz seines Umzuges bleiben ihm die Hater*innen auf den Fersen. Drachenlords neue Adresse ist bekannt und sorgt für weitere Belagerungen an der neuen Wohnung. In einem Livestream auf YouTube rekapitulierte er seine Situation und warf der Stiftung vor, bewusst untätig zu bleiben.

„Und was war der Grund, warum sie mich nicht angehört haben? Weil der Hass und das Mobbing um mich herum zu groß ist und ihnen zu heiß ist.“

Drachenlord auf YouTube

Drachenlord soll sich mehrfach bei HateAid gemeldet haben. Auch im Zuge seiner ersten Bewährungsstrafe soll er nach Hilfe gesucht haben, um in Zukunft weniger anzuecken. Drachenlord will in Zukunft nicht mehr provozieren, doch seine Hater*innen beobachten jeden Schritt. In seinem Livestream erklärt Drachenlord, dass er nicht eine einzige Rückmeldung erhalten habe und vermutet, dass HateAid die Sache zu groß sei. Allein fühlt er sich machtlos, gegen tausende Menschen vorzugehen, die ihn seit über acht Jahren systematisch im Internet mobben.

Drachenlord: Keine Rückmeldung von HateAid – Stellungnahme der Anti-Hass-Organisation bleibt aus 

Was ist HateAid? Seit 2018 setzt sich HateAid für Menschen ein, die in Extremsituationen stehen. Bei Hass und Mobbing steht HateAid als kostenloses Beratungsangebot für alle Hilfesuchenden zur Verfügung. Mit 38 Angestellten hilft die Organisation mit juristischer Beratung, Aufklärungsarbeit zu Hass im Internet und Kontakt zu Behörden, Ministerien und der Regierung. Auf der Website der deutschen Bundesregierung wird HateAid als Anlaufstelle für alle genannt, die auf Hass im Internet und digitale Gewalt stoßen.

Drachenlord übt Kritik an HateAid – Anti-Hass-Organisation soll untätig zuschauen

HateAid finanziert sich von Prozessfinanzierungsfonds. Das heißt, sie lassen sich die Einnahmen durch eingeklagte Schmerzensgelder spenden, um in Zukunft anderen Betroffenen helfen zu können. In Zukunft soll die Finanzierung ausschließlich über solche Gelder geschehen, aber bisher müssen soziale Investor*innen, Organisationen, Stiftungen und private Spender*innen darüber hinaus helfen.

Ein Fall für HateAid: Der Fall von Rainer Winkler wirkt wie ein Parade-Beispiel für die Arbeit von HateAid, jedoch scheint die Organisation dem Drachenlord nicht helfen zu wollen. Natürlich ist das nur die Seite des Drachenlords, jedoch gab es bisher noch kein offizielles Statement. Wir haben bei HateAid um Stellungnahme gebeten und werden ein Update veröffentlichen, sobald sich HateAid gemeldet hat. Drachenlord machte einen Heiratsantrag auf YouTube und seine Verlobte steht ihm in seiner misslichen Lage bei.

Rubriklistenbild: © YouTube: Drachen Lord/HateAid gGmbH (Montage)

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