Fische in Gefahr?

MontanaBlack: Aquarium des Twitch-Streamers in der Kritik – Experte äußert sich

  • vonMichael Warczynski
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MontanaBlack wurde in letzter Zeit indirekt Tierquälerei vorgeworfen. Nun kritisiert ein Meeresbiologe die Wildfänge des Twitch-Streamers aus Buxtehude.

Update vom 9. April: In seinem neusten Livestream äußerte sich MontanaBlack gemeinsam mit seinem Fisch-Experten, der für sein Aquarium zuständig ist, über die aktuellen Anschuldigungen. Philipp, der sich regelmäßig um die Fische des Streamers kümmert, sprach im neusten Stream detailliert über die Kritikpunkte von Meeresbiologe Robert Marc Lehmann. Insgesamt ist der Angestellte von „Zierfische Gottschalk Süß- und Meerwasseraquaristik“ bereits seit 17 Jahren in seinem Beruf tätig. Seit Jahren verfolgt er nach eigenen Aussagen das Ziel, dass es „den Tieren des Streamers gutgeht“.

Vollständiger NameMarcel Thomas Andreas Eris
Bekannt alsMontanaBlack
Geburtstag02. März 1988
GeburtsortBuxtehude
Follower auf YouTube2.690.000 Follower (Stand: 9. November 2020)
Follower auf Twitch3.104.201 Follower (Stand: 9. November 2020)

MontanaBlack: Aquarium im Visier – Streamer sendet klares Zeichen auf Twitch

Wegen der jahrelangen Berufserfahrung des Fisch-Experten verlässt sich MontanaBlack auch auf seine Meinung. Laut Philipp sei es immer die beste Lösung, direkt beim Experten in der Nähe nachzufragen, als auf irgendwelche Meinungen im Internet zu hören. Denn Importe sind in der Tierwelt seit Jahren ein großes Thema, darum würde auch niemand ein großes Geheimnis machen. Trotzdem sind die Zahlen, die Meeresbiologe aus dem YouTube-Video von Fritz Meinecke dargestellt werden allem Anschein nach falsch.

Laut MonanaBlacks vertrautem Partner Philipp sterben beim Transport nicht „über 80 Prozent“ aller Fische, sondern „maximal zehn Prozent.“ Diese Prozentsätze sollen jedoch nur vorkommen, wenn ein Flugzeug verspätet landet oder die Tiere noch beim Zoll überprüft werden. Sollten es tatsächlich über 80 Prozent Ausfallquote sein, dann würde keiner einen solchen Import machen, dies würde sich dem selbsternannten Aquaristik-Fachmann zufolge aus finanzieller Sicht schlichtweg nicht lohnen.

Im Anschluss an das Statement von Fisch-Experte Philipp, setzte MontanaBlack noch ein klares Zeichen und stellte klar, was er über die Thematik denkt. So sagte der Streamer aus Buxtehude: „Der Mann neben mir arbeitet seit 17 Jahren in demselben Fischladen, den Fischladen gibt es seit 30 Jahren. Wem sollte ich bei meinem Aquaristik-Hobby mehr vertrauen als den Leuten hier? Irgendwelchen Leuten aus dem Internet, die ich nicht persönlich kenne, die irgendwas reden?“ Damit bekräftigt der Twitch-Streamer die Aussagen seines Partners und stellt klar, dass er weiterhin seiner Linie treu bleibt.

Nun behaupten beide Parteien etwas anderes, doch was stimmt nun und wer hat recht? Mehreren Studien des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zufolge lassen sich die Prozentzahlen der umgekommenen Fische nur grob einschätzen. Gleich zwei Studien aus den 1980er Jahren zufolge, sterben rund 10-30 Prozent aller Fische beim internationalen Transport. Damit scheint der Vertraute von MontanaBlack mit seiner Schätzung nicht unbedingt falsch zu liegen. Schon beim Fangen der Fische lassen offenbar etwa 15 Prozent der Fische ihr Leben, während beim Transit selbst rund 10 Prozent sterben, wie Philipp selbst sagte. Die restlichen 5 Prozent sterben offenbar in den Anlagen der Fisch-Geschäfte. Die Studie wird von der UNEP wie folgt zusammengefasst:

However, research on the marine ornamental trade between Sri Lanka and the United Kingdom demonstrates that in the mid-1980s about 15 per cent of fish died during and immediately after collection, another 10 per cent died during transit and a further 5 per cent in holding facilities. Similar levels of mortality of 10-20 per cent were found in a study examining the Puerto Rican trade. As a result of such mortality, more fish often need to be collected than would be necessary to harvest in order to meet market demand.

From Ocean to aquarium: the global trade in marine ornamental species, 16.07.2017. Umweltprogramm der Vereinten Nationen (S. 47)

MontanaBlack: Twitch-Streamer überglücklich über seine Aquarien – Meeresbiologe sieht es kritisch

Buxtehude, Deutschland – In seinen Livestream spricht MontanaBlack immer wieder über seine geliebten Meerwasseraquarien, aus seinem neuen Haus. Doch auch in seiner ehemaligen Wohnung hatte der Twitch-Badboy bereits sein eigenes Aquarium mit etlichen Fischen – der perfekte Hintergrund für seine Livestreams. Nun kritisiert ein Meeresbiologe den Streamer aufgrund der Haltung seiner Fische. Aussagen des Experten zufolge soll der 33-Jährige aus Buxtehude zum internationalen Fischhandel beitragen.

Die neuen Aquarien im Haus von MontanaBlack sind ein echter Hingucker. Stolz präsentierte sie der Streamer bereits seinen Zuschauern. Doch auch auf persönlicher Ebene spielen sie für den 33-Jährigen eine ganz besondere Rolle. Schließlich ist Marcel „MontanaBlack“ Eris bekanntlich großer Fan von Tieren.

Zum Beispiel erstreckt sich über den kompletten Hintergrund seiner Livestreams aus dem neuen Gaming-Room ein Aquarium voller Salzwasserfische. Was viele Fans nicht wissen: In seinem Luxuspalast von 350 qm findet sich sogar ein noch größeres Aquarium, in dem sich ebenfalls Salzwasserfische tummeln. Genau die veranlassen nun einen Meeresbiologen, sich in einem Video direkt an MontanaBlack zu wenden.

Zusammen mit Meeresbiologe, Artenschutz-Koryphäe und Autor Robert Marc Lehmann startete YouTuber Fritz Meinecke vor einigen Tagen einen Livestream. Darin sprachen und diskutierten die beiden über verschiedenste Themen, unter anderem auch über die Aquarien von MontanaBlack. Direkt zu Beginn der Diskussion machte der Biologe klar: „Ich habe auch mal das größte Aquarium Europas geleitet – das OZEANEUM in Stralsund“. Außerdem soll er nach eigenen Aussagen in der Vergangenheit auch Angler gewesen sein, weshalb er sich sowohl in ethischer als auch logistischer Hinsicht bestens mit dem Thema Fischhandel auskenne.

„MontanaBlack: Aquarium in der Kritik – Meeresbiologe spricht Warnung aus

MontanaBlack: Meeresbiologe kritisiert Twitch-Streamer scharf – unterstützt der Streamer Tierquälerei?

Als der Meeresbiologe im Livestream von Fritz Meinecke erfuhr, dass MontanaBlack ein Meerwasseraquarium besitzt, ging er umgehend in die Offensive gegen den Streamer. Er erklärte, dass rund „99 Prozent der Marinefische“, also jene, die auch Marcel Eris in seinem Aquarium hat, „Salzwasserfische“ und somit „Wildfang“ seien. Im Klartext bedeutet das, die Fische vom Streamer aus Buxtehude kommen eigentlich aus einem ganz anderen Land und wurden nach Deutschland importiert. Bereits auf dem Transportweg sollen laut dem Meeresbiologen Robert Marc Lehmann „über 80 Prozentaller Fische sterben.

In vielen Regionen sind die Salzwasserfische mittlerweile ausgestorben, weil diese als Aquarienfische sehr beliebt seien, führt Lehmann an. Deshalb wird auch großer Handel betrieben und die Fische, die nach Deutschland gebracht werden, leben ca. 3 Jahre. Zum Vergleich: In der „freien Natur“, sollen dieselben Arten ca. 25 Jahre alt werden, so der Biologe. Wütend stellt dieser dann noch fest: „Du hast also eine Tüte mit 10 Fischen nach Deutschland geschickt, zwei kommen lebendig an und eine schafft es vielleicht ins Aquarium, das ist Bullshit.

Laut Aussagen des Biologen sei „der Fisch das häufigste Haustier der Welt.“ Rund „120 Millionen Fische“ werden aktuell in deutschen Haushalten gehalten und das, obwohl Fische eigentlich „Wildtiere“ seien, die sich in der freien Natur bewegen sollten, so Meeresbiologe Robert Marc Lehmann. Aus diesem Grund schlägt er Twitch-Badboy Monte vor, mit ihm auf die Philippinen zu reisen, um sich selbst zu überzeugen, wie sich Fische in freier Wildbahn verhalten. Danach müsste es sich der Streamer wohl „zweimal überlegen, ob er seine Fische noch halten würde.

Rubriklistenbild: © dpa/Philipp Schulze/Montage

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