Wie schneidet das Spiel ab?

MontanaBlack: Kylo‘s Befreiung im Test – ist das Spiel ein kompletter Reinfall?

  • Michael Warczynski
    VonMichael Warczynski
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MontanaBlack hat vor wenigen Tagen sein Handyspiel auf den Markt gebracht. Hier findet ihr eine ausführliche Testwertung zur App des Twitch-Streamers.

Buxtehude, Deutschland – Immer wieder hat MontanaBlack zahlreiche Probleme mit der Staatsanwaltschaft, der Polizei, Reportern und vielen anderen. Aus diesem Grund entschied sich der Streamer sein eigenes Spiel in Form einer App auf den Markt zu bringen, in der Gamer gegen die Hauptbösewichte aus dem Leben des Streamers ankämpfen können. Dabei schießt der berüchtigte Badboy im Verlauf des Shooters die besagten Feinde aus dem Weg. Da sich der Twitch-Streamer in der Vergangenheit auch über die hohen Steuern in Deutschland ausgelassen hat, findet auch dieses Thema Erwähnung in seinem Handy-Spiel „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“.

Name des SpielsMontanaBlack: Kylo's Befreiung
Release (Datum der Erstveröffentlichung)26. Juni 2021
Publisher/EntwicklerMoonrunner GmbH
Serie-
PlattformeniOS, Android
Genre2D Plattformer

MontanaBlack: Darum geht es im Spiel „Kylo‘s Befreiung“ – so ist die Story des Streamers aufgebaut

Direkt zu Beginn des Spiels von MontanaBlack ist eine kurze Sequenz zu sehen, die Spieler:innen direkt über die Handlung aufklärt. Denn in dem Video sieht man, wie der Streamer einen Brief vom Staat kriegt, der ihn zu saftig knaftigen 80 Prozent Steuerzahlungen verdonnert. Das kann der 33-Jährige natürlich nicht auf sich sitzen lassen und beschließt mit dem Spruch „Euch mache ich fertig“, gegen seine Feinde anzukämpfen. Daraufhin wird man als Spieler direkt in das Tutorial von „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“ geworfen, in dem man über die Basics aufgeklärt wird. Man lernt die Funktionen Springen, Schießen und eine besondere Spezialattacke auszuführen. Nach 2 Minuten hat man Tutorial bereits abgeschlossen.

MontanaBlack: Kylo‘s Befreiung im Test – das ist das Intro

Nach dem ersten Level, welches das Tutorial ist, gelangt der Spieler direkt in das zweite Level des Games. Während des Spielens fällt schnell auf, dass Spezialattacken und das Treten ziemlich lange brauchen, um wieder aufzuladen. Dennoch ist das Level nach etwa 3 Minuten abgeschlossen und Spieler kommen ins nächste Stockwerk. Dort muss man dann ebenfalls die gleichen Aufgaben erfüllen, was bereits auf ziemlich eintönige Bonus-Aufgaben im Spiel von MontanaBlack schließen lässt.

Nachdem man im fünften Level im Spiel von MontanaBlack den Zwischenboss besiegt hat, erhält man eine kleine Kiste. Diese hört auf den Namen „Schmutz“ und wird euch nach jedem Kampf gegen einen Zwischenboss geschenkt. Bei jedem Aufstieg in ein neues Stockwerk, welches man mit Besiegen des Endbosses erreicht, erhalten Gamer die Kiste mit dem Titel „Sympathisch“, welche noch bessere Waffen und Ausrüstung verspricht. Erst mit dem siebten Level wird das Spiel „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“ ein wenig anspruchsvoller, denn dort hat man nicht mehr unendlich Zeit um die Mission abzuschließen, sondern wird von einer Flut verfolgt. Damit sind die nervigen Reporter, die mit Kameras und Mikrofonen angreifen, nicht die einzigen Gegner im Spiel.

MontanaBlack: Immer wieder treten Bugs im Gameplay auf – scheitert es bereits an der Technik?

In unserem Test kam es bereits im Tutorial zum ersten Bug. Dieser führte dazu, dass man das gesamte Spiel schließen und von vorne beginnen musste. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Im Laufe des Spiels kamen leider immer mehr Probleme und Fehler im Game „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“ zum Vorschein. So wurde uns zwischenzeitlich sogar die Möglichkeit genommen, die Jump-Funktion auszuführen. Diese reagierte entweder verspätet oder gar nicht. Das könnte womöglich daran liegen, dass die Bedienung mit zwei Fingern gleichzeitig nicht sonderlich ausgearbeitet ist.

MontanaBlack: Kylo‘s Befreiung im Test – Spiel von Bugs und Fehlern geplagt

Es fällt zudem auch auf, dass die Steuerung des Charakters häufig selbst die Kontrolle übernimmt und plötzlich ohne zu steuern in die Feinde hineinläuft. Auch das ständige automatische Wechseln der Blickrichtung führte dazu, dass man nicht den direkten Gegner anvisierte, sondern Feinde, die man zumeist nicht einmal treffen konnte. Die Technik im Hauptmenü ist hingegen sehr gut ausgearbeitet und nach dem Öffnen von Kisten werden Funktionen geboten, mit denen man erhaltende Rüstungen und Waffen sofort ausrüsten kann, was Spielern viel Zeit erspart.

MontanaBlack: Lässt sich der Preis in der Leistung der Grafik und Atmosphäre widerspiegeln?

Im Spiel „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“ gibt es insgesamt nur 20 Soundeffekte. So wird es für Spieler, die bereits nach einer Spielzeit von 20 Minuten, zum dritten Mal denselben Satz hören, recht schnell ziemlich eintönig. Auch die Bonus-Aufgaben im Handy-Spiel wirken auf Dauer nicht unbedingt ausgearbeitet, sondern ähneln sich stark. So gab es im zweiten Level zum Beispiel zwei Bonus-Aufgaben, die Spieler abschließen müssen, um an weitere Münzen zu kommen. Als Beispiel müssen hier fünf Reporter ausgeschaltet werden und man darf am Ende nicht unter 20 Leben haben. Diese Anforderungen wiederholen sich in leicht abgeänderter Form immer wieder von Mission zu Mission.

MontanaBlack: Kylo‘s Befreiung im Test – immer dieselben Bonus-Aufgaben?

In das Spiel von MontanaBlack haben sich also zahlreiche Fehler eingeschlichen. Das lässt sich auch im Abspann erkennen. Dort sind einige Rechtschreibfehler zu erkennen – kein Beinbruch, aber ein Symptom Auch die Animationen konnten nicht punkten und Minigames und das Code-Knacken während Missionen wiederholt sich mit der Zeit immer wieder. Damit bietet die App keine großen Abwechslungen, was sich so weitestgehend über das gesamte Spiel zieht. Insgesamt lässt sich also darauf schließen, dass das Spiel „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“ ziemlich langweilig und eintönig auf Dauer ist. Es fühlt sich bereits nach dem dritten Level so an, als würde man die ganze Zeit dieselbe Mission spielen.

MontanaBlack: Altersfreigabe ist umstritten – ist das Spiel des Twitch-Streamers Kinderfreundlich?

Im Spiel von MontanaBlack bekommen Gamer zahlreiche beleidigende Aussagen zu hören. Das liegt daran, dass der Hauptcharakter vom berüchtigten Twitch-Badboy höchstpersönlich eingesprochen wird. Dieser ist in seiner Community bekannt für seine harte und gelegentlich ausfallende Art und hat deshalb einige bitterböse Sprüche auf Lager – auch im Spiel „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“. Doch dieses ist schon ab 6 Jahren im Google Play-Store freigegeben, was für große Streitigkeiten innerhalb der Fangemeinde sorgt. So sollten harte Sprüche und heftige Beleidigungen, wie „Ich knacke dieses Passwort und deine Mum“ nicht in ein Spiel für Kinder gehören.

MontanaBlack: Kylo‘s Befreiung im Test – Streamer hat harte Wortwahl parat

Im Spiel selbst hört man MontanaBlack neben seiner Rüpel-Aussage auch Sätze, wie „Piss dich du H*rensohn“ und „Lutsch an meiner Rakete“ sagen. Des Weiteren begibt sich der Streamer mit einer Zigarette im Mund durch die verschiedensten Level des Spiels „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“. Ob eine solche Implementierung des Charakters für Kinder ab sechs Jahren geeignet ist, sollte hinterfragt werden.

MontanaBlack: Steckt wirklich 100 Prozent Monte im Spiel oder ist es nur eine billige Kopie anderer Apps?

Fans des Streamers können sich im Handy-Spiel „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“ in die Rolle von Monte begeben. Dadurch bekommen sie das Gefühl, höchstpersönlich in der Haut des Twitch-Badboys zu stecken. In insgesamt 100 Level kämpfen sie gegen Feinde des 33-Jährigen an. Da es die Handlung des Spiels ist, MontanaBlacks schwarzen Hund Kylo vor Bösewichten zu retten, können sich wahre Fans in die Rolle des Streamers fühlen, was eine starke Verbindung zum Charakter aufbaut.

MontanaBlack: Kylo‘s Befreiung im Test – ähnelt „Storm the Train“

Rein von der Umsetzung her ist das Spiel von MontanaBlack also stark an den Streamer angepasst. Trotzdem gibt es zahlreiche anderes Spiele, wie zum Beispiel der App-Klassiker „Storm the Train“, die dem Mobile Game des Twitch-Stars ähneln. In der Vergangenheit sorgte das für große Diskussionen innerhalb der Community. Denn während andere ähnliche Games kostenfrei sind, verlangt MontanaBlack 4,99 Euro für sein Handyspiel. Entwickler moonrunner ist außerdem bekannt dafür, Apps für YouTuber auf den Markt zu bringen, die man mit anderen Spiele-Klassikern vergleichen kann. So kam vor einigen Jahren das Spiel von YouTuber ApoRed namens „ApoRed Das Spiel“ auf den Markt.

MontanaBlack: So schneidet das Spiel des Twitch-Streamers im Test ab – enttäuscht vor allem durch Fehler

Im Gesamtbild betrachtet, schneidet das Spiel von MontanaBlack im Vergleich zu anderen Apps dieser Preiskategorie mehr als nur unzufriedenstellend ab. Mobile Games, wie Monopoly, Grand Theft Auto: San Andreas und Terraria liegen allesamt in der gleichen Preisklasse, doch sind weitaus besser ausgearbeitet, als „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“. Denn vor allem die ständig vorkommenden Fehler und Bugs im Spiel beeinträchtigen das Spielgeschehen stark. Doch auch ohne diese ist das Game des Twitch-Stars schlichtweg viel zu uninspiriert und oberflächlich gestaltet. Andere Spiele, die es kostenlos zum Download gibt und trotzdem dieselbe Handlung haben, sind technisch weitaus besser ausgearbeitet.

Auch die eigentlich kreativen Ansätze, durch die Aussagen von MontanaBlack im Spiel, sind auf Dauer nur noch nervig und eintönig. Trotzdem muss man dem Spiel „MontanaBlack Kylo‘s Befreiung“ lassen, dass die feinen Ausarbeitungen im Detail ziemlich besonders sind. Denn obwohl das Spiel insgesamt schlecht abschneidet, ist vor allem das Hauptmenü sehr schön gestaltet. Dieses bringt durch den Slot-Automaten, wie auch den Mann am Schießstand, der eine Anlehnung an Dönerverkäufer Mehmet darstellt, echte Monte-Vibes. Eventuell können Fans in Zukunft darauf hoffen, dass das Spiel mit neuen Updates und vielleicht auch Level ausgestattet wird, damit es nach einmaligem Durchspielen nicht direkt wieder gelöscht werden muss.

Rubriklistenbild: © MontanaBlack – Kylo‘s Befreiung

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