„Richtiger Arschtritt für alle Frauen“

MontanaBlack: Sexismus oder Männerhass? Shitstorm nach Puls-Reportage

  • vonMichael Warczynski
    schließen

Im Gaming wird immer häufiger über Sexismus gesprochen. Doch MontanaBlack sieht nun auch unbegründeten Männerhass. Eine Puls-Reportage bringt ihn zum Kochen.

Update vom 19. November 2020: Nachdem ein riesiger Shitstorm wegen der Reaction von MontanaBlack in den sozialen Netzwerken gegen die Puls-Reportage ausgebrochen war, folgt nun die Revanche gegen den Streamer. Wegen des Reaktion-Videos von Marcel Eris wurden logischerweise viele Zuschauer auf das YouTube-Video von PULS aufmerksam. Deshalb liegt die Vermutung, dass der Twitch-Badboy der Grund für die Hate-Welle ist, nicht weit. Nun rächen sich die Öffentlich-Rechtlichen am 33-jährigen Streamer aus Buxtehude.

Vollständiger NameMarcel Thomas Andreas Eris
Bekannt alsMontanaBlack
Geburtstag02. März 1988
GeburtsortBuxtehude
Follower auf YouTube2.690.000 Follower (Stand: 9. November 2020)
Follower auf Twitch3.104.201 Follower (Stand: 9. November 2020)

Auf Twitter postet MontanaBlack nun einen Screenshot einer E-Mail, die er von YouTube erhalten habe. Darin ist klar erkennbar, dass sein Reaktion-Video auf die Puls-Reportage gelöscht wurde. Nachdem der Bayrische Rundfunk kurz nach Veröffentlichung der Reportage selbst den Stecker zog und das Video offline nahm, verschwinden nun sukzessive auch all die Videos, in denen auf das Original Bezug genommen wird – keine Überraschung für den Streamer, doch nichtsdestotrotz ein monetärer Rückschlag.

Der einzige Satz, der MontanaBlack aufmuntern könnte, nachdem sein Reaction-Video offline gesetzt wurde, ist, dass es sich bei der Löschung nicht um einen Strike handelt. Somit wird der „Account-Status“ des YouTube-Kanals nicht beeinflusst. Dennoch wird kein einziger Grund für die Entfernung der Reaktion angegeben – ein Verhalten, das Fans von MontanaBlack sauer aufstößt. Auf Twitter hagelt es kritische Äußerungen gegen PULS, den Bayrischen Rundfunk und die Öffentlich-Rechtlichen in Gänze.

Sexismus im Gaming : MontanaBlack reagiert auf Puls-Reportage – YouTuber KuchenTV ein großer Kritiker

Erstmeldung vom 16. November 2020: Buxtehude, Deutschland – In der Gaming-Welt ist sexuelle Belästigung gegenüber Frauen leider immer noch ein großes Thema. Puls-Reporterin Ariane Alter ging dem ganzen Thema deshalb nach und startete ein Selbstexperiment im Videospiel Valorant. Weil die Reporterin jedoch sehr voreingenommen auf die gesamte Sache schaute, wurde das Video scharf kritisiert und wenig später wieder von YouTube gelöscht. Nun reagieren auch Twitch-Streamer MontanaBlack und YouTuber KuchenTV auf den Bericht von Puls. Beide sehen hier ganz klare „Manipulation“ und „Männerhass“.

Nachdem Puls eine Reportage zur Aufklärung über Sexismus gegenüber Frauen im Gaming veröffentlicht hatte, entstand ein riesiger Shitstorm. Allen voran gehörte dabei Streamer MontanaBlack zu den größten Kritikern, der in der Vergangenheit selbst mit frauenverachtenden Äußerungen für Aufregung sorgte. Auch YouTuber KuchenTV postete ein gesamtes Video über die „manipulative“ Berichterstattung. Laut letzterem würden in der Reportage „absichtlich Sachen“ gefaked seinen und „Dinge falsch“ dargestellt werden. Laut KuchenTV sei sich die Puls-Reporterin namens Ariane Alter im Klaren darüber, Tatsachen bewusst falsch darzustellen, um „die eigene Meinung bestätigt zu bekommen.“ Denn bereits im Intro der Reportage wird eine Szene gezeigt, die zunächst als „echt verkauft“ wird, sich jedoch später als gestellt herausstellt. Laut KuchenTV ist das keine Aufklärungsarbeit, sondern „einfach nur manipulativ“.

Im gesamten Experiment soll Reporterin Ariane Alter dann weiterhin mit einer manipulativen Berichterstattung gearbeitet haben. Denn ersten Teil des Experiments spielte die Reporterin das Videospiel Valorant, mit dem Ziel zu schauen „wie ihre Mitspieler darauf reagieren, also ob es irgendeine sexuelle Belästigung gibt.“ Nach rund sieben Stunden, die im Spiel verbracht wurden, wurde die Reporterin „nicht einmal sexuell belästigt“, wie KuchenTV feststellte. Nun könnte man, laut dem YouTuber, annehmen, dass „sexuelle Belästigung in Videospielen ein Randphänomen darstellen [...] aber man nicht täglich damit konfrontiert wird.“ Doch anstatt die Berichterstattung fair zu gestalten und ehrlich mit dem Problem umzugehen, startete die Puls-Reporterin ein weiteres Experiment. MontanaBlack hat das während seiner Reaktion auf das Video besonders gestört, so sagte der Streamer: „Sie braucht halt diesen Skandal. [...] Die alte ist einfach komplett lost. [...] Sie ist niemand, der dem Feminismus guttut.

Im zweiten Teil des Experiments wurde dann ein männlicher Kollege der Reporterin mit ins Boot geholt, der diese während des Spielens sexuell belästigen sollte. Damit wollte Ariane Alter die Reaktion der anderen Mitspieler testen, was jedoch nicht unbedingt aussagekräftig ist. Im Videospiel Valorant spielen Gamer in 5er-Teams mit anderen zusammen. Drei der 5 Spieler im Team von Ariane Alter waren in das Experiment eingeweiht. Somit wollte die Reporterin nun die Reaktionen der zwei verbleibenden fremden Mitspieler untersuchen. Studien oder Experimente an so wenigen Personen können jedoch niemals einen Rückschluss auf die gesamte Gaming-Szene zulassen und zudem können Spieler auch jederzeit den Sprachchat im Spiel muten. Ob die zwei fremden Spieler, die sexuelle Belästigung des Kollegen an Alter mitbekommen haben, ist fraglich. Trotzdem hat einer der beiden Spieler tatsächlich reagiert und wollte den Kollegen tatsächlich an den Support gemeldet.

Sexismus im Gaming : MontanaBlack wütend nach Puls-Reportage – „Männerhass“ wird verbreitet

Im späteren Verlauf wurde dann durch das Aufklärungs-Video von KuchenTV klar, dass die Aussage „You stole my kill, f*cking b*tch.“ aus dem Intro die des eingeweihten Mitspielers gewesen ist. Jedoch wurde dieser Satz nicht im Sprachchat von Valorant gesagt, sondern erst später eingefügt. Laut KuchenTV versucht die Reporterin damit nur ihre eigene Meinung zu untermauern, dies sei laut dem YouTuber „Propaganda auf höchstem Niveau“. Auch MontanaBlack hat das erkannt und stellte wütend fest: „Das ist keine Aufklärung liebes Puls-Team, das ist Propaganda und Männerhass, der da verbreitet wird.

Sexismus im Gaming: Shitstorm für Puls Reportage – MontanaBlack prangert „Männerhass“ an

Im Anschluss an das Kritik-Video von YouTuber KuchenTV richtete MontanaBlack noch einige ehrliche Worte an die Community. Der Streamer aus Buxtehude machte klar, dass „sexuelle Belästigung von Frauen in Videogames immer noch stattfindet“ und das auch „überhaupt nicht cool“ wäre. Genau aus diesem Grund hätte sich der 33-Jährige aber auch eine ehrliche und offene Berichterstattung ohne Vorurteile gewünscht. Letztendlich sei das, was das Puls-Team aus der Reportage gemacht hat „ein richtiger Arschtritt für alle Frauen, die eine sexuelle Belästigung erfahren haben.“ Denn hier wird nicht mit offenen Karten gespielt, sondern laut Marcel Eris „mit dem Finger auf die bösen Männer gezeigt.

Rubriklistenbild: © Instagram: montanablack/namealter (Montage)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

MontanaBlack: Fisch-Folter im Aquarium? Streamer lässt Experten sprechen
MontanaBlack: Fisch-Folter im Aquarium? Streamer lässt Experten sprechen
MontanaBlack: Fisch-Folter im Aquarium? Streamer lässt Experten sprechen
MontanaBlack: Bikini-Streamerinnen - Streamer fordert Twitch zu Handlung auf
MontanaBlack: Bikini-Streamerinnen - Streamer fordert Twitch zu Handlung auf
MontanaBlack: Bikini-Streamerinnen - Streamer fordert Twitch zu Handlung auf
Amouranth: ASMR-Twitch-Streamerin reagiert emotional auf Sexismus-Vorwürfe
Amouranth: ASMR-Twitch-Streamerin reagiert emotional auf Sexismus-Vorwürfe
Amouranth: ASMR-Twitch-Streamerin reagiert emotional auf Sexismus-Vorwürfe
MontanaBlack: Twitch-Streamer gebannt – „Ich hab nichts gemacht“
MontanaBlack: Twitch-Streamer gebannt – „Ich hab nichts gemacht“
MontanaBlack: Twitch-Streamer gebannt – „Ich hab nichts gemacht“

Kommentare