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Netflix: VPN und Proxy zum Feind erklärt – Legale User werden gesperrt

  • Josh Großmann
    VonJosh Großmann
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Netflix hat VPN und Proxy den Krieg erklärt und das ohne Rücksicht auf Verluste. Nun werden Nutzer:innen gesperrt, die nichts falsch gemacht haben.

Los Gatos, Kalifornien – Das Programm von Netflix ist in verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich. Während man in den USA Serien wie The Office schauen kann, bleiben deutschen Nutzer:innen viele Inhalte verwehrt. Grund dafür sind regionale Lizenzverträge, die man jedoch durch die Nutzung eines VPN- oder Proxy-Services umgehen kann. Netflix versucht, die Nutzer:innen solcher Dienste zu sperren und hat mit ihrem Angriff auch legale User:innen gesperrt, die nie auf einen solchen Service zurückgegriffen haben.

Name des DienstesNetflix
Monatliche Kosten7,99€ bis 17,99€
Gründung27. August 1997
Umsatz25 Milliarden USD (2020)
GründerReed Hastings, Marc Randolph
CEOTed Sarandos, Reed Hastings

Netflix: VPN und Proxy zum Schauen geblockter Inhalte

Mit einem VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) oder Proxy ist es möglich, Inhalte zu schauen, die im eigenen Land durch regionale Lizenzverträge gesperrt sind. Der Einsatz von VPN- und Proxy-Server verstößt zwar gegen die AGB von Netflix, ist aber sonst vollkommen legal. Netflix selbst könnte es eigentlich egal sein, ob sich ein:e Nutzer:in einen Inhalt anschaut, der in diesem Land nicht verfügbar ist, jedoch machen die Urheber- und Lizenzgeber-Firmen dem Streaming-Dienst aus Los Gatos Druck.

Teilweise lassen sich im US-amerikanischen Netflix Filme und Serien schauen, die in Deutschland noch nicht einmal in den Kinos liefen und nie im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Die Firmen dahinter wollen natürlich mit der Veröffentlichung in Deutschland zusätzliches Geld verdienen, was ihnen verwehrt bleibt, wenn User:innen die Inhalte bereits gesehen haben.

Netflix: VPN und Proxy zum Feind erklärt – Legale User werden gesperrt

Es gibt viele Anbieter von VPN-Services, die das Anschauen von ausländischen Netflix-Katalogen erlauben. Dabei wird Netflix eine andere IP-Adresse vorgegaukelt, die es so aussehen lässt, als würdet ihr euch im Ausland aufhalten. Diese Dienste sind vollkommen legal und selbst mit dem Verstoß gegen die AGB von Netflix winken euch keine Strafen. Jedoch hat Netflix das Recht euren Account zu sperren, falls ihr einen solchen Dienst benutzt.

Netflix sperrt Nutzer:innen, die nie einen VPN oder Proxy verwendet haben

Auf Reddit berichten immer mehr Nutzer:innen, dass Accounts gesperrt werden, obwohl sie nie einen VPN- oder Proxy-Server benutzt haben. Der Grund dafür ist die Vorgehensweise von Netflix beim Sperren der IP-Adressen von VPN-Diensten. Anstatt zielgenau die Adressen von VPN- und Proxy-Services zu sperren, setzt Netflix auf rohe Gewalt, um den Vorgang zu beschleunigen. Der Streaming-Anbieter aus Los Gatos hat nämlich ganze Bereiche von IP-Adressen gesperrt unter denen sich auch Haushalte befinden, die nichts mit VPN- und Proxy-Servern zu tun haben.

Kund:innen von Internetanbietern wie AT&T, Comcast und Verizon berichten gleichermaßen, dass ihnen der Zugang zum Netflix-Katalog verwehrt bleibe, obwohl sie nie die Dienste von VPN-Services nutzten. Ob sich das auch auf das vermutete Game-Streaming-Abo von Netflix auswirkt, weiß bisher aber noch niemand. In Deutschland gab es in 2018 auch Meldungen von Glasfaser-Kund:innen eines Internet-Anbieters aus Rheinland-Pfalz, die nicht mehr auf Netflix zugreifen konnten.

Netflix: Sperren ohne VPN und Proxy sind in Deutschland schwieriger

Dennoch gibt es in Deutschland eine halbe Entwarnung für das blinde Sperren von IP-Adressen, da sich IP-Adressen hierzulande weniger statisch verhalten. Netflix hat es schwerer, da die meisten IP-Adressen in Deutschland alle 24 Stunden oder nach Neustart des Routers wechseln, sodass man sich kaum Sorgen machen muss, dass der eigene Zugang bei legaler Nutzung dauerhaft gesperrt wird. Zwar können Shows wie The Office dann nicht gestreamt werden, aber trotzdem kann man sich in Deutschland auf die zweite Staffel von The Witcher noch in diesem Jahr freuen.

Rubriklistenbild: © Netflix/Pixabay (Montage)

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