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Reckful tot: Furchtbares Geständnis der Twitch-Streamerin Alinity

  • Henrik Janssen
    vonHenrik Janssen
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Der Tod ihres Twitch-Kollegen Byron Reckful Bernstein versetzte der Streamerin Alinity einen Schock. Dazu machte Sie ihren Fans ein furchtbares Geständnis.

  • Twitch-Streamer Byron "Reckful" Bernstein ist tot.
  • Alinity bricht während Livestream zusammen.
  • Streamerin mit starker Message gegen Trolle und Hass im Netz.

Toronto, Kanada - Am 2. Juli stand die Streaming-Welt für einen Moment still. Der 31-jährige Twitch-Streamer Reckful ist tot. Der US-Amerikaner hatte bereits seit einiger Zeit mit schweren Depressionen zu kämpfen gehabt. Die zuständigen Behörden bestätigten nun, dass der World of Warcraft-Streamer sich selbst das Leben genommen hat. In den sozialen Medien häufen sich Beileidsbekundungen. Leider wurden Reckful vor seinem Tod mehrere schreckliche Nachrichten gesendet, die ihn dazu aufforderten, sich das Leben zu nehmen. Diese Leute knöpfte sich die Streamerin Alinity nun vor.

Vollständiger NameNatalia Mogollon
Bekannt alsAlinity Divine
Geburtstag10. Januar 1988
GeburtsortCali, Kolumbien
Follower auf Twitch1.143.051 (Stand: Juli 2020)

Alinity: Twitch-Streamerin kann die Tränen bei Schock-Beichte nicht zurückhalten

Alinity, mit bürgerlichem Namen Natalia Mogollon, sprach in ihrem 52-minütigen Livestream über ihre Gefühle gegenüber dem Thema Hass im Internet und der Cancel Culture. Bei der Cancel Culture handelt es sich um einem Akt, bei welchen bekannte Persönlichkeiten aufgrund von Fehlern oder fragwürdigem Verhalten von einer breiten Masse boykottiert werden. Auch Youtuber Shane Dawson sieht sich nun der Cancel Culture ausgesetzt.

Reckful tot: Furchtbares Geständnis der Twitch-Streamerin Alinity

Der Spruch "don't feed the troll!" ist nicht für alle Personen des öffentlichen Lebens möglich. Nicht jeder kann Hass-Kommentare ohne weiteres ignorieren. Im Laufe der Zeit haben sich Beleidigungen leider zu Suizid-Aufforderungen verändert, so gesehen am Beispiel des 31-jährigen Twitch-Streamers. Freunde des Streamers reagierten schockiert auf den Tod von Reckful. Wie Alinity, die genau wie ihr verstorbener Kollege durch World of Warcraft-Streams Berühmtheit erlangte, nun vor laufenden Kameras zugab, spielte auch sie bereits mehrfach mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen.

Alinity: Streamerin spricht Klartext zur Hasskultur auf Twitch und Co.

"Der Sche*ß, den Ihr schreibt, trifft Leute, okay? Ihr habt keine Ahnung wie oft ich mich bereits umbringen wollte. Wie oft ich die gesamte Nacht darüber nachgedacht habe, wie ich mein Leben beende. Ich möchte einfach, dass Ihr Bescheid wisst. Das ist wirklich ernst. Ihr könnt nicht einfach einen Haufen voller Hate-Kommentare jemanden an den Kopf werfen, ohne dass dies einen Effekt auf die Person hat." Die Streamerin kann während ihres emotionalen Statements ihre Tränen nicht zurückhalten. (Mehr zu Streaming)

Alinity wurde oft Tierquälerei vorgeworfen. Während eines Livestreams warf die Streamerin ihre Katze ohne Rücksicht hinter sich und bespuckte sie sogar mit Wodka. Tausende User versuchten die Streamerin daraufhin von Twitch zu bannen. Nachdem ein Zuschauer Alinity geschrieben hatte, dass sie "akzeptieren müsse, einen Fehler begangen zu haben", regierte die Streamerin aus Toronto, Kanada, ebenfalls emotional. "Das habe ich. Das habe ich. Chat, muss ich wirklich jeden Tag tausende von Nachrichten lesen in denen meine Fehler aus der Vergangenheit thematisiert werden? Ist das wirklich das, was ich tun muss? Man kann die Trolle einfach nicht ignorieren!" Deutschlands sympathischster Veganer Unge spricht nun in einem YouTube-Video über einschneidende Kindheitserlebnisse, die er bis heute nicht vergessen konnte.

Ganz egal, was man von der Streamerin Alinity und ihren Aktionen hält. Während dieses Livestreams hat sie wahre und wichtige Worte gesprochen. Der Hass in den sozialen Medien scheint komplett auszuarten. Wenn noch mehr Personen des öffentlichen Lebens ihre Erfahrungen zu diesem Thema teilen würden, könnte den Leuten wieder ins Gedächtnis gerufen werden, was Respekt und Menschlichkeit bedeutet. So zumindest lautet vielerorts die Moral aus dem tragischen Tod des Twitch-Streamers Reckful.
Seine Familie sammelt aktuell Spenden für die Beerdigung von Reckful, damit er neben seinem Bruder Guy liegen kann, der sich schon 1995 das Leben nahm. Es sind bereits mehr als 60.000 Euro an Spendengeldern aus der Community und von den Fans gesammelt worden. Ein Streaming-Kollege möchte nun ein besonders wichtiges Projekt im Namen von Reckful vollenden.

Es scheint so, als wenn die Streaming-Community aktuell viele Themen zu verarbeiten hat und die Bewegung, die durch die Szene geht, führt scheinbar dazu, dass viele Streamer und Streamerinnen nun mit einigen Themen und Problemen offener umgehen. Aktuell wird der Twitch-Streamer GiantWaffle auf Vergewaltigung von der ehemaligen Streamerin Tolki bezichtigt. GiantWaffle soll sie zusammen mit dem Twitch-Streamer Stivitybobo vor sechs Jahren auf einem Gaming-Event vergewaltigt zu haben. GiantWaffle hat zwar ein kurzes Statement abgegeben, weitere Informationen gibt es jedoch nicht.

Die Redaktion von ingame.de möchte der Familie und Freunden ihre aufrichte Anteilnahme und ihr Beileid aussprechen. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen.

Wichtiger Hinweis der Redaktion: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de/.

Rubriklistenbild: © Alinity/Reckful

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