Das ist doch wohl ein Witz!

Twitch: Streamer sauer über neues Feature – Affiliate-Programm ist schuld

  • vonAdrienne Murawski
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Twitch zieht erneut den Ärger der Streamer auf sich. Schuld ist diesmal das Affiliate-Programm. Eigentlich wollte die Streaming-Plattform damit etwas Gutes tun.

  • Seit Oktober 2020 erhalten zahlreiche Twitch-Streamer DMCA-Abmahnungen, sogenannte Strikes. (Alle Twitch News)
  • Twitch hat sich bereits öffentlich für den Schlamassel mit der DMCA entschuldigt – ohne großen Erfolg.
  • Jetzt sieht sich die Plattform erneut harter Kritik von ihren eigenen Streamern ausgesetzt.

San Francisco, Kalifornien – 2020 hätte wohl für viele besser laufen können, einige machen sich das Leben aber auch selbst schwer. Insbesondere Twitch sieht sich seit Monaten harscher Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Zunächst der Schlamassel mit dem DMCA, wodurch zahlreiche Streamer ihre gesamte Lebensgeschichte auf Twitch löschen mussten und trotzdem Abmahnungen erhielten. Nun versucht Twitch das Urheberrechtsproblem zu lösen und schießt sich selbst ins Aus.

Name der PlattformTwitch
EigentümerAmazon
Gründung6. Juni 2011
Sprachen28
Web-Adressehttps://www.twitch.tv/

Twitch: Streamer bitter enttäuscht – War´s das jetzt für Twitch?

Twitch hat es dieses Jahr wirklich nicht einfach, zum Teil ist die Streaming-Plattform von Amazon daran aber auch (zu einem gewissen Teil) selbst Schuld. Alles begann mit dem DMCA (Digital Millenium Copyright Act). Seit Mai 2020 erhält Twitch nach eigenen Angaben mehrere tausend Abmahnungen pro Monat, während sie vorher lediglich ca. 50 Abmahnungen pro Jahr erhielten. Diese Flut an DMCA-Abmahnungen versuchte Twitch zunächst abzuwehren, gab diese dann jedoch im Oktober 2020 frei, sodass zahlreiche Streamer sogenannte Strikes erhielten. Bei drei Strikes ist man, ebenso wie im Baseball, draußen und permanent auf Twitch gesperrt. Soweit so gut, schließlich sollten Übeltäter, die das Urheberrecht verletzen, auch bestraft werden, oder?

Ganz so einfach ist das leider nicht, denn Twitch war vor allem für seine lockeren Copyright Bestimmungen bekannt. Anstatt ihre Streamer nun also zu schützen, ihnen ausreichende Tools zur Verfügung zu stellen oder urheberrechtliche Musik und Sounds stumm schalten zu können, gab Twitch ihre Streamer zum Abschuss für die DMCA frei. So denken zumindest viele Twitch-Streamer, die bitter enttäuscht sind von Twitch. Denn als einzige Lösung für das Dilemma gab Twitch den Tipp, alle Videos und Clips zu löschen, die womöglich urheberrechtlich geschützte Musik enthalten könnten. Auch Streamer MontanaBlack musste alle seine Videos und Clips auf Twitch löschen, um keine Strikes zu kassieren.

Twitch: Affiliate-Partnerschaft zum Kaufen – Streamer sind empört

Obwohl sich der Twitch CEO öffentlich für die DMCA Probleme entschuldigte, hagelt es weiterhin Kritik auf die Streaming-Plattform und Amazon-Tochter ein. Denn am 17. November gab Monstercat, ein kanadisches Musiklabel, bekannt, dass alle Abonnenten von Monstercat Gold für schlappe $5 im Monat nicht nur tausende von Songs für ihre Streams auf Twitch nutzen können, sondern nach 30 Tagen auch das Twitch-Affiliate Programm nutzen können. Bereits Anfang des Jahres hat Twitch ein ähnliches Programm mit SoundCloud gestartet, dieses war jedoch eher für SoundCloud-Nutzer, also Musiker, gedacht. Das Abo von Monstercat Gold richtet sich theoretisch an jeden Streamer. Nach der Bekanntgabe der Partnerschaft mit Monstercat sind Twitch-Streamer nun richtig sauer und machen ihrem Frust auf Twitter Luft.

Twitch: Ihr könnt nun einfach kaufen, wofür Streamer seit Jahren schuften

Die Wut der Streamer ist nachvollziehbar, schließlich scheint Twitch die Misere der Streamer aufgrund der DMCA-Problematik schamlos auszunutzen. Anstatt in die eigene Tasche zu greifen und eine Lizenz zum Musik-Streamen zu erwerben, wie beispielsweise Facebook Gaming, lässt Twitch seine Streamer lieber selbst blechen und verdient noch etwas dabei. So sagt Twitter-User @space_emperor: „Kurzes Statement: der Monstercat deal ist nicht wegen der Affiliate Sache bedenklich! Der Affiliate ist nur dazu da Hanswürste auszufiltern. Der Deal ist bedenklich, weil #Twitch angesichts #DMCA das #Streamer Klein-Vieh monitär auszuschlachten versucht ohne selbst zu liefern.“ Viele kleinere Streamer beklagen, dass der Affiliate-Status nun effektiv nichts mehr wert sei. Schließlich haben viele lange daran gearbeitet, den Affiliate Meilenstein zu erreichen, während er nun einfach gegen wenig Geld erworben werden kann.

Twitch: Kleine Streamer fühlen sich übergangen – Wenige können Partnerschaft positives abgewinnen

Es leiden also insbesondere kleine und neue Streamer unter der Regelung, so zumindest die Meinung vieler auf Twitter. Neue Streamer werden gelockt, schnell und bequem den Affiliate Status zu erreichen, um so Geld über ihren Twitch-Kanal generieren zu können. Das dies mit wenig Zuschauern kaum möglich ist, wird jedoch verschwiegen. Kleine Streamer dagegen mussten hart für den Affiliate Status arbeiten, schließlich muss man dafür nach Twitch mindestens 50 Follower haben und in den letzten 30 Tagen mindestens 500 insgesamt übertragene Minuten, sieben einzelne Übertragungstage und durchschnittlich drei gleichzeitige Zuschauer oder mehr aufweisen können.“ Wer mit dem Streamen erst beginnt, weiß wie hart es ist, diese Kriterien am Anfang zu erfüllen.

Doch es gibt auch einige positive Rückmeldungen auf die Partnerschaft von Monstercat und Twitch. So schreibt @thatmitchcanter auf Twitter: „Hört zu... Ich denke der Monstercat x Twitch Deal ist ziemlich solide. Streamers bekommen einen SEHR einfachen Weg, um sicherzugehen, dass ihre Musik vor DMCA sicher ist. Monstercat verdient Geld, mit welchem sie in neue Künstler investieren können. Twitch bekommt Geld, wenn diese neuen Affiliates Abos generieren.

Was haltet ihr von der Partnerschaft Twitch x Monstercat? Fail oder coole Sache?

Rubriklistenbild: © Twitch/Monstercat/pixabay (Montage)

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