Es geht in die nächste Runde

Twitch: Tausende Clips gelöscht – jetzt spricht der CEO

  • vonMichael Warczynski
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Aufgrund von neuen Regelungen zum Urheberrecht auf Twitch werden zahlreiche Streamer abgemahnt. Nun meldet sich der Twitch-CEO erstmals öffentlich zu Wort.

  • Streamer dürfen aufgrund neuer Richtlinien keine per Copyright geschützte Musik in ihren Streams verwenden (Alle Twitch News).
  • Nun sieht der Streaming-Riese seine Fehler ein und entschuldigt sich bei Streamern wie MontanaBlack.
  • Viele Streamer der Plattform scheinen diese Entschuldigung nun nicht anzunehmen und feuern gegen Twitch.

Update vom 16. November 2020: Nach wie vor erhalten zahlreiche Twitch-Streamer Abmahnungen und Bans aufgrund von Verstößen gegen den DMCA (Digital Millenium Copyright Act), also wegen Videos oder Clips mit urheberrechtlich geschützter Musik. Auch die Tipps vom Twitch Support selbst haben nicht geholfen. Im Gegenteil, die Streamer und Fans waren danach noch wütender. Nun meldet sich der Twitch CEO Emmett Shear zu Wort.

Name der PlattformTwitch
EigentümerAmazon
Gründung6. Juni 2011
Sprachen28
Web-Adressehttps://www.twitch.tv/

Twitch: CEO entschuldigt sich öffentlich bei Twitch-Streamern

Am 14. November fand die digitale GlitchCon statt, quasi der Ersatz für die TwitchCon 2020, die aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen musste. Dort meldete sich auch Twitch-Boss Emmett Shear zu Wort und entschuldigte sich erstmals bei den Streamern und Fans für die vergangenen Monate. So richtet er sich zunächst direkt an Content-Creator auf Twitch und gesteht, dass die E-Mail an alle Content-Creator nicht genügend hilfreiche Informationen bereithielt. Denn als Streamer und Creator sollte man genau nachvollziehen können, welche Inhalte angegriffen werden bzw. die Möglichkeit haben, die Anschuldigungen abzuweisen. Beides war für Streamer bisher nicht möglich und es hagelte daher berechtigterweise Kritik auf Twitch ein.

Shear geht weiterhin darauf ein, dass Twitch seit Mai 2020 eine „beispiellose Zahl an DMCA Takedowns“ erhalten und verarbeiten musste und gibt zu, dass die derzeitigen Systeme nicht in der Lage sind, die Informationen für Streamer rechtzeitig bereitzustellen, um DMCA Abmahnungen zu vermeiden. Allerdings sieht Shear das Problem bei den Plattenlabels, die plötzlich Inhalte abmahnen, die bereits Jahre zuvor erstellt wurden. Es ist schön zu hören, dass sich der Twitch CEO den Sorgen und Kritiken der Streamer annimmt und Besserung gelobt. Ob Letzteres wirklich eintritt und ob die Streamer das Verhalten von Twitch verzeihen können, steht allerdings noch aus. Schließlich hatte die Streaming-Plattform alles getan, um sich selbst zu schützen, jedoch wenig dafür, um ihre Streamer und Creator zu schützen. Dieser Vertrauensbruch wird sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Update vom 13. November 2020: Nach der offiziellen Entschuldigung von Twitch an zahlreiche Streamer wegen des DMCA-Problems, folgt nun eine große Hate-Welle. Viele Streamer der amerikanischen Plattform von Amazon fühlen sich weiterhin stark vernachlässigt. Auf Twitter äußern sich nun zahlreiche Streamer mit Statements gegen die Entscheidungen von Twitch.

Twitch: Plattform gibt Streamern Tipps gegen den Bann – die reagieren hasserfüllt

Auf Twitter postete der offizielle Twitch-Support ein Statement bezüglich der aktuellen DMCA-Problematik. Dabei empfiehlt die Plattform seinen Streamern, in Zukunft keine In-Game-Musik in ihren Livestreams zu verwenden. Sollte dies nicht möglich sein, gäbe es für Streamer noch die Option, das gesamte Audio des Spiels stumm zu schalten. Dadurch wird laut dem Twitter-User @OfficialBadier jedoch das „gesamte Spielerlebnis ruiniert“. Die Streamer-Szene bebt angesichts des unbedachten Vorschlags der Verantwortlichen.

Auch Twitch-Streamer „JERICHO“ äußerte sich zu dem Twitter-Statement von seinem Arbeitgeber. Er prangert die vorgeschlagene Lösung von Twitch für die DMCA-Problematik scharf an. Dabei stellt der Streamer fest, dass er selbst nicht wissen würde, was „die beste Lösung“ wäre, jedoch hält er es nicht für sinnvoll „das gesamte Game-Audio stumm zuschalten.“ Dieser Weg ist keine „tragbare Lösung“, „weder für Twitch, noch für Streamer“.

Twitch: DMCA sperrt Content von Streamern wie MontanaBlack, Papaplatte und Gronkh

Erstmeldung vom 12. November 2020: San Francisco, USA – Neue DMCA-Regelungen führen seit Kurzem zu Sperrungen und Strikes für Streamer auf Twitch. Auch deutsche Twitch-Ikonen wie MontanaBlack, Papaplatte und Gronkh sind von dem Problem betroffen und äußerten sich öffentlich. Doch nun folgt die Entschuldigung seitens Twitch – die Streaming-Plattform räumt eigene Fehler ein.

Fast alle großen Streamer erhielten eine DMCA-Benachrichtigung von Twitch (Digital Millennium Copyright Act). Seitdem wurde den Streamern empfohlen, dass Sie alle ihre Clips und Videos auf Twitch, die Copyright geschützte Musik enthalten, löschen. Immer noch herrscht eine große Verwirrung aufgrund der plötzlichen Mitteilung von Twitch. Streamer, wie MontanaBlack und Gronkh, wissen nicht, wie es weitergehen soll. Papaplatte wurde vorerst, nach Überprüfung von DMCA, wegen seines Contents auf Twitch gesperrt – diese Sperre wurde nun zurückgezogen.

Weil Twitch sich derzeit mit den Beschwerden von DMCA nicht anderes zu helfen weiß, empfiehlt die Plattform massenhaft Clips und Videos zu löschen. Dabei geht es ausschließlich um Ausschnitte, die gegen Copyright geschützte Musik und anderen geschützten Content verstoßen. Sollten Streamer den Aufforderungen der Plattform im Bezug zu DMCA nicht nachgehen, könnten ihnen schärfere Konsequenzen drohen.

Auf Twitter äußere sich unter anderem MontanaBlack, der aktuell größte Streamer Deutschlands, zu den DMCA-Problemen auf Twitch. Der Streamer aus Buxtehude wird nun all seine „Clips und alle VODs“ auf Twitch löschen. MontanaBlack möchte auch „in Zukunft“ keine Clips und Videos auf seinem Kanal mehr „speichern“. Marcel Eris möchte keine weiteren Probleme mit Twitch bekommen, somit entscheidet er sich zu diesem drastischen Schritt.

Twitch: Streamer für ihre Musik gebannt – nun folgt die Entschuldigung

Auch Twitch-Urgestein Gronkh wird seine „Archiv-Funktion bei Twitch wegen DMCA erstmal abschalten“. Jedoch wird Gronkh seine Livestream-Wiederholungen einfach auf seinem zweiten YouTube-Kanal ‚Gronkh-TV‘ hochladen. Dennoch ist dieser Weg derzeit nur eine Übergangslösung, bis „eine bessere Lösung“ gefunden wurde.

Twitch: Streaming-Plattform entschuldigt sich wegen DMCA bei Streamern

Auf Twitter gab Twitch nun eine offizielle Erklärung an seine Streamer, bezüglich der DMCA-Strikes, heraus. Darin zeigte die amerikanische Plattform aus San Francisco vor allem Einsicht und betitelt die Frustration der Streamer wegen DMCA als „völlig gerechtfertigt“. Des Weiteren räumt Twitch ein, dass Sie in Bezug zu DMCA-Strikes besser aufklären sollten: „Die Dinge können und sollten für die Creator besser laufen als in letzter Zeit“. Dennoch versprach die Amazon-Tochter: „In Zukunft werden wir transparenter damit sein, was passiert und welche Tools und Ressourcen wir aufbauen, um zu helfen.“

Nach eigenen Angaben soll Twitch im Mai 2020 weniger als 50 DMCA-Benachrichtigungen pro Jahr erhalten haben. Jedoch änderte dies sich, als Vertreter von großen Plattenfirmen anfingen, DMCA-Strikes herauszugeben. Somit war Twitch dazu gezwungen, drastischere Schritte in Bezug auf Copyright-Schutz einzugehen. Derzeit ist aufgrund der zahlreichen Nachrichten von DMCA kein Ende der Sperrungen und Strikes auf Twitch in Sicht. Twitch verspricht ihren Streamern nun, dass Sie die Verarbeitung von Strikes so gut wie möglich unterbrechen, um Nutzern Tools und Informationen bestmöglich zur Verfügung zu stellen.

Auf Twitter entschuldigte sich Twitch aufgrund der DMCA-Problematik bei ihren Streamern:

Sie sind zu Recht verärgert darüber, dass die einzige Option, die wir bereitgestellt haben, ein Massenlösch-Tool für Clips war und dass wir Ihnen nur drei Tage im Voraus Bescheid gegeben haben, dieses Tool zu verwenden. Wir hätten vor einiger Zeit ausgefeiltere und benutzerfreundlichere Tools entwickeln können. An alle Creator, die ihre besten Momente verloren haben, es tut uns leid. Das sollte nicht passieren.

Twitch

Nun sollen Streamern bessere Tools zur Umgehung des DMCA-Problems von Twitch bereitgestellt werden. Unter anderem sollen Streamer die Möglichkeit erhalten, urheberrechtlich geschütztes Audio besser zu erkennen und dieses leichter zu steuern. Es soll sofort angezeigt werden, welche Clips oder Videos „gegen Inhalte verstoßen, wenn Sie eine DMCA-Benachrichtigung erhalten“. Dennoch bleibt vorerst abzuwarten, inwiefern die Neuerungen funktionieren und ob diese sich tatsächlich auszahlen. Für Streamer wie MontanaBlack ist der Zug jedoch schon abgefahren. Seine Clips sind für die Nachwelt verloren, sollte der 32-Jährige sie nicht extra abgespeichert haben.

Rubriklistenbild: © Twitch

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