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Twitch kämpft mit Sexismus-Debatte – Doppelmoral um Männerhass

Erstellt:

Von: Adrienne Murawski

Twitch hat strenge Regeln, um Sexismus und Hassrede zu vermeiden. Doch nun deckt ein Tweet eine krasse Doppelmoral auf. Männerhass scheint erlaubt zu sein.

Seattle – Hass im Netz ist ein ernsthaftes Problem, unter dem alle möglichen Menschen leiden. Für viele Trolle und Hater ist es einfach, andere Leute im Internet zu beleidigen und runterzuziehen, denn sie verstecken sich oftmals hinter anonymen Profilen. Darunter leiden berühmte Persönlichkeiten, Streamer*innen, Frauen, Männer, Teenager – kurz gesagt, jede*r, der*die sich im Internet bewegt, kann ein Opfer werden. Twitch versucht daher seit langer Zeit, Hassrede und Sexismus einzudämmen. Doch nun deckt ein Tweet eine krasse Doppelmoral der Plattform auf.

Name der PlattformTwitch
BetreiberAmazon
Gründungsdatum6. Juni 2011
Webseitehttps://www.twitch.tv/

Sexismus auf Twitch: Tweet deckt Doppelmoral auf – Frauenhass verboten, bei Männern erlaubt

Darum geht‘s: Auf Twitch und vielen anderen Plattformen gibt es strenge Regeln, wie man sich verhalten darf. Beleidigungen und Hass werden normalerweise prinzipiell abgestraft und verboten. Auch explizite Inhalte und Nacktheit sind meist verboten oder nur in einem gewissen Rahmen erlaubt. Erst Ende 2020 hatte die Streaming-Plattform Twitch bekannt gegeben, strenger gegen Belästigungen, hasserfülltes Verhalten und sexuelle Belästigung vorzugehen.

Mithilfe neuer Richtlinien sollten Vergehen rigoros überprüft und abgestraft werden. Auslöser für die strengeren Regeln waren wohl unverhältnismäßig viele Belästigungen gegenüber Frauen und queeren Personen – also Menschen, die sich nicht als heterosexuell definieren. Die Regeln betreffen natürlich alle Inhalte auf Twitch und alle Nutzer*innen der Amazon-Plattform, egal ob Streamer*in oder Zuschauer*in, Stream-Titel oder Kommentar.

Mann mit verschränkten Armen und wütendem Gesichtsausdruck. Rechts neben ihm ein grüner Daumen nach oben. Links das Twitch-Logo. Text: „Ich hasse Männer“
Twitch leistet sich Sexismus-Skandal – Tweet deckt Männerhass auf © Twitch/Yay Images/IMAGO/pixabay (Montage)

Nun hat ein Twitter-User zwei Screenshots geteilt, die eine krasse Doppelmoral der Twitch-Regeln aufdecken. Auf beiden Bildern ist ein Screenshot der Titel-Box zu sehen. Auf dem linken Bild steht darin „Ich hasse Frauen“. Dies erkennt die Plattform als Hassrede und markiert die Box rot. Darunter erscheint zusätzlich der Hinweis: „Dieser Titel steht möglicherweise im Widerspruch zu den Moderationsrichtlinien von Twitch“. Im rechten Bild steht jedoch ein anderer Text in der Titel-Box, nämlich „Ich hasse Männer“. Diese Aussage erkennt Twitch jedoch nicht als Hassrede an und hinterlegt die Box nicht rot. Der Titel wäre also wohl in Ordnung für einen Stream.

Twitch: „Ich hasse Männer“ ist erlaubt, „Ich hasse Frauen“ wird verboten und abgestraft

Twitch-Streamer deckt Doppelmoral auf: Twitter-User shirahiko hat die Doppelmoral von Twitch aufgedeckt und innerhalb weniger Stunden konnte der Tweet tausende Retweets und hunderttausende Likes sammeln. Natürlich haben zahlreiche Menschen auch kommentiert und äußern sich unterschiedlich:

Egal gegen wen es sich richtet, Hass ist niemals ok und sollte nicht erlaubt sein. Vor allem Streamer*innen spüren den Hass und geben irgendwann auf. So wird der Traum vom YouTuber schnell zum Albtraum und auch Rainer Winkler, alias der Drachenlord, kennt sich bestens mit Beleidigungen und Belästigungen aus. HateAid erklärt, wieso sie dem Drachenlord nicht helfen wollen.

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