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Twitch: Sexismus-Debatte — Unruhe in Streamer-Szene wegen Beleidigung

  • vonAdrienne Murawski
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Während eines Twitch-Streams bei einem Rust-Event wird die Streamerin Tinkerleo sexistisch beleidigt. Daraufhin entbrennt eine große Debatte. Verschiedene Streamer äußern sich zu dem Thema.

  • Für das Survival-MMO Rust hat Rumathra einen Server für deutsche Streamer gegründet und dazu unter anderem Papaplatte, PietSmiet, Tinkerleo und Daannyy eingeladen.
  • Während des gemeinsamen Spielens kam es zu einem Zwischenfall zwischen Daannyy und Tinkerleo.
  • Kurz darauf ist eine hitzige Sexismus-Debatte auf Twitch und Twitter entflammt.

Hamburg, Deutschland – Das Survival-MMO Rust feiert auf Twitch derzeit Riesen Erfolge. Kein Wunder, schließlich bietet es seinen Spielern unglaublich viel Abwechslung. Mehrere Spieler können entweder friedlich nebenher spielen, sich verbünden, aber auch Intrigen anzetteln und gegenseitig töten. Insbesondere die Intrigen sind ein großer Teil des Spaßfaktors an Rust und ähneln dem ebenfalls nach wie vor beliebten Spiel Among Us. Doch der Einzug von Rust in die deutsche Twitch-Community wurde direkt mit einem Skandal überschattet.

Name der PlattformTwitch
EigentümerAmazon
Gründung6. Juni 2011
Sprachen28
Web-Adressehttps://www.twitch.tv/

Twitch: Streamer-Aussage lässt Sexismus-Debate hochkochen

Was ist passiert? Einige bekannte und weniger bekannte deutsche Streamer fanden sich zusammen, um gemeinsam eine Runde Rust zu zocken. Dafür wurde ein privater Server gegründet, auf dem nur mit einer Einladung gespielt werden kann. Zu den eingeladenen zählten unter anderem auch Papaplatte, Sep und Peter von PietSmiet, Trymacs, Dhalucard, aber auch Amar, Tinkerleo und Daannyy. Bei den zwei letzteren Streamer:innen entbrannte nach einiger Zeit ein kleiner Disput, der für enorme Meinungsverschiedenheiten bei den Fans sorgte.

In einem Clip sieht man, wie Tinkerleo darum fleht von den anderen Mitspielern nicht getötet zu werden, da sie schon so oft gestorben sei im Spiel. Während sie diese Aussagen tätigt, hört man plötzlich den Streamer Daannyy fragen: „Willst du dich auf mein Gesicht setzen?“. Anscheinend ist dieser Spruch ein bekannter Insider-Witz innerhalb des Bekannten- und Freundeskreises des Streamers. Da Tinkerleo Daannyy jedoch nicht kennt, kam der „Witz“ denkbar schlecht bei ihr an und sie fühlte sich dadurch belästigt. So sagt sie daraufhin: „Dein Ernst, dass deine erste Frage ist, ob ich mich auf dein Gesicht setzen will? Welches Niveau haben wir hier? Unterirdisch? Dann bring mich lieber um, ehrlich“ und wird daraufhin auch prompt von einem anderen Spieler getötet.

Twitch: Streamer machte „nur einen Witz“ – Tinkerleo fühlt sich belästigt

Auch später äußert sich Tinkerleo nochmal dazu in ihrem Stream, dass sie diese Aussage von Daannyy als Belästigung und nicht in Ordnung fand. Gleichzeitig wurde sie bereits im Stream im Chat mit Nachrichten bombardiert, dass das ja alles nur ein Witz gewesen wäre, sie sich nicht so anstellen solle und aus diesem Grund Frauen in der Gaming-Szene nicht geachtet werden würden. Nachdem die Streamerin sich auch noch einmal auf Twitter dazu geäußert hatte, war die Sexismus-Debatte vollständig entfacht.

Der Streamer Daannyy entschuldigte sich zwar noch in seinem Stream für seine Aussage gegenüber Tinkerleo, allerdings bekam sie das wohl nicht mehr mit und auf eine Entschuldigung auf Twitter musste man etwas länger warten. Mittlerweile haben sich die beiden Streamer:innen ausgesprochen und die Sache ad acta gelegt, denn Daannyy hat selbst eingesehen, dass sein „sexistischer Insider absolut unangebracht, unlustig u. anmaßend war.“ Weiter schreibt er:

Es tut mir sehr leid, dass ich sie [Tinkerleo, Anm. d. Red.] damit belästigt habe und auch, dass ich dazu nicht schneller Stellung genommen habe. Des Weiteren will ich mich ausdrücklich für den Teil meiner Zuschauer und Zuschauerinnen entschuldigen, die irgendwelche weirden Hashtags hier erfunden haben und die ihren Chat mit dummen und überflüssigen Kommentaren zugespamt haben. Ich wollte auf keinen Fall, dass das so ausartet und habe einfach in dem Moment nicht nachgedacht - wer mich kennt, weiß, dass ich das öfter mal machen sollte. Hier nochmal: Es tut mir mega leid und ich werd mich in der Hinsicht bessern. Ich hoffe, damit ist jetzt alles wieder einigermaßen cool.

Twitter: dannyreturns

Twitch: Auch PietSmiet, Mori und HandOfBlood äußern sich zu dem Vorfall

Aufgrund des Geschehnisses wurde Daannyy auch einen Tag vom Rust-Server gebannt, womit er nach eigener Aussage völlig fein ist. Auch andere Streamer wie PietSmiet, Mori und Hänno von HandOfBlood haben sich zu den Geschehnissen geäußert, um Gamer:innen, Twitch-User:innen und andere Streamer:innen für Belästigungen aller Art zu sensibilisieren. So schreibt Mori zu den Nachrichten, die Tinkerleo erhalten hat: „Ist doch nur spaß“ - „Das ist das Internet“. Kanns echt nicht mehr hören. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Belästigung fängt an wo der Spaß für den/die anderen aufhört. Was ist so schwer daran die Grenzen des Gegenüber zu respektieren?“ Auch Peter von PietSmiet äußert sich zu den Geschehnissen und verurteilt diejenigen, die das Opfer verbal angingen.

Streamer HandOfBlood hingegen versucht seine Follower:innen für das Thema zu sensibilisieren und solche Aussagen nicht einfach nur als „Witz“ abzutun. So schreibt er: „Leute warum wir darüber tweeten ist einfach erklärt: Wir finden Mädchen echt cool und sehen leider regelmäßig (und das ist hier das Wesentliche), dass sie belästigt und benachteiligt werden. Um aufzuzeigen, dass sowas gar nicht geht und zu erklären warum, reden wir darüber.“ Und fügt anschließend hinzu: „Öffentlich über etwas zu diskutieren, verbessert eine Gesellschaft und bringt sie weiter. In unserem Falle die Gesellschaft auf Twitch, YouTube, oder generell im Gaming Bereich. Sexuelle Belästigung ist unter Gamern Alltag, und das muss aufhören.“ Dem können wir nur zustimmen.

Die Sexismus-Debatte ist übrigens nichts Neues in der Gaming-Szene, denn so mancher Streamer hatte mit Kritik bezüglich frauenfeindlicher und sexistischer Kommentare zu kämpfen. So machte der bekannte Twitch-Streamer MontanaBlack die schwierige Aussage, dass Frauen wie Hunde seien. Auch große Gaming-Firmen haben mit Sexismus-Vorwürfen zu kämpfen, das könnt ihr aber auch in unseren Top Gaming-Skandalen von 2020 nachlesen.

Rubriklistenbild: © ingame.de / Twitter / Montage

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